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Ein Vortrag von Sabine Hess im Rahmen der Jour Fixe-Reihe „Kritische Gesellschaftsforschung“ vom 13. Mai 2026.
Die neue Folge des mosaik Podcast schärft – und erweitert – den Blick auf Europas Grenzregime. Grundlage ist der Vortrag „Grenzregime und autoritäre Transformation“ von Sabine Hess. Sie arbeitet als Professorin am Institut für Kulturanthropologie und europäische Ethnologie der Universität Göttingen. Im Rahmen der Jour-Fixe-Reihe „Kritische Gesellschaftsforschung“ hat sie über das Thema „Grenzregime und autoritäre Transformation“ gesprochen.
Ausgangspunkt ihrer Überlegungen bildet ihre mittlerweile jahrzehntelange Forschungsarbeit. Diese ist in den vergangenen Jahren mit Aufenthalten entlang der polnischen Grenze verbunden gewesen. Hier zeigt sich ein scharfes Doppelbild. Auf der einen Seite die staatliche Willkommenskultur gegenüber ukrainischen Kriegsflüchtenden. Auf der anderen Seite ein militarisiertes Abschreckungsregime an der belarusisch-polnischen Grenze. Dieses versucht Bewegung aus dem Globalen Süden und Osten systematisch zu unterbinden.
In ihrer Analyse bleibt Sabine Hess nicht bei der Außenperspektive stehen. Sie argumentiert: Wer Europa verstehen will, muss die „Internalisierung der Grenze“ mitdenken. Dies schließt innergesellschaftliche Effekte und Wechselwirkungen von Grenzpolitik mit ein. Hochgerüstete Grenzen, gemessen an ihren eigenen Zielen der Migrationsabwehr, erweisen sich als ineffektiv. Ihre Funktion ist damit jedoch nicht erschöpfend beschrieben. Vielmehr muss die Grenze als rassifizierende Infrastruktur und als Katalysator nationalautoritärer, rechtspopulistischer Transformationen neu in den Blick genommen werden.
Foto: Privat
Der Beitrag Grenzregime und autoritäre Transformation erschien zuerst auf mosaik.
Vergangene Woche fand der erste No Border Summit in Wien statt. Dieser stellte sich der Vienna Migration Conference entgegen, die bereits zum zehnten Mal vom „International Centre for Migration Policy Development“ (ICMPD) ausgerichtet wurde. Das ICMPD ist ein Wiener Think-Tank mit Vorsitz von ÖVP-Politiker Michael Spindelegger, der europäische Grenzpolitik maßgeblich mitbestimmt.
Auf einer Podiumsdiskussion mit dem Titel: „Abolish ICMPD: Resisting EU Border Externalisation“ berichteten Journalist*innen und Aktivist*innen von den Verflechtungen der europäischen Grenzregimes und ihrem Kampf dagegen. Einen Schwerpunkt dabei bildete das Verhältnis von Aktivismus in EU-Mitgliedsstaaten und in jenen Ländern, die vom Grenzregime der Europäischen Union betroffen sind. Die ganze Podiumsdiskussion könnt ihr in dieser mosaik-Podcast-Folge nachhören, lediglich der Frage- und Antwort-Teil bleibt für die Privatsphäre der Anwesenden vertraulich.
Ein grundlegende Analyse zum ICMPD und ein Interview mit Nidžara Ahmetašević, die auch gleich auf dem Podium zu hören ist, findet ihr ebenfalls bereits auf mosaik.
Foto: Gred Bulla
Der Beitrag Podiumsdiskussion: Resisting EU Border Externalisation erschien zuerst auf mosaik.
Ein Mitschnitt der digitalen Jour fixe-Reihe der Assoziation für kritische Gesellschaftsforschung (AkG) vom 12. Februar 2025.
Externalisierung stellt ein zentrales strukturelles Merkmal kapitalistischer Gesellschaften dar. Die negativen Folgen eines kapitalistischen Gesellschafts- und Wirtschaftssystems werden auf andere Länder und zukünftige Generationen abgewälzt. Wie reagieren Gesellschaften, die auf Externalisierung basieren, wenn Menschen aus diesen externalisierten Gesellschaften in das Innere der Externalisierungsländer vordringen, beispielsweise im Kontext von Fluchtmigration?
