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Gnade mit euch und Friede von Gott, dem Vater, und von Jesus Christus, unserem Herrn!
Aus dem Brief des Apostels Paulus an die Epheser, aus dem 5. Kapitel:
15 So seht nun sorgfältig darauf, wie ihr euer Leben führt, nicht als Unweise, sondern als Weise, 16 und kauft die Zeit aus, denn die Tage sind böse. 17 Darum werdet nicht unverständig, sondern versteht, was der Wille des Herrn ist. 18 Und sauft euch nicht voll Wein, woraus ein unordentliches Wesen folgt, sondern lasst euch vom Geist erfüllen. 19 Ermuntert einander mit Psalmen und Lobgesängen und geistlichen Liedern, singt und spielt dem Herrn in eurem Herzen 20 und sagt Dank Gott, dem Vater, allezeit für alles, im Namen unseres Herrn Jesus Christus. (Eph 5,15–20)Geliebte Gottes in Tailfingen,
Noch 7 Minuten und 32 Sekunden
Die Anzeige kommt überraschend, als ich die Amazon-Seite öffne. Blitzangebot. Nur noch 7 Minuten und 32 Sekunden. Jetzt nur noch 31 Sekunden. 30. 29. Der Countdown läuft. Nur jetzt gibt es diesen Artikel um ganze 12 Prozent reduziert. Nur in den nächsten 7 Minuten und... 23 Sekunden. Die Zeit läuft. Die Uhr tickt. Wer sparen will, muss schnell zuschlagen. Wer weiß, was das Produkt morgen kostet. Keine Zeit, groß zu überlegen, ob ich das überhaupt brauche. Auf die Seite gekommen bin ich ja eigentlich für etwas ganz anderes. 7 Minuten und 3 Sekunden. Keine Zeit, zu vergleichen, was das woanders kostet. Wer schnell sein will, muss jetzt klicken. 6 Minuten und 52 Sekunden. 51. 50. 49.
Ein Marketingtrick, ganz klar. Genau wie der Teppichhändler, der seit 7 Jahren auf seinen Total-Räumungsverkauf hinweist. Oder das Schild in der Tailfinger Stadtmitte: Döner heute bei mir 5 Euro. Heute. Nicht morgen. Nicht gestern. Nicht nächste Woche. Heute. Das Schild steht jeden Tag da.
Und doch fühle ich mich irgendwie unter Druck. 6 Minuten und 23 Sekunden.
Kauft die Zeit aus.
Was, wenn ich es verpasse? Was, wenn ich am Ende die Zeit nicht genutzt habe?
6 Minuten und 8 Sekunden.
Vor ein paar Jahren noch saßen wir vor Ebay und haben gespannt die Sekunden heruntergezählt, um im letzten Moment noch das entscheidende Gebot abzugeben. Später hatten wir dann Programme, die das automatisch erledigten: "Biet-o-Matic".
5 Minuten und 47 Sekunden.
Letzte Woche war, zu einer ganz unüblichen Jahreszeit, "Prime Day" bei Amazon. Ganz viele Sonderangebote. Natürlich alle befristet. 5 Minuten und 36 Sekunden. Und ganz viele Blitzangebote. 5 Minuten und 28 Sekunden. Gelohnt hat es sich diesmal wohl nicht so sehr wie sonst für die Plattform. Die Leute sind eher zurückhaltend mit dem Kauf von Produkten, die sie eigentlich gar nicht kaufen wollten. 5 Minuten und 14 Sekunden. Zu sehr sitzt die Inflation im Nacken. Und der kommende Winter. 5 Minuten und 9 Sekunden.
Kaufet die Zeit aus, denn die Tage sind böse.
