Habt ihr euch jemals Gedanken gemacht, wie euer Leben ohne (Mikro)chips aussehen würde? Lange Nudel witzelt zu Beginn der Folge, man werde sich auf dem Weg zum Bäcker verfahren. Auch wenn das übertrieben ist: wir sind auf Satelliten angewiesen, zum Beispiel für die Luftfahrt. Beim täglichen Einkauf über Amazon werden unsere Bestellungen über Server abgewickelt. Künstliche Intelligenz wird in Zukunft die Entwicklung von Chemikalien, vielleicht auch von Medikamenten, erheblich beschleunigen.
Das alles braucht Rechnerleistung, Computing Power, you name it - immer mehr, auf einer immer kleineren Fläche, bei einem immer kleineren Stromverbrauch. Den Anfang machten Ende der 50er Jahre amerikanische Physiker, als sie klobige und fehleranfällige Vakuumröhren durch Schaltkreise auf Siliziumwafern ersetzten. Der Chip war geboren! Jay Lathrop erfand mit der Photolithographie ein geniales Verfahren, das bis heute angewendet wird und eine schwindelerregende Miniaturisierung ermöglicht hat - Stand heute milliardenweise Transistoren auf einer Fläche so groß wie ein Fingernagel.
Wie immer geht es bei den Longs nicht nur um Fachjargon, sondern auch um Erinnerungen und kritische Auseinandersetzung. Hei Long denkt an den Commodore 64 und an seine erste Audiodatei auf Diskette. Besorgnis und Ärgernis bereitet ihm die Tatsache, dass durch die Massenproduktion von Mikrochips Elektrogeräte inzwischen zu Wegwerfgeräten mutiert sind. Die Knappheit von Halbleitermaterialien und die Konzentration der Produktion in Ostasien führt dazu, dass die weitere weltweite technologische Entwicklung eng mit geopolitischen Risiken behaftet ist. Wie geht es weiter? Bei allen Bedenken sind sich die Longs einig, dass im Zeitalter der Datenübertragung in Echtzeit kein Weg an Chips vorbeiführt. Sind Chips das Erdöl des 21. Jahrhunderts? Wir sagen ganz klar, ja! und danken euch wie immer fürs Zuhören.
(Leseempfehlung für die interessierten Zuhörerinnen und Zuhörer unter euch: "Chip War", Chris Miller)