Chlorgesänge

Folge 105: Restube: Schutzhelm im Wasser


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Eins wollen wir gleich als erstes klarstellen: Für diese Folge haben wir weder Geld noch sonstige Vorteile bekommen. Was stimmt ist, dass uns das Teil, um das es heute geht, im Vorfeld umsonst zur Verfügung gestellt wurde. Dass wir dann aber tatsächlich mit dem Erfinder eine ganze Folge dazu machen, liegt einzig und allein daran, dass wir es ziemlich überzeugend finden.

Es geht um Restube, eine bislang einzigartige Boje, die man sich zusammengefaltet in einer kleinen Tasche um den Bauch schnallen kann - beim schwimmen, segeln, angeln, kiten. Nichts baumelt herum, stört beim Schwimmen oder verfängt sich irgendwo. Gerät man in Not oder ist einfach erschöpft, kann man an einer Schnur ziehen - und innerhalb von Sekunden bläst sich die Boje auf und man kann sich daran festhalten.

Wir haben sie selber getestet und sind wirklich angetan. Kleiner Hinweis, aus eigener Erfahrung: Man muss natürlich die mitgelieferte CO2-Patrone vorher anschrauben, sonst tut sich gar nichts. Aber das ist super easy. Und sollte man die Patrone doch mal vergessen haben, kann man den gelben Schlauch auch einfach mit dem Mund aufblasen. Und wenn man die Boje nicht mehr braucht, lässt man einfach die Luft raus und falltet das Teil zurück in die kleine Tasche.

Erfunden hat die Restube-Boje der Maschinebauingenieur Christopher Fuhrhop, und mit dem reden wir diesmal. Die Idee kam ihm schon während seines Studiums, nachdem er bei Kite-Surfen fast ertrunken wäre. Der Gedanke: Immer etwas dabei zu haben, was einen zur Not vor dem Ertrinken rettet, aber bei der Aktivität an sich nicht weiter stört. Quasi ein Schutzhelm im Wasser.

Zusammen mit einem Studienkollegen und unterstützt durch ein Stipendium probierte er viele Materialien aus, Das Ergebnis: Die Boje ist komplett PVC-frei, verwendet wird hochwertiges Nylon-TPU-Material, was dazu führt, dass die Boje auch nach dem tausendsten Mal falten nicht porös wird, so Christopher. „Man kann da sogar mit dem Auto drüber fahren und es passiert nichts“, erzählt er.

Im Juni 2012 wurde die erste Restube-Boje verkauft, mittlerweile exportiert das Unternehmen nicht nur in europäische Länder, sondern auch nach Japan und in die USA. Genutzt wird die Boje zudem nicht nur von Freizeitsportlern, sondern auch bei Wettkämpfen und der professionellen Wasserrettung, beispielsweise in der Schweiz. Der Name entstand übrigens bei einem Wortspiel: rescue tube oder auch reste tube - retten und ausruhen - daraus wurde dann Restube.

Uns gefällt die Boje, auch wenn man natürlich nichts damit transportieren kann und sie mit knapp 80 bis 100 Euro nicht gerade billig ist. Aber sie gibt einem schon ein sicheres Gefühl, wenn man damit unterwegs ist. Einziger Wermutstropfen: Wer mit dem Flugzeug in den Urlaub fliegt und Restube samt Patronen mitnehmen will, sollte sich vorher mit der Fluggesellschaft in Verbindung setzen. Eigentlich sind die Patronen kein Problem, auch Rettungswesten sind damit ausgestattet. Aber manchmal gibt es am Check-in eben doch Ärger. Und dann sollte man die Erlaubnis besser dabei haben.




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ChlorgesängeBy Ute Zill, Martina Schrey