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Überall herrscht Wut: In Spanien, in Frankreich und an den Wahlurnen der Republik. Es herrscht Wut auf die Wohnungskonzerne, Wut auf die Politiker und den Staat, auf „die da oben". Wut auf alle, die schuld sein könnten, dass die eigenen Aussichten nicht so rosig sind wie erhofft.
Hosts: Julia Löhr und Johannes Pennekamp
Mehr zum Thema:
Studie von Stefanie Stancheva et al.: The Rise of Anger
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Tanken tut weh, die Inflation springt über drei Prozent: Die steigenden Preise sind inzwischen die mit Abstand größte Sorge der Deutschen, zeigen Umfragen. Die Hosts Julia Löhr und Johannes Pennekamp beleuchten, wie hart der Preisanstieg die Deutschen tatsächlich trifft – sie kommen zu einem überraschenden Ergebnis: Den Deutschen geht es finanziell gar nicht schlechter als vor den Dauerkrisen der vergangenen Jahre.
Das Preisniveau ist zwar deutlich gestiegen, die Löhne aber sogar noch ein bisschen mehr. Der Verhaltensökonom Matthias Sutter erklärt, warum unsere Wahrnehmung verzerrt ist und Eingriffe in die Marktpreise neue Probleme schaffen. Löhr und Pennekamp gehen zudem der Frage nach, warum Politiker die preissorgen selbst befeuern und die Bevölkerung sich daran gewöhnt hat, in jeder Krise gleich nach dem Staat zu rufen.
Hosts: Julia Löhr und Johannes Pennekamp
Mehr zum Thema:
IMK-Studie zum gefühlten Kaufkraftverlust
Verhaltensökonomische Studie zur verzerrten Preiswahrnehmung von Konsumenten
F.A.Z.-Artikel von Rainer Hank zu Eigenverantwortung und Sozialer Marktwirtschaft
Bildquelle Cover: dpa
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Warum Deutschland eine neue bürgerliche Partei braucht und was sich aus fast 40 Jahren Wirtschaftsjournalismus für die heutigen Probleme lernen lässt: F.A.Z.-Herausgeber Gerald Braunberger geht in den Ruhestand – und blickt nach vorne.
Nach 38 Jahren bei der F.A.Z. und rund 13.000 Artikeln verlässt der für Wirtschaft zuständige Herausgeber Gerald Braunberger die Zeitung und geht in den Ruhestand. Kurz vor diesem einschneidenden Ereignis hat Braunberger noch einmal für einen journalistischen Paukenschlag gesorgt – und sich in einem Leitartikel für die Gründung einer neuen bürgerlichen Partei starkgemacht. Ein bemerkenswerter Appell, der zeigt, wie außergewöhnlich die politische und wirtschaftliche Lage im Land ist.
Hosts: Julia Löhr und Johannes Pennekamp
Mehr zum Thema
Nach den Wahlen in MV und Berlin: Deutschland braucht eine neue bürgerliche Partei
Die neue Lust am Sozialismus
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Die Linke will Wohnungsunternehmen enteignen und punktet damit in Berlin bei vielen Wählern. Die Spitzenkandidatin Elif Eralp möchte ein rot-rot-grünes Bündnis in der Hauptstadt bilden, zum ersten Mal mit den Linken an der Spitze im Roten Rathaus.
Auch international ist der Klassenkampf wieder angesagt. In New York regiert seit Jahresbeginn Zohran Mamdani, der sich selbst als „demokratischer Sozialist“ bezeichnet und mit Mietenstopp, staatlichen Supermärkten und kostenloser Kinderbetreuung in den Wahlkampf zog. Umfragen unter jüngeren Menschen zeigen in Amerika wie in Deutschland, dass inzwischen eine Mehrheit stärker dem Sozialismus als dem Kapitalismus zugeneigt ist.
Was steckt hinter dieser neuen Lust am Sozialismus? Die Hosts Julia Löhr und Johannes Pennekamp gehen in der neuen Folge der linken Erfolgsformel auf den Grund. Sie konstatieren: Die Linke adressiert die Probleme im Alltag der Menschen. Gestiegene Mieten, hohe Lebenshaltungskosten, teure Mobilität.
