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Tim Dornbusch ist Director Corporate Treasury bei der KION Group und verantwortet dort zentrale Finanzierungsplattformen mit einem Volumen von über vier Milliarden Euro. Seine Erfahrung stammt aus beiden Welten – der Bank- und der Unternehmensseite – mit Stationen bei der Deutschen Anlagen-Leasing, der LBBW und der Targobank. Genau diese Doppelperspektive macht das Gespräch so wertvoll: Tim erklärt, was Treasury in einem Industriekonzern wirklich leistet und wie es sich vom klassischen Banken-Treasury unterscheidet.
Im Gespräch mit Julian Molitor zeichnet er nach, wie modernes Treasury vom reinen Liquiditätsmanagement zur strategischen Finanzierungsarchitektur wird. Weil die KION Group neben dem Verkauf von Staplern und Automatisierungslösungen ein großes Leasinggeschäft betreibt, entsteht ab Tag eins ein erheblicher Refinanzierungsbedarf – und damit ein besonderer Blick auf das Thema Asset-Based Finance. Tim erklärt anschaulich die zwei Grundformen der Refinanzierung, den Unterschied zwischen Forfaitierung und Verbriefung und warum die Verbriefung für KION das wichtigste Refinanzierungstool im Leasingbereich ist – weil sie eine sehr kompetitive Finanzierung losgelöst vom eigenen Unternehmensrating ermöglicht.
Ein zweiter roter Faden ist die Rolle von Daten und Systemen. Ohne mindestens fünf Jahre Historie zu Ausfällen, Delinquenzen und Recovery lässt sich keine strukturierte Finanzierung aufsetzen; und ohne ein sauberes Kernsystem lässt sich der monatliche Auswahlprozess für Verbriefungen mit seinen Konzentrationslimiten nicht abbilden. Tim erklärt offen, warum er Excel schätzt – und wo es im Treasury unweigerlich an Grenzen stößt.
Dr. Lars Reinkemeyer ist Chief Evangelist bei Celonis – einem der führenden Unternehmen im Bereich Process Mining und Process Intelligence weltweit. Mehr als 13 Jahre war er bei Siemens tätig, fünf davon als Head of Global Process Mining, wo er mit seinem Team über 500 Kernprozesse in mehr als 170 Ländern und 60 SAP-Systemen mit Celonis durchleuchtete und transformierte. Seit 2021 treibt er bei Celonis die Weiterentwicklung von reinem Process Mining hin zu echter Process Intelligence voran – einem Ansatz, bei dem KI nicht mehr nur Prozesse sichtbar macht, sondern sie aktiv verbessert und perspektivisch auch autonom ausführt.
Im Gespräch mit Julian Molitor, dem Gründer von Novemcore, zeichnet er die Evolution von Process Mining nach: vom digitalen Zwilling der Geschäftsprozesse über intelligente Handlungsempfehlungen bis hin zu autonomen KI-Agenten, die Bestellungen freigeben, Doppelzahlungen einfordern oder Lieferverzögerungen proaktiv kommunizieren. Dabei erklärt er, warum er selbst seine ersten zwei Jahre bei Siemens mit schönen Prozessbildern „verschwendet" hat – und was er daraus für die Praxis gelernt hat: Technologie entfaltet keine Wirkung, wenn der Veränderungswille auf der menschlichen Seite fehlt.
Außerdem zeigt er, warum die meisten KI-Projekte in Unternehmen scheitern: nicht an der Technologie, sondern am fehlenden Unternehmenskontext. Eine KI, die nicht versteht, wie Bestellungen, Lieferketten und Kundentermine zusammenhängen, kann keine zuverlässigen Entscheidungen treffen. Das Process Context Model von Celonis – entwickelt in 15 Jahren gemeinsam mit Kunden wie Siemens, BMW, Bayer und IKEA – ist der Versuch, genau diese Lücke zu schließen.
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Peter Jansenberger ist Mitgründer und Geschäftsführer der Hohnhaus & Jansenberger Gruppe – einer Beteiligungsgesellschaft mit Fokus auf den kleineren Mittelstand. Mit einem sechsköpfigen Team und 30 Millionen Euro Fondsvolumen übernimmt er mehrheitlich Unternehmen zwischen 10 und 50 Millionen Euro Umsatz, bevorzugt im produzierenden Gewerbe. Was ihn von klassischen Private-Equity-Häusern unterscheidet, ist dabei mehr als ein Stilmerkmal: Jansenberger und seine Kollegen sind selbst der zweitgrößte Investor im eigenen Fonds, gehen operativ in die Unternehmen – als Geschäftsführer, nicht als Kapitalgeber aus der Distanz – und fahren bewusst konservative Kapitalstrukturen.
