Geldbewusst

Folge 133 - finanzielle Bildung


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Wozu benötigen Menschen finanzielle Bildung? In der Schule wird das notwendige Wissen nur selten vermittelt. Der Grund ist naheliegend: Lehrer besitzen zum Teil selbst keine eigenen finanziellen Kompetenzen.

Zu einem gelungenen und selbstbestimmten Leben gehören auch finanzielle Entscheidungen. Um diese Entscheidungen zufriedenstellend treffen zu können, sind Kompetenzen notwendig, die nicht im traditionellen Bildungssektor wie Mathematik oder den Naturwissenschaften enthalten sind. Finanzielle Entscheidungen haben Konsequenzen. Manchmal lebenslange.
Finanzielle Bildung hilft uns, die Welt besser zu verstehen. Hierzu gehört ein grundlegendes Verständnis für die Funktion von Geld und Vermögen im gesellschaftlichen Kontext. Dabei geht es um die Vermittlung von Werten, Einstellungen und Denkweisen.
Finanzielle Bildung soll uns auch dazu befähigen, auf aktuelle ökonomische Entwicklungen - wie beispielsweise eine Finanzkrise – gut reagieren zu können.

Es gibt vier Kernbereiche finanzieller Bildung:

    Vermögen bilden
    mit Verschuldung umgehen
    sich versichern
    täglich mit Geld umgehen

"Vermögen bilden" bedeutet zum einen, in der Gegenwart auf Konsum zu verzichten. Immer zugunsten der Zukunft. Theoretisch umfasst der Planungshorizont die gesamte Lebensspanne. Ziel sollte eine angemessene und selbstbestimmte Bewertung des Lebensstandards in verschiedenen Lebensphasen sein. Vermögen bilden bedeutet auch, Einkommensquellen zu generieren, sei es durch Zinsen, Mieteinnahmen oder Dividenden. Inflation wirkt sich auf verschiedene Vermögensformen unterschiedlich aus. Deshalb zählt finanzielle Bildung bei mir zur Allgemeinbildung.

"Verschuldung" entsteht beispielsweise durch die Ansicht, die Rückzahlung von Krediten sei eine Art nachträgliches Sparen. Wenn Raten nicht mehr zurückgezahlt werden können, weil das verfügbare Haushaltseinkommen und ein eventuell vorhandenes eigenes Vermögen dauerhaft nicht ausreichen, ist man in der Schuldenfalle. Das Wissen um Hilfs- und Beratungsmöglichkeiten zählt zur finanziellen Allgemeinbildung.
Wichtig zu verstehen ist, dass Überschuldung immer zur Senkung des Lebensstandards führt, also zum Gegenteil dessen, was mit der Schuldenaufnahme ursprünglich beabsichtigt worden war.

Der Kernbereich "sich versichern" umfasst die Risikominimierung für sich selbst, die eigene Familie und andere Gruppen. Vorzeitiger Tod, Krankheit, Unfall, Diebstahl und die Schädigung Dritter können die wirtschaftliche Existenz eines Privathaushalts gefährden.  In der Sozialversicherung - also der Renten-, Kranken-, Pflege-, Unfall-, und Arbeitslosenversicherung - richten sich die Beiträge nach dem Einkommen des Versicherten, nicht nach dem Risiko. Hier gilt das Prinzip des sozialen Ausgleichs.
Im Gegensatz dazu folgt die Beitragsberechnung der Individualversicherung dem Äquivalenzprinzip. Das bedeutet, die Höhe des Versicherungsbeitrags richtet sich nach dem Risiko der jeweiligen Risikogruppe.

Der "tägliche Umgang mit Geld" ist ein weiterer wichtiger Teil der finanziellen Bildung. Hierzu gehört in erster Linie die Erstellung einer persönlichen Finanzplanung. Sie sollte die Einnahmen und regelmäßigen wiederkehrenden Ausgaben für einen bestimmten Zeitraum, beispielsweise einen Monat, enthalten. Die Finanzplanung hilft dabei, einen Überblick über das eigene Budget, finanzielle Belastungen und die eigene Vermögensstruktur zu erhalten.

Die Kompetenz zur Verwaltung eines Girokontos ist heutzutage von entscheidender Bedeutung: Überweisung, Einzugsermächtigung, Dauerauftrag, Lastschrift, Online-Banking. All dies muss regelmäßig geprüft werden. Durch die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten des bargeldlosen elektronischen Zahlungsverkehrs kann schnell der Überblick über die eigenen Finanzen verloren gehen. Deshalb befürworte ich die Verwendung von Bargeld bei den einzelnen Budgets.

Leider
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GeldbewusstBy Norman Dabkowski


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