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Falsche Leitsterne | Von Paul Schreyer (Podcast)


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Ein Standpunkt von Paul Schreyer.
In der aktuellen Krise geht es nicht nur um Corona. Gesellschaftssteuernde Maßnahmen und Technologien werden zunehmend weltumspannend und zentral koordiniert wirksam. Einflussreiche Privatleute entwerfen Pläne für die ganze Welt, die in wachsendem Umfang auch global umgesetzt werden. Am Ende dieser Entwicklung steht eine große Vereinheitlichung. Spezielle Technologien und Programme, vorangetrieben von einigen Oligarchen, sollen für alle Menschen auf der Welt bindend werden – ohne jede demokratische Debatte. Zugleich scheint es, als ob der Prozess des Nachdenkens selbst, das individuelle Abwägen, Zweifeln und Hinterfragen, zunehmend verlöscht und einem Vertrauen in automatisierte Effizienz Platz macht. Die Frage drängt sich auf: Welches Virus hat hier die Gesellschaft infiziert? – Ein Auszug aus dem in dieser Woche erscheinenden Buch „Chronik einer angekündigten Krise – Wie ein Virus die Welt verändern konnte“.

I.
An einem milden Frühlingsabend im April 2020, während des Kontaktverbots und kurz vor Einführung der Maskenpflicht, standen meine Frau und ich im Garten und gossen das Gemüsebeet. Wir waren spät nach Hause gekommen, die Sonne war längst untergegangen, und so leuchtete ich mit der Taschenlampe auf die zierlichen Pflänzchen, während meine Frau die Gießkanne schwenkte. Neben dem leisen Geräusch des sprenkelnden Wassers und einem fernen Vogelruf breitete sich Stille aus. Frieden lag in der Luft.
Als wir fertig waren, schauten wir für einen Moment zum sternenklaren Himmel hinauf. Meine Frau bemerkte es zuerst: „Schau mal, da bewegt sich was.“ Tatsächlich zog ein kleiner Lichtpunkt langsam über den Himmel – da er nicht blinkte, offenbar kein Flugzeug. Vielleicht ein Satellit? Doch das schien unwahrscheinlich, denn nun sahen wir, wie ein weiterer Lichtpunkt erschien, der dem ersten folgte. Schon tauchte ein dritter auf, dann ein vierter, ein fünfter – alle im gleichen Abstand, mit gleicher Richtung und Geschwindigkeit auf derselben Bahn. Mehrere Dutzend sich gleichmäßig bewegende „Sterne“ zogen wie auf einer Perlenschnur langsam über den tiefdunklen Himmel.
Das stille Spektakel währte fast eine halbe Stunde. Fasziniert starrten wir nach oben. Wurden wir gerade Zeugen einer durchreisenden „Ufo-Kolonne“? Aufmerksam verfolgten wir den Zug der Lichter, ohne uns einen Reim darauf machen zu können – ein seltsames Gefühl.
Zurück im Haus taten wir das heutzutage übliche: Wir schauten ins Internet. Und rasch folgte die Ernüchterung: Keine Ufos, keine Rätsel, kein Mysterium – stattdessen hatten wir lediglich einen Teil der riesigen Satellitenflotte „Starlink“ des amerikanischen Milliardärs Elon Musk über den Nachthimmel ziehen sehen.
Musk, der Chef des Elektroauto-Herstellers Tesla, verwendet, so erfuhren wir, einen Großteil seines Vermögens auf Raumfahrtpläne, insbesondere die Herstellung von Raketen, mit denen Lasten ins Weltall befördert werden können. Eines seiner Ziele ist die Besiedlung des Mars. Seiner Ansicht nach besteht der nächste evolutionäre Schritt darin, das menschliche Leben „multi-planetarisch“ zu machen. Im Mai 2019 hatte er, im Rahmen eines anderen Projekts, damit begonnen, Satelliten in die Erdumlaufbahn zu schießen, um mit seiner Firma SpaceX eine globale Breitband-Internetversorgung anbieten zu können. Laut eigener Aussage sollten die Satelliten überall auf der Welt „den voraussichtlich wachsenden Bedarf der Nutzer decken“. Es ging um einen Milliardenmarkt. Google hatte sich bereits in der Frühphase der Pläne mit einem großen Investment einen Anteil an SpaceX gesichert. Musk plante, insgesamt 40.000 (!) Satelliten die Erde umkreisen zu lassen. Im Frühjahr 2020 waren 400 davon bereits im All. Einige davon hatten wir gesehen.
Als ich davon las, mischte sich Erstaunen mit Ärger: Was maßte sich dieser Mensch an, den ewig stillen Sternenhimmel mit moderner Hightech vollzustopfen,
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