Im Gespräch mit Julian Molitor erklärt er, wie er vor einer Übernahme beurteilt, ob ein Unternehmen wirklich steuerbar ist: Wann hinterlässt der Abgang eines Inhabers eine Lücke, die nicht zu füllen ist – und wann setzt ein Eigentümerwechsel im Gegenteil Energie und Potenzial frei, das vorher keine Chance hatte? Außerdem spricht er offen über die Überraschungen, die auch nach 25 Jahren Beteiligungserfahrung nach jeder Übernahme warten: von der Fehleinschätzung von Führungskräften bis hin zu Produktkalkulationen, die seit 15 Jahren nicht mehr aktualisiert wurden – und dazu geführt haben, dass ein Unternehmen unwissentlich mit seinen vermeintlich besten Produkten Verlust gemacht hat.
Ergänzend gibt Jansenberger konkrete Einblicke, wie Digitalisierung und KI-Einsatz in Old-Economy-Betrieben gelingen – ohne Aktionismus, Schritt für Schritt – und warum eine Managementbeteiligung zwar Unternehmertum fördern, aber nie erzeugen kann.
Warum die Folge hörenswert ist: Jansenberger liefert keine Theorie, sondern 25 Jahre Praxiserfahrung – ohne Schönfärberei. Wer verstehen möchte, wie nachhaltige Unternehmensübernahmen im kleineren Mittelstand wirklich funktionieren, welche Datenlücken und Führungsrisiken dabei regelmäßig auftauchen, und wie Digitalisierung und KI in Old-Economy-Betrieben pragmatisch umgesetzt werden, bekommt in dieser Episode konkrete Antworten.
Vertiefende Inhalte von Novemcore:
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In Folge #14 von „Finance & Data" spricht Julian Molitor von Novemcore mit Kai Hesselmann, Co-Founder und Managing Partner von DealCircle, über die digitale Neuvermessung des deutschsprachigen M&A-Marktes. DealCircle vermarktet inzwischen jährlich rund 2.500 bis 3.000 Unternehmensverkäufe und betreibt eine Datenbank mit rund fünf Millionen Käuferprofilen — eine Infrastruktur, die das strukturelle Kernproblem des deutschen Mittelstands adressiert: einen extrem fragmentierten Beratungsmarkt, in dem fehlender Branchenfokus die Identifikation passender Käufer immer wieder zur Recherche bei Null macht.
Im Gespräch wird sehr konkret, wie KI heute wirklich entlang der M&A-Wertschöpfungskette zum Einsatz kommt — von semantischer Suche statt klassischer Filter über einen Claude-basierten Prozess für die Erstellung von Longlists bis hin zu einer KI-Klassifizierung tausender ein- und ausgehender Käufer-E-Mails pro Tag. Hesselmann beschreibt, wie sein eigener Classifier, an dem ein Jahr gearbeitet wurde, mit dem Release von ChatGPT 3.5 quasi über Nacht obsolet wurde — und wie sich daraus eine grundsätzliche neue Bauweise für interne Tools ergeben hat.
Dazu kommen organisatorische Lehren: Wie verankert man KI in einer Mannschaft von gut 60 Mitarbeitenden, ohne dass sie im Tech-Silo hängenbleibt? Welche Rolle spielt ein AI-Ambassador-Team, was leisten zwei Vollzeit-Process-Automation-Manager — und welcher persönliche Trade-off entsteht, wenn man parallel zum Call bereits Claude die nächste Aufgabe übernehmen lässt?
Weitere Themen der Folge:
Warum die Folge hörenswert ist: Wer wissen will, wie KI im deutschsprachigen M&A-Markt heute tatsächlich operativ eingesetzt wird — abseits von Buzzwords und Pitch-Decks —, bekommt in dieser Folge konkrete Tools, klare Zahlen und ehrliche Reflexion. Kai Hesselmann ordnet pointiert ein, was heute schon funktioniert, wo Haftungs- und Marktlogik die Geschwindigkeit bremsen und welche Geschäftsmodelle in zwei bis drei Jahren unter massivem Veränderungsdruck stehen werden — inklusive seines eigenen.
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In dieser Folge von Finance & Data spricht Julian Molitor von Novemcore mit Fabian Jeckel, Principal Solution Consultant bei Workday, darüber, woran echte Finanztransformation zu erkennen ist und warum viele Programme trotz klarer Ziele in der Umsetzung scheitern. Im Fokus stehen der notwendige Nordstern für Transformationsvorhaben, die Grenzen von Software als vermeintlichem Allheilmittel, die häufig überschätzte Wirkung von Forecasting sowie die Bedeutung von operativer Verankerung, Business Partnering und kaufmännischem Mindset in der Organisation. Zudem geht es um die Frage, welche Rolle KI, Autonomie und Agentensysteme künftig in Finance-Teams spielen werden und warum Unternehmen sich schon heute mit der Organisation der Zukunft beschäftigen sollten.
