Geldbewusst

Folge 103 - Preispsychologie


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Heute wollen wir darauf blicken, wie uns der Preis schmackhaft gemacht wird. Denn natürlich machen sich Unternehmen viele Gedanken darum, zu welchem Preis ein Produkt angeboten wird.

1.    mehrere Produkte in unterschiedlichen Preisklassen zur Wahl

Ein Händler bietet ein Produkt besonders teuer an. Dahinter steckt das Ziel, nicht etwa dieses Produkt zu verkaufen, sondern ein anderes, daneben stehendes Produkt billiger erscheinen zu lassen.

2.    Gesamtpreis und der Preis pro Einheit

Bei einer Urlaubsreise könnte das zum Beispiel so aussehen: „389 Euro für zehn Tage, das entspricht 38,90 pro Tag“. Bei Erdbeeren könnte man schreiben: „500 Gramm für 1,99 Euro, das entspricht 40 Cent pro 100 Gramm“.
Der Trick dabei ist, dass durch das Darstellen des kleineren Preises der Gesamtpreis automatisch niedriger wirkt.

3.    Bestimmte Wörter bei der Produktanpreisung weglassen

Auf Preisschildern werden Wörter, die etwas mit „hoch“ oder „viel“ zu tun haben, vermieden. Stattdessen werden Wörter wie „niedrig“, „gering“ oder „sparsam“ verwendet. Bei einem Auto würde mit einem „geringen Verbrauch“ geworben.

4.    Gratis-Zugaben

Wenn es etwas  „gratis“ zu bekommen gibt, tendiert man schnell zum Kauf
Wenn also ein Geschäft beim Kauf eines bestimmten Produktes ein Geschenk dazu gibt, oder ein „3 Produkte nehmen, nur 2 bezahlen“  Angebot laufen hat, dann greifen wir fast schon automatisch zu.
Beliebt sind auch Verpackungen auf denen 20 % mehr Inhalt zum gleichen Preis geboten wird. 

5.    Clevere Schilder entwerfen

Bei einem Preisschild ist nicht nur die Zahl entscheidend. Wir lesen Diagramme von links nach rechts. Dabei steht links unten der geringste Wert und rechts oben der höchste Wert. Das machen sich die Geschäfte bei der Preiskennzeichnung zu nutze. Deshalb stehen die Preise auf dem Preisschild meist links unten, denn dann wirken die Preise niedriger, als wenn sie rechts oben stehen.

6.    Der Hang zur Mitte

Wenn im Regal zwei Weinflaschen stehen, eine für vier Euro, die andere für acht Euro, dann greifen die meisten von uns zur billigen Sorte. Wenn der Verkäufer nun aber eine weitere Flasche für zwölf Euro rechts dazustellt, kaufen deutlich mehr Menschen den Wein für acht Euro. Der Grund ist einfach: Der Konsument tendiert zur Mitte.

7.    Zusatz-Optionen

Wenn du Dir ein Sandwich belegen lässt, dann beinhaltet das Basis-Angebot für 5 Euro das Sandwichbrot und einige wenige Zutaten. Jede weitere Zutat kostet bspw. 50 Cent extra. Das Model funktioniert auch anders herum: der Gesamtpreis für das Sandwich mit allen zur Verfügung stehenden Zutaten beträgt 9 Euro. Für das Weglassen einer Zutat kannst du jeweils 50 Cent sparen.

8.    Ankereffekt

Das Gehirn sucht für den Preisvergleich einen Referenzpreis. Praktisch ist es für das Gehirn, wenn der sofort mitgeliefert wird. Steht also zum Beispiel ein durchgestrichener Preis, eine „unverbindliche Preisempfehlung (UVP)“ oder die prozentuale Ersparnis (z. B. 30 % Ersparnis) auf dem Preisschild, ist der Vergleich schnell möglich. Ob der Vergleich hinkt, ist dabei zunächst nebensächlich.

9.    Preisaufteilung in Grundpreis und Nutzungspreis

Eine andere Methode ist, den Preis aufzuteilen. Der Grundpreis wird beim Preisvergleich nicht mehr mit einbezogen. Somit wirkt der Nutzungspreis im Vergleich zum Wettbewerberpreis, bei dem der Preis nicht aufgeteilt ist, günstiger.
Ein gutes Beispiel ist hier die Bahncard 25. Damit gibt es 25 % Rabatt auf den Nutzungspreis. Der Grundpreis für die Bahnca
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GeldbewusstBy Norman Dabkowski


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