Neu sind diese Probleme nicht, die Parteien der Mitte konnten ihnen in den vergangenen Jahren jedoch wenig entgegensetzen. Ähnlich wie AfD beklagt die Linke ein Systemversagen, in diesem Fall: des kapitalistischen Systems. Aber taugen die Konzepte der Linken auch, um die Probleme zu lösten?
Löhr und Pennekamp bezweifeln das und reden darüber mit dem Mannheimer Ökonom Tom Krebs, der die Vergesellschaftungspläne in Berlin verteidigt.
Hosts: Julia Löhr und Johannes Pennekamp
Mehr zum Thema
Vor der Wahl: Im Bann der Vergesellschaftung
Wissenschaftliche Arbeit zum Nullsummendenken
Kapital und Krise von Tom Krebs
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AfD und CDU bekämpfen sich öffentlich aktuell bis aufs Blut. Wer beispielsweise diese Woche den Schlagabtausch zwischen AfD-Chefin Weidel und CDU-Kanzler Friedrich Merz im Bundestag verfolgt hat, kann sich kaum vorstellen, dass diese beiden Parteien jemals gemeinsame Sache machen könnten. Hier die in Teilen als gesichert rechtsextrem eingestufte AfD, dort die staatstragende CDU, die die Geschicke des Landes seit Jahrzehnten maßgeblich lenkt.
Doch trotz aller fundamentalen Differenzen stellt sich nach dem AfD-Erfolg in Sachsen-Anhalt mehr denn je die Frage, ob Deutschland eines Tages auf eine schwarz-blaue Zukunft zusteuern wird. Denn die alte Gewissheit, dass die Wahlen in der Mitte gewonnen werden, gilt nicht mehr.. Wer in der Mitte steht, könnte bald ziemlich einsam sei, falls sich der Trend auch bundesweit so fortsetzt.
Könnte es für die CDU eines Tages womöglich verlockender sein, mit der AfD gemeinsame Sache zu machen, als in einer sich gegenseitig blockierenden Vielparteienregierung an der Spitze zu stehen? In der neuen Folge ihres F.A.Z.-Videopodcast „Löhr & Pennekamp“ fokussieren die Hosts Julia Löhr und Johannes Pennekamp auf die Wirtschaftspolitik. Wie tief sind die Gräben zwischen der konservativen und der extrem rechten Partei in diesem zentralen Politikbereich? Gibt es gar Schnittmengen für ein gemeinsames Reformprojekt?
Hosts: Julia Löhr und Johannes Pennekamp
Mehr zum Thema
Was von konservativ-liberalen Parteien bleibt
Wo Weidel und Chrupalla falsch liegen – und wo nicht
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Die AfD greift in Sachsen-Anhalt nach der Macht. Obwohl Ökonomen vor den wirtschaftlichen Folgen warnen, sympathisieren Unternehmer mit der rechten Partei. Die wirtschaftliche Brandmauer ist längst gefallen.
Unternehmer wählen CDU oder FDP. Lange galt das in Stein gemeißelt. Doch in Sachsen-Anhalt, wo am Sonntag ein neues Landesparlament gewählt wird, bröckelt diese Gewissheit. Die FDP bewegt sich unterhalb der Wahrnehmungsschwelle, die CDU zieht nicht mehr wie früher – das gilt offenbar nicht nur in allgemeinen Umfragen, sondern auch unter Mittelständlern, die das Wirtschaftsleben der Region prägen. Die AfD, eine in Teilen gesichert rechtsextreme Partei, wird für viele von ihnen zur echten Wahlalternative.
Einen Eindruck davon bekamen Beobachter schon Mitte Juni in Halberstadt, während einer Wahlveranstaltung des Vereins Liberaler Mittelstand Sachsen-Anhalt. Einen FDP-Vertreter hatte die Vorfeldorganisation eben jener Partei gar nicht erst eingeladen, dafür aber den AfD-Spitzenkandidaten Ulrich Siegmund.
