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Klaudia Zotzmann-Koch spricht mit Lena Falkenhagen über SciFi, das Schreiben für Games, Charakterentwicklung – auch für virtuelle Charaktere -, Happy Ends und warum die Buchbranche so zurückhaltend geworden ist.
Musik: Adam Selzer, „Vintage News“
Shownotes:
SMS Verschlüsselung / sichere Messenger:
Mailverschlüsselung:
Barbara Wimmer: Smart Lies, Spooky Spies
PlayAustria – erste österreichische Gamer Messe
Drakensang Online
Star Trek Discovery
Chatbots
***
Barbara Wimmer: Smart Lies, Spooky Spies
SMS Verschlüsselung
Sobald jemand den kriminellen Willen hat, die Datenmengen zu nutzen – dass das noch nicht im großen Sinne aufgetreten ist, schützt uns gerade noch.
bequem vs. sicher
Kein Crack -> keine Hard Science Fiction schreiben. Dazu müsste man ein Technik Studium absolviert haben, denn die Leser legen die Details auf die Goldwaage.
Fundierte Recherche ergibt glaubhafte Welten.
80er Jahre SF – Space Opera mit den Vorbildern Starbuck (neue BSG Verfilmung) & Harry Dresden
Genremix & Ich-Perspektiven
Computerspiele:
Geschichte forterzählen – eine neue, interessante Handlung innerhalb eines bestehenden Settings. Spiele designen ist ein bisschen, als wenn man gemeinsam eine neue Staffel einer Serie baut.
Am Anfang und am Ende steht die Story.
Für Spiele schreiben ist anders als ein Buch schreiben.
Fragmentiertes Erzählen
Für das letzte Spieleupdate haben vom ersten Gedanken bis zum Livegang 60 Leute über 10 Monate an dem Projekt gearbeitet.
Tagesgeschäft im Gamedeseign: Events machen, Schreiben, Serverpflege, Bugfixes, …
Lena macht auch noch Vereinsarbeit für PAN und den Schriftstellerverband.
Als Autor wird man erst um „Viertel nach Zwölf“ dazugehört und hat wenig freie Hand beim Entwurf der Spielewelten. Oft haben die Leute schon sehr konkrete Vorstellungen.
Ein Projekt kann viel Spaß machen, weil die Menschen ganz viel erzählen wollen. Als Autorin kann man die Handlung dann „auswildern“ fokussieren und mit den Leuten die Vision umsetzen, die sie haben.
PlayAustria – erste österreichische Gamer Messe
Zeitvertreib vs Storytelling
Games als interaktive Filme …
Gamer Gate – Szene fühlte sich durch Feminismus und political correctness bedroht.
Witcher 3 – Spieleserie ist nach einer Romanserie geschrieben worden.
Aufgabe der Game-Autoren: Mittelding aus erlebbaren Büchern und erlernbaren Filmen machen
Spiele, die sich ernst nehmen, die eine Resonanz erzielen wollen, haben eine Story-Komponente.
Auch: Swurfminds – der User spielt Überlebende im Krieg, in einem stromlosen Haus, was sie alles tun müssen um zu überleben.
So wie es hohe Literatur gibt, gibt es mittlerweile auch hohe „Gaming-Literatur“.
AAA Games sind tendenziell oberflächlicher.
„Ob Games mehr in Richtung Stories entwickeln? ich würde es mir wünschen. Man erreicht leichter Menschen mit einer Message.“
Computerspiele werden sich noch eine Weile entwickeln; sie sind erst 35-40 Jahre alt im Gegensatz zu Theaterstücken, die 2.000 bis 3.000 Jahre alt sind und Romane gibt es seit dem 17. Jahrhundert.
Werden sich entwickeln: Edugames, VR, AR werden für Museen benutzt.
Der Mensch nimmt es sehr schnell übel, wenn man den Menschen zu gut imitieren kann. Wenn es zu nah an der Realität ist, ohne wirklich die Realität zu sein, das finden die Leute unsympathisch. Entmenschlichende Elemente wie z.B. blaue Hautfarbe werden dann eingesetzt.
3D- oder VR-Modelle von historischen Bauwerken, wo man Bauphasen übereinander stapeln kann, das wäre traumhaft – drehen, anfassen, reingehen, sowas würde ich mir wünschen. Lernfaktor.
Virtuelle Charaktere / Charaktere entwerfen für AIs
AI – artificial intelligence – die im Netz von ihren Gesprächspartnern gelernt hat. (MS Tay?) Das Experiment wurde abgebrochen, weil sie sich zu einem rassistischen, homophoben, misogynen Arschloch entwickelt hat.
Charakterentwicklung muss immer ein Wofür haben.
Storydesign entweder charakterzentriert oder handlungszentriert.
Story, Welt und Charakter müssen miteinander zusammenhängen, sonst fühlt es sich für den Leser unrund an. Charaktere müssen eine Funktion erfüllen.