In dieser Folge von Finance & Data spricht Julian Molitor – Gründer von Novemcore – mit Dr. Oliver Friedrich, CFO / Financial Director innerhalb der Entirely-Gruppe, über die moderne CFO-Rolle in einem digitalen B2B-SaaS-Umfeld – zwischen Business Partnering, KPI-basierter Steuerung, Systemharmonisierung und dem gezielten Einsatz von Automatisierung und KI.
Oliver verantwortet mehrere Brands innerhalb eines wachstumsorientierten Marketing-Tech-Ökosystems und gibt einen praxisnahen Einblick, wie sich die Finanzfunktion in digitalen Unternehmen verändert: weg vom reinen Reporting, hin zu aktiver Entscheidungsunterstützung, funktionsübergreifender Steuerung und Transformationstreiber. Im Gespräch beschreibt er, wie Finance in einem SaaS-Kontext mit Vertrieb, Marketing und Operations zusammenarbeitet, warum einheitliche Daten- und Systemlandschaften so entscheidend sind und wie KI bereits heute erste Finance-Prozesse spürbar verändert.
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In dieser Folge von Finance & Data spricht Julian Molitor – Gründer von Novemcore – mit Dr. Jürgen Schulte, Berater für IT & Organisation im Bankensektor und langjähriger Ex-Bereichsleiter Governance & Organisation der NRW.BANK, über die Frage, wie Banken Prozesseffizienz und -qualität steigern können.
Im Mittelpunkt stehen Prozesseffizienz, Governance, Datenqualität und Kultur: Warum fehlerfreie Prozesse noch lange nicht effizient sind, weshalb Regulatorik häufig als Ausrede dient – und wie Banken mit klarer Priorisierung, messbaren Quick Wins und faktenbasierter Steuerung echte Wirkung erzielen.
Dr. Schulte bringt über 20 Jahre Führungserfahrung im Bankenumfeld ein und zeigt praxisnah, warum Effizienz und Qualität kein Widerspruch sind, sondern sich gegenseitig bedingen – wenn Prozesse, Daten und Organisation sauber zusammenspielen.
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In dieser Folge von Finance & Data spricht Julian Molitor – Gründer von Novemcore – mit Yves Bruchner, Gründer der SFS Gruppe, über die Frage, wie Unternehmen skalierbare Finance-Organisationen, robuste Prozesse und eine leistungsfähige Kultur gleichzeitig aufbauen können.
Als langjähriger Finanzleiter, BPO-Experte und Organisationsentwickler vereint Yves Bruchner Expertise aus Accounting, Controlling, Payroll, Digitalisierung und Kulturtransformation – und zeigt, warum echte Veränderung nur gelingt, wenn Prozesse, Systeme und Menschen gemeinsam weiterentwickelt werden.
Sein Ansatz verbindet Target Operating Models, klare E2E-Prozessverantwortung, Ownership, psychologische Sicherheit und datenbasierte Skalierbarkeit. Offen und praxisnah erklärt er, wie Mittelständler und Konzerne Finance-Funktionen so ausrichten, dass sie Effizienz, Transparenz und Wertbeitrag messbar steigern.
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In dieser Folge von Finance & Data spricht Julian Molitor – Gründer von Novemcore – mit Viktor Mendel, Gründer und Geschäftsführer von Viktor Mendel Consulting, über die zentrale Frage, wie Finanzorganisationen zu echten Businesspartnern, Innovationstreibern und Strategiebegleitern werden.
Viele Unternehmen modernisieren ihre Systeme, optimieren Prozesse oder bauen BI-Dashboards auf – doch der entscheidende Hebel liegt oft woanders: in der Organisation und im Menschen. Genau hier setzt Viktor Mendel an. Mit seinem Ansatz eines rollenbasierten Operating Models, das Prozesse, Systeme, Daten, Kultur und Kompetenzen gemeinsam weiterentwickelt, zeigt er, wie CFOs ihre Bereiche vom klassischen Reporting hin zu einer aktiven Steuerungs- und Transformationsfunktion führen können.
Besonders spannend: Warum reine Effizienzprogramme nicht mehr ausreichen – und weshalb Finanzbereiche sich heute neu erfinden, nicht nur „besser organisieren“ müssen.
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In dieser Folge von Finance & Data spricht Julian Molitor – Gründer von Novemcore – mit Britta Zinn, Director Finance & Controlling der Huliot Group (HPG Plastics), über die CFO-Roadmap im Mittelstand: internationale Reporting-Standards, digitale Kernsysteme und die Frage, wie man Transformation im laufenden Betrieb pragmatisch und wirksam umsetzt.
Frau Zinn bringt die Konzernbrille in den Mittelstand und zeigt, wie aus Papierprozessen belastbare, revisionssichere Abläufe werden – inkl. IFRS-Einführung, Short-Close-Fähigkeit, BI-Anbindung und ERP-Modernisierung. Ihr Credo: Standard vor Über-Customizing, klare Verantwortlichkeiten, Governance und konsequente Kommunikation mit der Belegschaft.
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