
Sign up to save your podcasts
Or


Heute wollen wir unserem Namen mal alle Ehre machen und über Chlor reden. Nein, keine Angst, das wird keine Chemiestunde. Aber die meisten von uns machen sich vermutlich wenig Gedanken darüber, was eigentlich alles dazu gehört, damit das Wasser im Schwimmbecken klar, sauber und hygienisch einwandfrei bleibt und wir bedenkenlos reinspringen können. Was alles so dazu gehört, das war auch uns nicht wirklich klar und nötigt uns großen Respekt ab!
Unser Gesprächspartner ist der Sachverständige für Wasseraufbereitung Dirk Dygutsch, der neben vielen anderen Tätigkeiten auch in der Schwimm- und Badebeckenwasserkommission des Bundesgesundheitsministeriums sitzt. Mit anderen Worten: Ein echter Auskenner. Der zudem noch - obwohl er in Chemie einen Doktor hat oder vielleicht auch gerade deswegen - sehr anschaulich erklären kann.
Eins stellt er gleich am Anfang klar: Es reicht nicht, eine Handvoll Chlor ins Wasser zu schmeißen und dann ist alles prima. Vielmehr gehören sehr viele komplizierte Abläufe im Hintergrund dazu, damit wir uns im Schwimmbad weder vor Infektionen noch vor Verätzungen fürchten müssen und auch nicht ständig irgendwelche Dinge um uns herumschwinmen, die da nicht reingehören.
Mindestens ebensso wie wichtig wie Chlor sind sehr gute Filter und weitere Desinfektionsmittel. Dreimal täglich muss kontrolliert werden, ob das Mischungsverhältnis auch wirklich stimmt. Das Wasser im Schwimmbecken ist Trinkwasser, für jeden Badegast müssen rund 30 Liter nachgefüllt werden, also ein ständiger Kreislauf. Zudem werden die Beckenböden mindestens zweimal die Woche gereinigt, die Beckenwände alle 14 Tage und die Überlaufrinne einmal wöchentlich. Und auch das Gesundheitsamt schaut regelmäßig vorbei.
Im Gespräch geht es natürlich auch darum, wie schlimm es denn eigentlich ist, wenn man ins Becken pinkelt. Der bekannte amerikanische Schwimmer Michael Phelps hat dazu mal gesagt: „Ich denke, jeder pinkelt in den Pool. Wenn man zwei Stunden im Wasser ist, geht man nicht raus, um Pipi zu machen.“ Er empfände das aber auch nicht als problematisch, das Chlor im Becken käme damit schon klar. So ganz stimmt das allerdings nicht, sagt Dirk Dygutsch. Wenn jeder statt der Toilette das Becken benutze, gäbe es sehr wohl ein Problem.
Mit geringen Mengen, die Menschen womöglich „aus Versehen“ verlieren, käme das Chlor aber schon klar. Der typische Chlorgeruch in Schwimmbädern - den wir beide sehr lieben - kommt allerdings nicht vom Chlor, das riecht kaum. Vielmehr entstehe er durch flüchtige Gase, die frei werden, wenn Chlor den Harnstoff abbaut. Es ist also tatsächlich was dran - je mehr es nach Chlor riecht, desto mehr … Eine andere Story kann Dygutsch aber klar entkräften: Es ist nicht möglich, dass sich Urin verfärbt, wenn er dann doch mal ins Beckenwasser fließt. Also keine Sorge.