Das würden wir im Moment vielleicht alle unterschreiben, lieber Paulus. Die Tage sind böse. Wer's nicht glaubt, muss nur die Nachrichten einschalten. Da hörst du Präsidenten über "Armaggedon" reden und über den Einsatz von taktischen Nuklearwaffen. Da hörst du von der neuesten Studie zum Klimawandel. Du hörst die neuesten Zahlen zu Inflation und Preissteigerung. Wie alles immer teuer wird. Das weißt du eigentlich schon von den letzten unschönen Überraschungen an der Supermarktkasse. Du hörst immer noch nichts genaues dazu, wie du im kommenden Winter deine Gasrechnung zahlen sollst. Dafür kannst du in der Zeitung genau nachlesen, was wohl alles passiert, falls in Deutschland zwei Wochen lang der Strom ausfällt. Kein schöner Artikel. 4 Minuten und 38 Sekunden.
Kaufet die Zeit aus, denn die Tage sind böse.
Ach, wie gerne hätte ich bessere Aussichten -- gerade heute, zur Taufe von Maurice und Maria. Aussichten voll Leben und Wärme und Freude. Das ist es doch, was wir uns wünschen für unsere Kinder, für ihre Zukunft (und für unsere auch). Die beiden haben doch noch das ganze Leben vor sich. Mit allen seinen Möglichkeiten. Mit all den Hoffnungen, die wir da auch hineinlegen. All dem Segen, den wir ihnen heute zusprechen. Alles, wofür wir heute beten.
Kaufet die Zeit aus, denn die Tage sind böse.
4 Minuten und 9 Sekunden.
Andere haben schon einen guten Teil ihrer Lebenszeit gelebt. Mit jedem Tag, mit jedem Atemzug, jedem Wimpernschlag tickt die Uhr etwas weiter. Je länger du lebst, desto mehr ändert sich die Perspektive. Desto klarer wird, dass das alles einmal ein Ende haben wird. "YOLO", sagen die Jungen ganz locker. "YOLO: You only live once". Man lebt nur einmal. Ganz locker sagen sie das, und gehen dann Bungee-jumpen, oder so was, weil man ja nur einmal lebt, und die Zeit nutzen muss. Die, die schon länger leben, sehen das nicht mehr alle so locker. Hat sich das alles gelohnt? War die Zeit weise investiert? Waren das die richtigen Entscheidungen? So manches würde ich heute anders machen, wenn ich noch einmal könnte...
3 Minuten und 58 Sekunden.
Kaufet die Zeit aus, denn die Tage sind böse.
Da geht's jetzt nicht mehr nur um einen Toaster, 12 Prozent reduziert, im Blitzangebot. Mit Brötchenaufsatz. Aus Edelstahl.
Da geht es um alles.
Kaufet die Zeit aus, denn die Tage sind böse.
3 Minuten und 52 Sekunden.
Manche würden am liebsten den Kopf in den Sand stecken. "Sauft euch nicht voll Wein", schreibt der Apostel. Dabei scheint es manchmal einfacher, alles zu vergessen. Die Sorgen zu ertränken. Den Druck zu dämpfen. Wenn die Tage böse sind.
3 Minuten und 43 Sekunden.
Kauft die Zeit aus.
Wie denn? Was lohnt sich denn? Was kann man den tun in bösen Tagen? Wo lohnt es sich zu investieren?
3 Minuten und 32 Sekunden. Kauftipps vom Apostel.
Lasst euch vom Geist erfüllen.
Ermuntert einander mit Psalmen und Lobgesängen und geistlichen Liedern.
Singt und spielt dem Herrn in eurem Herzen.
Sagt Gott allezeit Dank für alles.
3 Minuten und 18 Sekunden.
Äh, Moment mal. Singen? Das ist das, was dir als Lösung einfällt, Paulus? Psalmen und Lobgesänge und geistliche Lieder? Singt und spielt dem Herrn?
Für mich klingt das erstmal ein wenig nach dem Orchester auf dem Deck der sinkenden Titanic.
Kauftipps vom Apostel. Oder eine Playlist?