Barbara Ondrisek – der Chatbot ist ein neues Gesicht, das du dem Unternehmen gibst. Mensch, Tier, Roboter – eine frühe Grundsatzentscheidung, von der die weitere Entwicklung abhängt – das Gesicht, das ich der Welt zeigen möchte …
In Clippy steckte nie „ich bin Windows“.
Die Charaktere machen die Message der Bücher/Games aus.
Figuren müssen auch die Möglichkeit haben dürfen, das Heft selbst in die Hand zu nehmen. Aber: Entscheidung zwischen Markt & Message. Momentaufnahmen können ein guter Kompromiss sein.
Zwangs-HappyEnds nehmen die Leser übel (z.B. Harry Potter)
Vermutlich wird das nächste Buch etwas Phantastisches/Übernatürliches haben … Vielleicht High-Phantasy. In Berlin?
Selfpublishing ist hochinteressant, auch als SP-AutorIn kann man z.B. PAN Mitglied werden.
SP ist eine valide Option, wenn man etwas schreiben möchte, das nicht in ein spezifisches Regal passt. Die Verlage warten auf das nächste große Ding, das aber nicht kommt.
Die Buchbranche ist sehr vorsichtig geworden, gehen keine Risiken mehr ein. Zwischendrin war „Mommy-Porn“ in – 50 Shades of Grey, etc.
Bestseller sind ja alle nichts Neues. Nur ein neuer Blickwinkel auf Altbekanntes; der richtige Mix und die richtige (humoristische) Einstellung und genug Budget dahinter. Genug Marketing-Budget schadet auch nicht. AAA Games, Blockbuster Hollywood Produktionen – immer dieselben Geschichten weil sie einfach ziehen. An der Heldenreise kann nicht viel schiefgehen.
Problem des Selfpublishing ist die Sichtbarkeit – wie kommt der Leser an den Content. Und die Qualitätskontrolle, die früher bei den Verlagen lag, trifft heute niemand. Die Schere zwischen Blockbuster und „unter ferner liefen“ öffnet sich immer weiter. Das Problem teilen alle Industrien, in denen sich Indies bewegen.
Brot verdienen ist als Autor schwierig.
Kunst ist im Mittel zwischen Hobby, Leidenschaft und Beruf.
Irgendwann ist es zu einem Selbstverwirklichungsding geworden mit der Kunst. Wirkliche Literatur ist ja nur Indie-Literatur, weil die wollen dafür ja nichts haben.
Wenn man was zu sagen hat, ist es ernsthafte Literatur und Kunst. Unterhaltungsliteratur ist das was man an Verlage verkauft.
Ich habe wenige Bücher, die mich in meinem Leben wirklich geprägt haben.
Es steckt Leidenschaft und Liebe zum Detail. Jeder, der Spiele entwirft macht das, weil er Spiele liebt.
Unterstützt den Vienna Writer’s Blog & Podcast
By Klaudia Zotzmann-KochKlaudia Zotzmann-Koch spricht mit Lena Falkenhagen über SciFi, das Schreiben für Games, Charakterentwicklung – auch für virtuelle Charaktere -, Happy Ends und warum die Buchbranche so zurückhaltend geworden ist.
Musik: Adam Selzer, „Vintage News“
Shownotes:
SMS Verschlüsselung / sichere Messenger:
Mailverschlüsselung:
Barbara Wimmer: Smart Lies, Spooky Spies
PlayAustria – erste österreichische Gamer Messe
Drakensang Online
Star Trek Discovery
Chatbots
***
Barbara Wimmer: Smart Lies, Spooky Spies
SMS Verschlüsselung
Sobald jemand den kriminellen Willen hat, die Datenmengen zu nutzen – dass das noch nicht im großen Sinne aufgetreten ist, schützt uns gerade noch.
bequem vs. sicher
Kein Crack -> keine Hard Science Fiction schreiben. Dazu müsste man ein Technik Studium absolviert haben, denn die Leser legen die Details auf die Goldwaage.
Fundierte Recherche ergibt glaubhafte Welten.
80er Jahre SF – Space Opera mit den Vorbildern Starbuck (neue BSG Verfilmung) & Harry Dresden
Genremix & Ich-Perspektiven
Computerspiele:
Geschichte forterzählen – eine neue, interessante Handlung innerhalb eines bestehenden Settings. Spiele designen ist ein bisschen, als wenn man gemeinsam eine neue Staffel einer Serie baut.
Am Anfang und am Ende steht die Story.
Für Spiele schreiben ist anders als ein Buch schreiben.
Fragmentiertes Erzählen
Für das letzte Spieleupdate haben vom ersten Gedanken bis zum Livegang 60 Leute über 10 Monate an dem Projekt gearbeitet.
Tagesgeschäft im Gamedeseign: Events machen, Schreiben, Serverpflege, Bugfixes, …
Lena macht auch noch Vereinsarbeit für PAN und den Schriftstellerverband.
