Als Kirchenpräsident der Evangelischen Landeskirche Anhalts hat er sich als kantiger Kopf erwiesen: Joachim Liebig. Er kämpfte für eine autarke Landeskirche und plante den Ausstieg aus dem EKD-Finanzausgleich. Klare Worte sagt er evangelischen Christen, die sich antisemitisch äußern: „Sie haben ihr Recht, zu einer Kirche zu gehören, verwirkt.“ Antijüdische Äußerungen stehen seiner Erfahrung nach oft im Zusammenhang mit rechtem Gedankengut. Und so machen ihm die hohen Zustimmungswerte für die AfD Sorgen: „Die AfD gefährdet unsere Demokratie und ist antichristlich.“
Liebig gilt als Russlandkenner; er gehörte als EKD-Vertreter zum inzwischen liquidierten „Petersburger Dialog“. Heute zeigt er sich „tief enttäuscht“ von seinen ehemaligen Gesprächspartnern: „Der imperialistische Ansatz im Denken, auch im Denken der Geistlichen der russisch-orthodoxen Kirche, lag wie ein Mehltau über allen Themen.“