3 Minuten und 4 Sekunden.
Noch will das Alte unsre Herzen lähmen. Noch drückt uns böser Tage schwere Last. Ach, Herr, gib unsren aufgescheuchten Seelen das Heil, für das du uns geschaffen hast.
Von guten Mächten wunderbar geborgen erwarten wir getrost, was kommen mag. Gott ist bei uns am Abend und am Morgen und ganz gewiss an jedem neuen Tag. (Dietrich Bonhoeffer; EG 65,2)2 Minuten und 57 Sekunden.
Meine Zeit steht in deinen Händen. Nun kann ich ruhig sein, ruhig sein in dir. Du gibst Geborgenheit. Du kannst alles wenden. Gib mir ein festes Herz. Mach es fest in dir. (Peter Strauch; EG 680)2 Minuten und 31 Sekunden
Ich verlass dich nicht, verlass dich drauf. Hab dich fest in meiner Hand. (Tabea Hartmann; NL 161)2 Minuten und 12 Sekunden
Wer nur den lieben Gott läst walten und hoffet auf Ihn allezeit, der wird Ihn wunderlich erhalten in aller Not und Traurigkeit. Wer Gott dem Allerhöchsten traut, der hat auf keinen Sand gebaut. (Georg Neumark; EG 369,1)1 Minute und 54 Sekunden
Es sind böse Tage.
Und das sind Hoffnungslieder. Lieder die dem Ausdruck verleihen, was uns trägt in diesen Tagen. Lieder, die uns neu mit hineinnehmen in das, was diese bösen Tage für uns anders macht. Wir haben Hoffnung. Wir haben Zukunft. Wir haben Gottes Versprechen, immer bei uns zu sein. Wir haben Gottes "Ja" zu uns gehört. Wir sind in seiner Hand, aus der uns nichts und niemand reißen kann. Wir haben gute Nachricht (Evangelium, für die, die's Lateinisch wollen). Wir haben Christus. Und Christus hat uns.
1 Minute und 17 Sekunden.
Dein ewge Treu und Gnade, o Vater, weiß und sieht was gut ist oder schade dem sterblichen Geblüt; und was du dann erlesen, das treibst du, starker Held, und bringst zu Stand und Wesen, was deinem Rat gefällt. (Paul Gerhardt; EG 361,3)1 Minute und 2 Sekunden
Von Gott will ich nicht lassen, denn er lässt nicht von mir, führt mich durch alle Straßen, da ich sonst irrte sehr. Er reicht mir seine Hand, den Abend und den Morgen tut er mich wohl versorgen, wo ich auch sei im Land. (Ludwig Heimbold; EG 365,1)47 Sekunden.
Vielleicht müssen noch viel mehr singen. Singen von der Hoffnung. Laut unseren Glauben hinaussingen. Das macht uns selbst Mut. Das richtet auf. Das macht stark.
Miteinander singen. Das vergewissert mich, dass ich nicht allein bin -- Teil einer Gemeinschaft von Hoffenden, Glaubenden. Teil derer, die Gottes "Ja" gehört haben und sich darauf verlassen. Teil seiner Kirche, die er nie verlässt.
Leise singen. Zu Hause. Im Bus. Bei der Arbeit. Im Kopf oder leise summend.
Laut singen. Nicht nur unter der Dusche, sondern hörbar für andere. Damit die Hoffnung um sich greift. Damit andere Mut bekommen.
Ermutigt einander mit Psalmen und Lobgesängen und geistlichen Liedern.
38 Sekunden
Wenn ich ins Altenheim komme, selbst zu dementen Menschen, dann können wir miteinander singen. Lieder, die ein Leben lang gesungen wurden, haben sich tief eingeprägt. Sie bleiben, wenn vieles andere verblasst.
Singt die Lieder der Hoffnung. Singt, bis ihr sie auswendig kennt. Sie können euch tragen, euch die Hoffnung erhalten, wenn es ansonsten dunkel wird. Singt!
