Heute ist die 100 Folge im Geldbewusst Podcast dran, und ich freue mich drei ganz unterschiedliche Situationen mit Dir teilen zu können.
Ich war neulich zum Reifenwechsel bei einer Kfz Werkstatt. Was mir sofort auffiel, war der Hinweis, dass ausschließlich Barzahlung möglich ist. Als ich dann nach dem Reifenwechsel ins Büro ging, wurde mir dort per Hand eine Quittung vom Quittungsblock ausgestellt und die Summe wurde in eine Liste eingetragen. Ich nutzte die Gelegenheit um bei der Senior Chefin nachzufragen, ob sie die Abrechnung noch komplett mit der Hand machen würde, denn schließlich stand auf dem Schreibtisch auch ein PC-Monitor. Der war allerdings aus. Sie erklärte mir, dass sie alle Computerprogramme gelöscht habe, weil es da immer mal wieder zu Programmabstürzen kam und sie lieber alles mit dem manuellen Buch führen würde. Ihr Sohn würde zwar die Hände über dem Kopf zusammen schlagen, aber so lange sie das macht bleibe das so. Sie erklärte mir dann noch, dass sie von Ihrer Mutter gelernt habe, alle Einnahmen immer Bar auf dem Tisch hinzulegen, und dann von dem Geld einen Stapel für Wasser, einen für Heizung und einen für Licht anlegen würde. Und von dem was übrig bleibt kann man dann die anderen Sachen bezahlen. Das sei gut so, denn mit den Karten und dem ganzen elektronischen Zahlungsverkehr würden die jungen Leute heute ja nur noch Schulden machen. Wenn alles Bar auf dem Tisch liegt wisse man was man hat und was man ausgeben kann. Und mehr geht eben nicht.
In einem Hotel im Berliner Süden hörte ich beim Frühstück einen sehr kurzen aber höchst interessanten Satz, als eine Frau den Frühstücksraum verlies und darum bat, bezahlen und auschecken zu dürfen: Meine charmante Kollegin ist gleich bei Ihnen. Sie wissen doch, Frauen und Geld gehören immer zusammen. Der Satz kam von einem sehr versierten und freundlichen Herrn um die 50, der sich um das Frühstück kümmerte und den Gästen auch gerne Sonderwünsche erfüllte. Ich sprach ihn später noch auf diesen Satz hin an. Er verriet mir, dass dieser Satz stimmen würde und Frauen seiner Ansicht nach gerne Sachen kaufen würden und das dass bei Männern anders sei. Und das er seit 20 Jahren glücklich geschieden ist.
Auf einer längeren Autofahrt in das Allgäu hörte ich das Radioprogramm einer Kulturwelle. Es gab dort eine Buchvorstellung. Leider ist mir der Buchtitel entfallen. Auf jeden Fall blieb mir eine Erwähnung der Redakteurin in Erinnerung, die ganz begeistert über einen Satz aus dem Buch sprach, der wohl so lautete: Warum willst du denn was Neues kaufen, der Stoff ist doch noch gut. Die Redakteurin war von einigen Sätze dieser Art sehr angetan, die für das Leben zu der Zeit in der die Erzählung spielt, typisch waren. Dazu kommt, dass man so einen Satz heute vermutlich nicht mehr hören würde. Moden waren damals egal. Es ging darum, überhaupt Kleidung zu haben und solange diese in Ordnung war, damit zurecht zu kommen.
Das waren drei Beispiele, wie unterschiedlich Glaubenssätze und Ansichten beim Thema Geld das eigene Leben beeinflussen können. Auch Zeitgeschehen und wie die Gesellschaft über Geld denkt, spielt hierbei eine Rolle. Oftmals werden wir aber auch durch den engen Personenkreis, in dem wir aufwachsen, geprägt.
Verstehen hilft uns dabei, selbst besser mit anderen Menschen und dem Thema Geld umgehen zu können. Ich wünsche Dir, dass du Zeit findest, solche Momente wahrzunehmen und Sie auf dich wirken zu lassen. Und natürlich wünsche ich Dir eine erfolgreiche Woche.