Mit dieser Frage und diesem Thema beschäftigt sich die heutige Folge des mosaik Podcast, in der ihr einen Beitrag von Judith Vey hört. Am Beispiel des Unterbringungs-, Versorgungs- und Betreuungsystems für Geflüchtete in Deutschland legt sie dar, dass ein zentrales Element der Externalisierung darin besteht, Menschen, die in den Globalen Norden fliehen, in Exklaven innerhalb dieser Gesellschaften erneut zu externalisieren. Unterkünfte für Geflüchtete können als entsprechende Exklaven betrachtet werden, da sie Räume darstellen, die außerhalb dieser Gesellschaften liegen. Dies betrifft sowohl Bereiche der Unterbringung, der Versorgung und der Betreuung als auch den Zugang zum Arbeitsmarkt sowie Möglichkeiten gesellschaftlicher Partizipation.
Judith Vey ist Soziologin, arbeitet derzeit an der Universität Bremen und beschäftigt sich in ihrer Arbeit mit Migration, sozialen Bewegungen und Fragen der Selbstorganisierung. Im Rahmen der online jour fixe Reihe der AkG hat sie über Thema „Exklaven in der Externalisierungsgesellschaft. Unterbringung, Versorgung und Betreuung von Geflüchteten in Deutschland“ gesprochen und Einblicke in ihre Forschung gegeben, die ihr jetzt hört.
Foto: Karin Kim auf Unsplash
Der Beitrag Exklaven in der Externalisierungsgesellschaft: Unterbringung, Versorgung und Betreuung von Geflüchteten erschien zuerst auf mosaik.
Ein Mitschnitt der digitalen Jour fixe-Reihe der Assoziation für kritische Gesellschaftsforschung (AkG) vom 11. Dezember 2024.
Seit rund vier Jahrzehnten schottet sich die EU gegenüber Flucht und Migration mit wachsender Härte ab. Eine Unterbrechung stellte nur der „kurze Sommer der Migration“ im Jahr 2015 dar. Getrieben vom Aufschwung rechts-autoritärer Kräfte unterstützen mittlerweile auch Parteien der „Mitte“ eine Migrationspolitik weit jenseits grund- und menschenrechtlicher Standards. Ein dystopischer Festungskapitalismus zeichnet sich ab, geprägt durch Grenzzäune, Lager und Massenabschiebungen. Gleichzeitig sind immer noch viele Menschen empört über Pläne zur „Remigration“. Sie sind geschockt über die jährlich tausenden Toten an den europäischen Grenzen und zornig angesichts der moralischen Kälte, mit der die EU ihre Migrationskontrollen an Diktaturen und Milizen delegiert. Und immer noch wissen und kritisieren viele Menschen im Globalen Norden, dass an den hochgerüsteten Grenzen ihre eigene, privilegierte Lebensweise gegen jene verteidigt wird, die in der Geburtsort-Lotterie weniger Glück hatten als sie selbst.
Vor diesem ambivalenten Hintergrund diskutiert Fabian Georgi die Idee globaler Bewegungsfreiheit als emanzipatorisches Projekt und als Kernbestandteil sozial-ökologischer Transformation. Ausgehend von der Rolle von Grenzen im Kapitalismus und einer materialistischen Ethik der Migration setzt er sich mit Problemen und Herausforderungen der konkreten Utopie offener Grenzen auseinander: Was sind die Bedingungen und Konsequenzen einer Politik der Bewegungsfreiheit? Was wären Umsetzungsschritte und Ansatzpunkte für praktisches Handeln?
In der heutigen Folge des mosaik-Podcast hört ihr einen Mitschnitt der digitalen Jour fixe-Reihe der AkG vom 11. Dezember. Fabian Georgi stellt darin sein Buch „Grenzen und Bewegungsfreiheit. Eine kritische Einführung“ vor, das Anfang 2025 erscheint. Fabian Georgi ist Politikwissenschaftler und arbeitet als Referent beim Komitee für Grundrechte und Demokratie. In seinen Arbeiten beschäftigt er sich mit Migrationspolitik, europäischer Integration, kritischer Wissenschaft und Staatstheorie. Nikolai Huke moderierte die Veranstaltung. Er spricht zu Beginn.
Titelbild: Markus Spiske auf Unsplash
Der Beitrag Grenzen und Bewegungsfreiheit erschien zuerst auf mosaik.
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