33 Sekunden
Was ist dein Lied?
Was singst du heute?
Was musst du heute hören?
Was singst du anderen zu?
27 Sekunden
Meinem Gott gehört die Welt, meinem Gott das Himmelszelt. Im gehört der Raum, die Zeit. Sein ist auch die Ewigkeit. (Arno Pötsch; EG 408,1)22 Sekunden
Und sein Eigen bin auch ich. Gottes Hände halten mich. Gleich dem Sternlein in der Bahn: Keins fällt je aus Gottes Plan. (Arno Pötsch; EG 408,2)16 Sekunden
Leb ich, Gott, bist du bei mir. Sterb ich, bleib ich auch bei dir; und im Leben und im Tod bin ich dein, du lieber Gott. (Arno Pötsch; EG 408,6)10 Sekunden. 9. 8.
Die Nacht ist vorgedrungen. Der Tag ist nicht mehr fern. So sei nun Lob gesungen dem hellen Morgenstern. Auch wer zur Nacht geweinet, der stimme froh mit ein. Der Morgenstern bescheinet auch deine Angst und Pein. (Jochen Klepper; EG 16,1)7. 6. 5.
So nimm denn meine Hände und führe mich bis an mein selig Ende und ewiglich. Ich mag allein nicht gehen, nicht einen Schritt. Wo du wirst gehn und stehen, da nimm mich mit. (Julie Hausmann; EG 376,1)3 Sekunden. 2 Sekunden.
Verleih uns Frieden gnädiglich, Herr, Gott, zu unsern Zeiten. Es ist doch ja kein anderer nicht, der für uns könnte streiten denn du, unser Gott, alleine. (Martin Luther; EG 421)1 Sekunde.
Und immer noch unendlich viel Hoffnung.
1 Sekunde.
Und immer noch in Gottes Hand.
1 Sekunde. Eigentlich ganz egal, wie viele Sekunden.
Ich weiß, was mich trägt. Ich weiß, wer mich hält. Ich habe Mut. Hoffnung. Zuversicht. Zukunft.
Gott hat "Ja" zu mir gesagt.
Und davon singe ich.
Fürchte dich nicht. Siehe, ich habe dich erlöst. Ich habe dich bei deinem Namen gerufen. Du bist mein. (Jesaja 43,1)
Und:
Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende. (Matthäus 28,20)
Amen.
By Christoph FischerGnade mit euch und Friede von Gott, dem Vater, und von Jesus Christus, unserem Herrn!
Aus dem Brief des Apostels Paulus an die Epheser, aus dem 5. Kapitel:
15 So seht nun sorgfältig darauf, wie ihr euer Leben führt, nicht als Unweise, sondern als Weise, 16 und kauft die Zeit aus, denn die Tage sind böse. 17 Darum werdet nicht unverständig, sondern versteht, was der Wille des Herrn ist. 18 Und sauft euch nicht voll Wein, woraus ein unordentliches Wesen folgt, sondern lasst euch vom Geist erfüllen. 19 Ermuntert einander mit Psalmen und Lobgesängen und geistlichen Liedern, singt und spielt dem Herrn in eurem Herzen 20 und sagt Dank Gott, dem Vater, allezeit für alles, im Namen unseres Herrn Jesus Christus. (Eph 5,15–20)Geliebte Gottes in Tailfingen,
Noch 7 Minuten und 32 Sekunden
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Ein Marketingtrick, ganz klar. Genau wie der Teppichhändler, der seit 7 Jahren auf seinen Total-Räumungsverkauf hinweist. Oder das Schild in der Tailfinger Stadtmitte: Döner heute bei mir 5 Euro. Heute. Nicht morgen. Nicht gestern. Nicht nächste Woche. Heute. Das Schild steht jeden Tag da.
Und doch fühle ich mich irgendwie unter Druck. 6 Minuten und 23 Sekunden.