Mindestens genauso wichtig, um das Badewasser sauber zu halten, ist das Duschen vorab. Denn das größte Risiko, Schadstoffe ins Wasser zu tragen, sind wir selbst. Vorher ordentlich einseifen und gründlich abduschen, rät Dygutsch, das wäre die allerbeste Hygiene. Wir schauen uns an und müssen ein bisschen lachen. In Hallenbädern wird das sicher von vielen gemacht. Im Freibad haben wir noch nie jemanden vor dem Schwimmen mit Seife unter der Dusche stehen sehen …
By Ute Zill, Martina SchreyHeute wollen wir unserem Namen mal alle Ehre machen und über Chlor reden. Nein, keine Angst, das wird keine Chemiestunde. Aber die meisten von uns machen sich vermutlich wenig Gedanken darüber, was eigentlich alles dazu gehört, damit das Wasser im Schwimmbecken klar, sauber und hygienisch einwandfrei bleibt und wir bedenkenlos reinspringen können. Was alles so dazu gehört, das war auch uns nicht wirklich klar und nötigt uns großen Respekt ab!
Unser Gesprächspartner ist der Sachverständige für Wasseraufbereitung Dirk Dygutsch, der neben vielen anderen Tätigkeiten auch in der Schwimm- und Badebeckenwasserkommission des Bundesgesundheitsministeriums sitzt. Mit anderen Worten: Ein echter Auskenner. Der zudem noch - obwohl er in Chemie einen Doktor hat oder vielleicht auch gerade deswegen - sehr anschaulich erklären kann.
Eins stellt er gleich am Anfang klar: Es reicht nicht, eine Handvoll Chlor ins Wasser zu schmeißen und dann ist alles prima. Vielmehr gehören sehr viele komplizierte Abläufe im Hintergrund dazu, damit wir uns im Schwimmbad weder vor Infektionen noch vor Verätzungen fürchten müssen und auch nicht ständig irgendwelche Dinge um uns herumschwinmen, die da nicht reingehören.
Mindestens ebensso wie wichtig wie Chlor sind sehr gute Filter und weitere Desinfektionsmittel. Dreimal täglich muss kontrolliert werden, ob das Mischungsverhältnis auch wirklich stimmt. Das Wasser im Schwimmbecken ist Trinkwasser, für jeden Badegast müssen rund 30 Liter nachgefüllt werden, also ein ständiger Kreislauf. Zudem werden die Beckenböden mindestens zweimal die Woche gereinigt, die Beckenwände alle 14 Tage und die Überlaufrinne einmal wöchentlich. Und auch das Gesundheitsamt schaut regelmäßig vorbei.
Im Gespräch geht es natürlich auch darum, wie schlimm es denn eigentlich ist, wenn man ins Becken pinkelt. Der bekannte amerikanische Schwimmer Michael Phelps hat dazu mal gesagt: „Ich denke, jeder pinkelt in den Pool. Wenn man zwei Stunden im Wasser ist, geht man nicht raus, um Pipi zu machen.“ Er empfände das aber auch nicht als problematisch, das Chlor im Becken käme damit schon klar. So ganz stimmt das allerdings nicht, sagt Dirk Dygutsch. Wenn jeder statt der Toilette das Becken benutze, gäbe es sehr wohl ein Problem.
Mit geringen Mengen, die Menschen womöglich „aus Versehen“ verlieren, käme das Chlor aber schon klar. Der typische Chlorgeruch in Schwimmbädern - den wir beide sehr lieben - kommt allerdings nicht vom Chlor, das riecht kaum. Vielmehr entstehe er durch flüchtige Gase, die frei werden, wenn Chlor den Harnstoff abbaut. Es ist also tatsächlich was dran - je mehr es nach Chlor riecht, desto mehr … Eine andere Story kann Dygutsch aber klar entkräften: Es ist nicht möglich, dass sich Urin verfärbt, wenn er dann doch mal ins Beckenwasser fließt. Also keine Sorge.
Mindestens genauso wichtig, um das Badewasser sauber zu halten, ist das Duschen vorab. Denn das größte Risiko, Schadstoffe ins Wasser zu tragen, sind wir selbst. Vorher ordentlich einseifen und gründlich abduschen, rät Dygutsch, das wäre die allerbeste Hygiene. Wir schauen uns an und müssen ein bisschen lachen. In Hallenbädern wird das sicher von vielen gemacht. Im Freibad haben wir noch nie jemanden vor dem Schwimmen mit Seife unter der Dusche stehen sehen …