Geldbewusst

Folge 77 - Muskelhypothek


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Wenn jemand ein Haus baut und dabei verschiedene Arbeiten selbst erledigt, dann spricht man von einer Muskelhypothek. Gemeint ist vor allem der Wert durch eingebrachte Arbeitsleistung. Das können auch Leistungen sein, die Bauhelfer (also beispielweise Familienmitglieder oder Freunde) beitragen.
Eigenleistungen senken die Baukosten und erhöhen indirekt die Eigenkapitalquote. Eine höhere Eigenkapitalquote senkt wiederum die Bankkredite und damit auch die zu leistenden Zinsbeträge.

Mit einem größeren Anteil an Eigenleistungen und Eigenkapital im Finanzierungsplan steigt die Wahrscheinlichkeit einer positiven Kreditentscheidung der Bank.
Man kann also resümieren, dass die Muskelhypothek dazu dient, Handwerkerlohnkosten zu reduzieren und einen Kredit bei der Bank zu bekommen.

Ob sich die Muskelhypothek lohnt, muss jeder Hausbauer selbst beurteilen. Risiken liegen in einem höheren Zeitaufwand durch fehlende fachliche Qualifikation und Routine, der längeren Bauzeit durch Doppelbelastung im Beruf und beim Hausbau sowie einer geringen Anzahl an Arbeitskräften. Zudem kann Eigenleistung zum Ausschluss von Gewährleistungsansprüchen führen.

Und natürlich sollte man überlegen, ob der eigene Lohn höher ist, als der Handwerkerlohn. Wenn man seine eigenen Fähigkeiten zu Geld machen kann anstatt selbst auf der Baustelle zu arbeiten, kann das lohnenswerter sein.
Ich persönlich würde keine Muskelhypothek in Erwägung ziehen. Wie sieht es bei Dir aus?
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GeldbewusstBy Norman Dabkowski


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