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Flausen, Fels, Familienmensch


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Simon Gietl & das Geschenk des Kletterns

Wenn Simon Gietl über Berge spricht, klingt das nicht nach Heldengeschichte. Eher nach Hingabe und handwerklichem Geschick. Und nach einem, der genau weiß, wann es reicht. Der 41-Jährige aus Südtirol gehört zu den stärksten Alpinkletterern seiner Generation. Erst spät entdeckt er das Klettern – mit 18, ausgelöst durch eine zufällige Begegnung auf der Straße. Ein Gespräch über die Große Zinne in den Dolomiten genügt, um etwas in Bewegung zu setzen. Kurz darauf hängen Simon und sein Bruder im Fels. "Ohne große Erfahrung, aber mit Neugier und zahlreichen Fehlern, die man lieber nicht nachmachen sollte."

Aufgewachsen ist Gietl in einem kleinen Bergdorf. Viel Freiheit, viel draußen sein. Eine Kindheit, die ihn geprägt hat. Die Schule hingegen ist kein Zuckerschlecken. Zu eng, zu starr. Zu wenig Vertrauen. Nur im Sport, da wissen seine Schulkameraden, dass "ich immer alles gebe." Das ist bis heute so. Kletterer Gietl steht für einen Stil, der sich auf das Wesentliche konzentriert. Keine Bohrhaken und möglichst wenig Eingriff in die Natur, kein unnötiges Material. „Der Mensch soll sich an die Natur anpassen“, sagt er. Lieber scheitern als erzwingen.

Egal, ob in den Dolomiten, in Patagonien, im Himalaya in den USA. Entscheidend ist nicht der Gipfel, sondern der Weg dorthin. Das WIE. Und der Moment selbst. Genuss statt Gipfeljagd. Daheim im Ahrntal wartet eine andere Wirklichkeit. Familie, Alltag, Abstand zum Berg. Und manchmal ein Stück "Äpfelstrudel von meiner Mutter. Der beste, den ich kenne“, sagt Gietl. Ein Ritual nach langen Reisen in ferne Gebiete. "Dann weiß ich, dass ich wieder daheim bin. Und zwar heil!"

Simon Gietl

Salewa
Südtirol
Ahrntal
Basecamp

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eventoplena -  Berge - Wasser - GeschichtenBy Jörg Wunram