Das wirft Fragen auf: Welche Interessen treiben die Unternehmer in ihren Wahlentscheidungen an? Sind sie in Sachsen-Anhalt längst Teil des Rechtsrucks? Oder werden sie im Zweifelsfall Demokratie und Vielfalt verteidigen? Und welche Folgen hätte ein AfD-Durchmarsch wirtschaftlich für die Unternehmer?
Hosts: Julia Löhr und Johannes Pennekamp
Tax the rich! Wie ungerecht ist unser Steuersystem?
„Das interessiert keinen Zuwanderer“
„Ich bin nicht nahe bei der AfD, aber weit weg von der CDU“
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Die Rebellion der Ost-Ministerpräsidenten bei der Rente und die Umfragerekorde der AfD befeuern die Frage, wie abgehängt der Osten wirtschaftlich eigentlich ist – und ob der Durchmarsch der Rechten noch zu stoppen ist.
Die Bundesregierung plant die Abschaffung der abschlagsfreien Rente nach 45 Beitragsjahren – und die Ost-Ministerpräsidenten rebellieren. Sowohl die CDU-Regierungschefs als auch ihre Amtskollegen der SPD fordern Änderungen an den Plänen und drohen mit Widerstand im Bundesrat. Der Vorwurf: Wieder einmal würden die Biographien der Ostdeutschen in Berlin nicht hinreichend beachtet. Wieder einmal würden ihre Arbeit und Lebensleistung entwertet.
Ist das tatsächlich so – oder alles nur Wahlkampf vor den anstehenden Wahlen in Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin? Und welche Rolle spielt die AfD, die Stimmung macht gegen die Rentenpolitik der Regierung und so auf Stimmenfang geht? Die in Teilen gesichert rechtsextreme Partei liegt in den Umfragen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern weit vorn. Ob es im September zur absoluten Mehrheit reichen wird, bleibt abzuwarten.
Im F.A.Z.-Podcast „Löhr & Pennekamp“ nehmen die Hosts Julia Löhr und Johannes Pennekamp die aktuelle Debatte zum Anlass für eine Analyse, wie groß die wirtschaftlichen Unterschiede hinsichtlich Rente, Vermögen und Lebenshaltungskosten zwischen Ost und West heute eigentlich noch sind. Sie beschreiben zudem, wie die Stimmung der Menschen kurz vor den anstehenden Landtagswahlen ist, am Beispiel eines AfD-Bürgerdialogs in Ludwigslust (Mecklenburg-Vorpommern). Und sie sprechen mit einem Ökonomen, der sagt: Manche Dörfer sollte man besser schließen.
Hosts: Julia Löhr und Johannes Pennekamp
So groß ist die Lohnlücke
So groß sind die Unterschiede in der Daseinsvorsorge
So groß sind die Unterschiede im Vermögen
Wichtige Indikatoren im Ost-West-Vergleich
Ökonomische Studie zur Funktionsweise des rechten Populismus
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Immer mehr Deutsche hegen Auswanderungspläne. Und die Osteuropäer kehren in ihre Heimat zurück. Die Politik lässt das bislang kalt. Das ist ein Fehler.
288.579 Deutsche sind im vergangenen Jahr aus Deutschland ausgewandert – so viele wie noch nie, seit das Statistische Bundesamt diese Statistik erhebt. Zwar ziehen auch Deutsche aus dem Ausland zurück, aber deutlich weniger. Es sind vor allem junge, gut ausgebildete Menschen, die Deutschland den Rücken kehren.
Sehnsuchtsland Schweiz
Hosts: Julia Löhr und Johannes Pennekamp
Nettozuwanderung 2025 mit 235 000 Personen deutlich gesunken
Wie viele Deutsche wandern aus?
Auswanderung im Fokus: Wer bleibt, wer will gehen?
Auswandern erhöht Lebenszufriedenheit
Migrationswende: Mehrere Entwicklungen spielen zusammen
Wohlstand für Junge: Wie der ordnungspolitische Neustart des Landes gelingen kann
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Die Koalition arbeite jetzt besser als im Frühjahr, sagt Ifo-Präsident Clemens Fuest. Er warnt aber auch: Wenn der Anstieg der Ausgaben nicht gestoppt werde, drohe der Kollaps der Staatsfinanzen.
