Geldbewusst

Folge 136 - finanzieller Minimalismus


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Ein Begriff, über den ich sprichwörtlich gestolpert bin, ist der finanzielle Minimalismus. Was bedeutet das gena? ...habe ich mich gefragt.

Manchmal machen Kleinigkeiten den Unterschied aus. Denn finanzielle Kenntnisse und Fähigkeiten sowie Wissen über die Regeln des Geldes werden erst durch ihre Anwendung wertvoll.

Wer die Prinzipien des Minimalismus auf seine Finanzen anwendet, wird feststellen, dass man Geld auch behalten kann.

Minimalismus ist ein Gegenentwurf zum Konsum und dem Überfluss in unserer Gesellschaft.

Für mich bedeutet Minimalismus, auf Besitztümer und Gegenstände zu verzichten, sofern mir diese keinen Mehrwert bieten. Ich finde es befreiend und energiespendend, aufzuräumen, Platz freizumachen, nicht mehr benötigte Gegenstände auszusortieren. Jeder Besitz bedeutet Aufwand. Der Gegenstand muss beispielsweise sauber gemacht oder instandgehalten werden.

Um herauszufinden, ob ein Gegenstand dienlich für einen selbst ist, kann man überlegen, ob einem dieser Gegenstand mindestens so viel Energie zurückgibt, wie er einem nimmt. Übersetzt bedeutet das: Besitzt Du die Dinge - oder besitzen die Dinge Dich?

Sind wir mal ehrlich: Es gibt Dinge die wir einst gekauft haben und die bislang ungenutzt irgendwo herumliegen. Um unsere finanziellen Möglichkeiten bei Neuanschaffungen bewusst zu begrenzen, bietet sich die Nutzung von sogenannten Budgets an. Du könntest dir ein Monatsbudget für neue Kleidung, eines für Einrichtungsgegenstände usw. anlegen. Und nur dieses Budget ist dann verwendbar. Das ist doch Selbstgeißelung, wirst du jetzt vielleicht denken. Nein. Es ist ein Trick, um dir die Umsetzung des Finanziellen Minimalismus zu erleichtern.

Sich vor einem Kauf die Frage zu stellen, ob man den Gegenstand kaufen will oder ob man ihn wirklich benötigt, kann Zeit und Geld sparen. Häufig werden wir durch Kaufreize dazu verleitet, etwas zu kaufen, was wir eigentlich nicht brauchen. Hier bietet sich als Trick an, ein paar Tage vergehen zu lassen. Meistens merken wir dann, ob wir den Gegenstand wirklich benötigen.

Darüber hinaus kann es helfen, finanzielle Ziele zu formulieren und sich diese regelmäßig, am besten täglich, bewusst zu machen. Ziele liefern uns gute Gründe dafür, durchzuhalten.

Ein Ziel könnte bspw. sein, eine Krisenrücklage von 3 Netto-Monatsgehältern aufzubauen. Diese Rücklage kann z.B. bei einer Erkrankung der eigenen Eltern ein wichtiger Faktor sein, um sich unbezahlten Urlaub nehmen und trotzdem seinen Verbindlichkeiten nachkommen zu können. So eine Krisenrücklage nimmt sprichwörtlich Last von den Schultern.

Finanzieller Minimalismus lässt sich nach meiner Einschätzung auf folgende 5 Punkte zusammenfassen:

    Halte Deine Lebenshaltungskosten so gering wie möglich.
    Baue die Fähigkeit auf, Dich von Dingen trennen zu können.
    Entwickle ein Bewusstsein dafür, dass Dich Gegenstände niemals glücklich machen können.
    Lerne, Dich auf das Erleben von Momenten zu konzentrieren.
    Sei konsequent beim „Nicht-wieder-reinlassen.“

„Die Welt hat genug für jedermanns Bedürfnisse, aber nicht für jedermanns Gier.“ sagte einst Mahatma Ghandi.

In diesem Sinne wünsche ich Dir eine minimalistische Woche.
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GeldbewusstBy Norman Dabkowski


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