Kauft die Zeit aus.
Was, wenn ich es verpasse? Was, wenn ich am Ende die Zeit nicht genutzt habe?
6 Minuten und 8 Sekunden.
Vor ein paar Jahren noch saßen wir vor Ebay und haben gespannt die Sekunden heruntergezählt, um im letzten Moment noch das entscheidende Gebot abzugeben. Später hatten wir dann Programme, die das automatisch erledigten: "Biet-o-Matic".
5 Minuten und 47 Sekunden.
Letzte Woche war, zu einer ganz unüblichen Jahreszeit, "Prime Day" bei Amazon. Ganz viele Sonderangebote. Natürlich alle befristet. 5 Minuten und 36 Sekunden. Und ganz viele Blitzangebote. 5 Minuten und 28 Sekunden. Gelohnt hat es sich diesmal wohl nicht so sehr wie sonst für die Plattform. Die Leute sind eher zurückhaltend mit dem Kauf von Produkten, die sie eigentlich gar nicht kaufen wollten. 5 Minuten und 14 Sekunden. Zu sehr sitzt die Inflation im Nacken. Und der kommende Winter. 5 Minuten und 9 Sekunden.
Kaufet die Zeit aus, denn die Tage sind böse.
Das würden wir im Moment vielleicht alle unterschreiben, lieber Paulus. Die Tage sind böse. Wer's nicht glaubt, muss nur die Nachrichten einschalten. Da hörst du Präsidenten über "Armaggedon" reden und über den Einsatz von taktischen Nuklearwaffen. Da hörst du von der neuesten Studie zum Klimawandel. Du hörst die neuesten Zahlen zu Inflation und Preissteigerung. Wie alles immer teuer wird. Das weißt du eigentlich schon von den letzten unschönen Überraschungen an der Supermarktkasse. Du hörst immer noch nichts genaues dazu, wie du im kommenden Winter deine Gasrechnung zahlen sollst. Dafür kannst du in der Zeitung genau nachlesen, was wohl alles passiert, falls in Deutschland zwei Wochen lang der Strom ausfällt. Kein schöner Artikel. 4 Minuten und 38 Sekunden.
Kaufet die Zeit aus, denn die Tage sind böse.
Ach, wie gerne hätte ich bessere Aussichten -- gerade heute, zur Taufe von Maurice und Maria. Aussichten voll Leben und Wärme und Freude. Das ist es doch, was wir uns wünschen für unsere Kinder, für ihre Zukunft (und für unsere auch). Die beiden haben doch noch das ganze Leben vor sich. Mit allen seinen Möglichkeiten. Mit all den Hoffnungen, die wir da auch hineinlegen. All dem Segen, den wir ihnen heute zusprechen. Alles, wofür wir heute beten.
Kaufet die Zeit aus, denn die Tage sind böse.
4 Minuten und 9 Sekunden.
Andere haben schon einen guten Teil ihrer Lebenszeit gelebt. Mit jedem Tag, mit jedem Atemzug, jedem Wimpernschlag tickt die Uhr etwas weiter. Je länger du lebst, desto mehr ändert sich die Perspektive. Desto klarer wird, dass das alles einmal ein Ende haben wird. "YOLO", sagen die Jungen ganz locker. "YOLO: You only live once". Man lebt nur einmal. Ganz locker sagen sie das, und gehen dann Bungee-jumpen, oder so was, weil man ja nur einmal lebt, und die Zeit nutzen muss. Die, die schon länger leben, sehen das nicht mehr alle so locker. Hat sich das alles gelohnt? War die Zeit weise investiert? Waren das die richtigen Entscheidungen? So manches würde ich heute anders machen, wenn ich noch einmal könnte...
3 Minuten und 58 Sekunden.
Kaufet die Zeit aus, denn die Tage sind böse.