Gut eine Woche ist sie her, die traditionelle Sommerpressekonferenz des Kanzlers. Friedrich Merz (CDU) hat darin ein positives Bild der Regierungsarbeit und des Stands der Reformen gezeichnet. „Die Koalition hat Tritt gefasst“, sagte Merz – aber auch, dass manche Reformen länger dauerten als gedacht und noch vieles für den Herbst auf der To-do-Liste stehe.
Der Ökonom Clemens Fuest, Präsident des Münchner Ifo-Instituts, hat im Berliner Regierungsviertel viel Einfluss. Nach der Bundestagswahl im Februar 2025 hat er das Konzept mitgeschrieben, mit dem die Schuldenbremse für die Verteidigungsausgaben gelockert und der 500 Milliarden Euro große Schuldentopf für die Modernisierung der Infrastruktur geschaffen wurde. Später hat er die Zweckentfremdung dieser Mittel kritisiert, nach dem verunglückten Koalitionsausschuss im April in der Villa Borsig gar zu Neuwahlen geraten, falls die Koalition nicht mehr auf den Reformweg finde.
Julia Löhr hat in einer Sonderausgabe des Podcasts „Löhr & Pennekamp“ mit Fuest darüber gesprochen, wie er zu Beginn der politischen Sommerpause auf die bisherige Regierungsbilanz blickt. „Erstaunlich gut zusammengerauft“ habe sich die Koalition, findet der Ökonom. Aber im Detail sieht Fuest auch viele Punkte kritisch.
Vor allem der Anstieg der Staatsausgaben bereitet ihm Sorge. „Nur wenn der Staat wirklich weniger ausgibt, können wir auch auf Steuer- und Aufgabenentlastung hoffen.“ Dass der Kanzler in seiner Sommerpressekonferenz sagte, die Möglichkeiten für Einsparungen seien ausgeschöpft, kann Fuest nicht nachvollziehen.
Er macht konkrete Vorschläge, welche Ausgaben verzichtbar wären. Ein Beispiel ist das Elterngeld. Dass Menschen mit mehr als 100.000 Euro Jahreseinkommen wirklich solch eine Sozialleistung benötigen, bezweifelt Fuest. Und er hinterfragt die Anspruchshaltung der Gesellschaft, die dahintersteht.
Redaktion und Produktion: Julia Löhr, Kati Schneider, Kevin Gremmel, Witefield
So fällt die Halbjahresbilanz des Kanzlers aus
Der Tankrabatt kommt zurück – und noch mehr
Die Wirtschaftskrise will nicht weichen
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Wie bringt man dieses Land wieder zurück in die Erfolgsspur? Danyal Bayaz ist einer, der täglich daran arbeitet. Seit mehr als fünf Jahren ist der Grünenpolitiker Finanzminister in Baden-Württemberg, zuerst unter Ministerpräsident Winfried Kretschmann, jetzt unter Cem Özdemir.
In unserem Sommerinterview beschreibt er, über große Reformprojekte wie die Steuererklärung mit einem Klick und ein radikales Gesetz gegen Regulierung und Bürokratie. Der Mann, der über Finanzmärkte promoviert hat, beschreibt aber auch, wie zäh das politische Geschäft ist und wie klein die Schritte sind, die man am Ende oft machen kann.
Und er gibt Einblicke, wie schwierig es ist in der wirtschaftlich schwierigen Lage einen Haushalt ohne Lücken auf die Beine zu stellen. Die ökonomische Devise „Prioritäten setzen und alte Zöpfe abschneiden“ geht nicht auf – er greift stattdessen zur Rasenmähermethode.
In dem Gespräch nimmt Bayaz kein Blatt vor den Mund: „Die wirtschaftliche Lage hat etwas ins Kippen gebracht“, sagt er. Vor allem die Autokonzerne und Zulieferer im Ländle haben zu kämpfen – welche Verantwortung tragen dafür die Grünen? Nur so viel: Von festen Ausstiegsdaten am Reißbrett für bestimmte Technologien hält Bayaz nichts.
Tax the rich! Wie ungerecht ist unser Steuersystem?
Ist Deutschland nur noch drittklassig?
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