Da geht's jetzt nicht mehr nur um einen Toaster, 12 Prozent reduziert, im Blitzangebot. Mit Brötchenaufsatz. Aus Edelstahl.
Da geht es um alles.
Kaufet die Zeit aus, denn die Tage sind böse.
3 Minuten und 52 Sekunden.
Manche würden am liebsten den Kopf in den Sand stecken. "Sauft euch nicht voll Wein", schreibt der Apostel. Dabei scheint es manchmal einfacher, alles zu vergessen. Die Sorgen zu ertränken. Den Druck zu dämpfen. Wenn die Tage böse sind.
3 Minuten und 43 Sekunden.
Kauft die Zeit aus.
Wie denn? Was lohnt sich denn? Was kann man den tun in bösen Tagen? Wo lohnt es sich zu investieren?
3 Minuten und 32 Sekunden. Kauftipps vom Apostel.
Lasst euch vom Geist erfüllen.
Ermuntert einander mit Psalmen und Lobgesängen und geistlichen Liedern.
Singt und spielt dem Herrn in eurem Herzen.
Sagt Gott allezeit Dank für alles.
3 Minuten und 18 Sekunden.
Äh, Moment mal. Singen? Das ist das, was dir als Lösung einfällt, Paulus? Psalmen und Lobgesänge und geistliche Lieder? Singt und spielt dem Herrn?
Für mich klingt das erstmal ein wenig nach dem Orchester auf dem Deck der sinkenden Titanic.
Kauftipps vom Apostel. Oder eine Playlist?
3 Minuten und 4 Sekunden.
Noch will das Alte unsre Herzen lähmen. Noch drückt uns böser Tage schwere Last. Ach, Herr, gib unsren aufgescheuchten Seelen das Heil, für das du uns geschaffen hast.
Von guten Mächten wunderbar geborgen erwarten wir getrost, was kommen mag. Gott ist bei uns am Abend und am Morgen und ganz gewiss an jedem neuen Tag. (Dietrich Bonhoeffer; EG 65,2)2 Minuten und 57 Sekunden.
Meine Zeit steht in deinen Händen. Nun kann ich ruhig sein, ruhig sein in dir. Du gibst Geborgenheit. Du kannst alles wenden. Gib mir ein festes Herz. Mach es fest in dir. (Peter Strauch; EG 680)2 Minuten und 31 Sekunden
Ich verlass dich nicht, verlass dich drauf. Hab dich fest in meiner Hand. (Tabea Hartmann; NL 161)2 Minuten und 12 Sekunden
Wer nur den lieben Gott läst walten und hoffet auf Ihn allezeit, der wird Ihn wunderlich erhalten in aller Not und Traurigkeit. Wer Gott dem Allerhöchsten traut, der hat auf keinen Sand gebaut. (Georg Neumark; EG 369,1)1 Minute und 54 Sekunden
Es sind böse Tage.
Und das sind Hoffnungslieder. Lieder die dem Ausdruck verleihen, was uns trägt in diesen Tagen. Lieder, die uns neu mit hineinnehmen in das, was diese bösen Tage für uns anders macht. Wir haben Hoffnung. Wir haben Zukunft. Wir haben Gottes Versprechen, immer bei uns zu sein. Wir haben Gottes "Ja" zu uns gehört. Wir sind in seiner Hand, aus der uns nichts und niemand reißen kann. Wir haben gute Nachricht (Evangelium, für die, die's Lateinisch wollen). Wir haben Christus. Und Christus hat uns.
1 Minute und 17 Sekunden.
Dein ewge Treu und Gnade, o Vater, weiß und sieht was gut ist oder schade dem sterblichen Geblüt; und was du dann erlesen, das treibst du, starker Held, und bringst zu Stand und Wesen, was deinem Rat gefällt. (Paul Gerhardt; EG 361,3)1 Minute und 2 Sekunden
Von Gott will ich nicht lassen, denn er lässt nicht von mir, führt mich durch alle Straßen, da ich sonst irrte sehr. Er reicht mir seine Hand, den Abend und den Morgen tut er mich wohl versorgen, wo ich auch sei im Land. (Ludwig Heimbold; EG 365,1)47 Sekunden.
Vielleicht müssen noch viel mehr singen. Singen von der Hoffnung. Laut unseren Glauben hinaussingen. Das macht uns selbst Mut. Das richtet auf. Das macht stark.
Miteinander singen. Das vergewissert mich, dass ich nicht allein bin -- Teil einer Gemeinschaft von Hoffenden, Glaubenden. Teil derer, die Gottes "Ja" gehört haben und sich darauf verlassen. Teil seiner Kirche, die er nie verlässt.
Leise singen. Zu Hause. Im Bus. Bei der Arbeit. Im Kopf oder leise summend.
Laut singen. Nicht nur unter der Dusche, sondern hörbar für andere. Damit die Hoffnung um sich greift. Damit andere Mut bekommen.
Ermutigt einander mit Psalmen und Lobgesängen und geistlichen Liedern.
38 Sekunden
Wenn ich ins Altenheim komme, selbst zu dementen Menschen, dann können wir miteinander singen. Lieder, die ein Leben lang gesungen wurden, haben sich tief eingeprägt. Sie bleiben, wenn vieles andere verblasst.
Singt die Lieder der Hoffnung. Singt, bis ihr sie auswendig kennt. Sie können euch tragen, euch die Hoffnung erhalten, wenn es ansonsten dunkel wird. Singt!
33 Sekunden
Was ist dein Lied?
Was singst du heute?
Was musst du heute hören?
Was singst du anderen zu?
27 Sekunden
Meinem Gott gehört die Welt, meinem Gott das Himmelszelt. Im gehört der Raum, die Zeit. Sein ist auch die Ewigkeit. (Arno Pötsch; EG 408,1)22 Sekunden
Und sein Eigen bin auch ich. Gottes Hände halten mich. Gleich dem Sternlein in der Bahn: Keins fällt je aus Gottes Plan. (Arno Pötsch; EG 408,2)16 Sekunden
Leb ich, Gott, bist du bei mir. Sterb ich, bleib ich auch bei dir; und im Leben und im Tod bin ich dein, du lieber Gott. (Arno Pötsch; EG 408,6)10 Sekunden. 9. 8.
Die Nacht ist vorgedrungen. Der Tag ist nicht mehr fern. So sei nun Lob gesungen dem hellen Morgenstern. Auch wer zur Nacht geweinet, der stimme froh mit ein. Der Morgenstern bescheinet auch deine Angst und Pein. (Jochen Klepper; EG 16,1)7. 6. 5.
So nimm denn meine Hände und führe mich bis an mein selig Ende und ewiglich. Ich mag allein nicht gehen, nicht einen Schritt. Wo du wirst gehn und stehen, da nimm mich mit. (Julie Hausmann; EG 376,1)3 Sekunden. 2 Sekunden.
Verleih uns Frieden gnädiglich, Herr, Gott, zu unsern Zeiten. Es ist doch ja kein anderer nicht, der für uns könnte streiten denn du, unser Gott, alleine. (Martin Luther; EG 421)1 Sekunde.
Und immer noch unendlich viel Hoffnung.
1 Sekunde.
Und immer noch in Gottes Hand.
1 Sekunde. Eigentlich ganz egal, wie viele Sekunden.
Ich weiß, was mich trägt. Ich weiß, wer mich hält. Ich habe Mut. Hoffnung. Zuversicht. Zukunft.
Gott hat "Ja" zu mir gesagt.
Und davon singe ich.
Fürchte dich nicht. Siehe, ich habe dich erlöst. Ich habe dich bei deinem Namen gerufen. Du bist mein. (Jesaja 43,1)
Und:
Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende. (Matthäus 28,20)
Amen.

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