Als Autor wird man erst um „Viertel nach Zwölf“ dazugehört und hat wenig freie Hand beim Entwurf der Spielewelten. Oft haben die Leute schon sehr konkrete Vorstellungen.
Ein Projekt kann viel Spaß machen, weil die Menschen ganz viel erzählen wollen. Als Autorin kann man die Handlung dann „auswildern“ fokussieren und mit den Leuten die Vision umsetzen, die sie haben.
PlayAustria – erste österreichische Gamer Messe
Zeitvertreib vs Storytelling
Games als interaktive Filme …
Gamer Gate – Szene fühlte sich durch Feminismus und political correctness bedroht.
Witcher 3 – Spieleserie ist nach einer Romanserie geschrieben worden.
Aufgabe der Game-Autoren: Mittelding aus erlebbaren Büchern und erlernbaren Filmen machen
Spiele, die sich ernst nehmen, die eine Resonanz erzielen wollen, haben eine Story-Komponente.
Auch: Swurfminds – der User spielt Überlebende im Krieg, in einem stromlosen Haus, was sie alles tun müssen um zu überleben.
So wie es hohe Literatur gibt, gibt es mittlerweile auch hohe „Gaming-Literatur“.
AAA Games sind tendenziell oberflächlicher.
„Ob Games mehr in Richtung Stories entwickeln? ich würde es mir wünschen. Man erreicht leichter Menschen mit einer Message.“
Computerspiele werden sich noch eine Weile entwickeln; sie sind erst 35-40 Jahre alt im Gegensatz zu Theaterstücken, die 2.000 bis 3.000 Jahre alt sind und Romane gibt es seit dem 17. Jahrhundert.
Werden sich entwickeln: Edugames, VR, AR werden für Museen benutzt.
Der Mensch nimmt es sehr schnell übel, wenn man den Menschen zu gut imitieren kann. Wenn es zu nah an der Realität ist, ohne wirklich die Realität zu sein, das finden die Leute unsympathisch. Entmenschlichende Elemente wie z.B. blaue Hautfarbe werden dann eingesetzt.
3D- oder VR-Modelle von historischen Bauwerken, wo man Bauphasen übereinander stapeln kann, das wäre traumhaft – drehen, anfassen, reingehen, sowas würde ich mir wünschen. Lernfaktor.
Virtuelle Charaktere / Charaktere entwerfen für AIs
AI – artificial intelligence – die im Netz von ihren Gesprächspartnern gelernt hat. (MS Tay?) Das Experiment wurde abgebrochen, weil sie sich zu einem rassistischen, homophoben, misogynen Arschloch entwickelt hat.
Charakterentwicklung muss immer ein Wofür haben.
Storydesign entweder charakterzentriert oder handlungszentriert.
Story, Welt und Charakter müssen miteinander zusammenhängen, sonst fühlt es sich für den Leser unrund an. Charaktere müssen eine Funktion erfüllen.
Barbara Ondrisek – der Chatbot ist ein neues Gesicht, das du dem Unternehmen gibst. Mensch, Tier, Roboter – eine frühe Grundsatzentscheidung, von der die weitere Entwicklung abhängt – das Gesicht, das ich der Welt zeigen möchte …
In Clippy steckte nie „ich bin Windows“.
Die Charaktere machen die Message der Bücher/Games aus.
Figuren müssen auch die Möglichkeit haben dürfen, das Heft selbst in die Hand zu nehmen. Aber: Entscheidung zwischen Markt & Message. Momentaufnahmen können ein guter Kompromiss sein.
Zwangs-HappyEnds nehmen die Leser übel (z.B. Harry Potter)
Vermutlich wird das nächste Buch etwas Phantastisches/Übernatürliches haben … Vielleicht High-Phantasy. In Berlin?
Selfpublishing ist hochinteressant, auch als SP-AutorIn kann man z.B. PAN Mitglied werden.
SP ist eine valide Option, wenn man etwas schreiben möchte, das nicht in ein spezifisches Regal passt. Die Verlage warten auf das nächste große Ding, das aber nicht kommt.
Die Buchbranche ist sehr vorsichtig geworden, gehen keine Risiken mehr ein. Zwischendrin war „Mommy-Porn“ in – 50 Shades of Grey, etc.
Bestseller sind ja alle nichts Neues. Nur ein neuer Blickwinkel auf Altbekanntes; der richtige Mix und die richtige (humoristische) Einstellung und genug Budget dahinter. Genug Marketing-Budget schadet auch nicht. AAA Games, Blockbuster Hollywood Produktionen – immer dieselben Geschichten weil sie einfach ziehen. An der Heldenreise kann nicht viel schiefgehen.
Problem des Selfpublishing ist die Sichtbarkeit – wie kommt der Leser an den Content. Und die Qualitätskontrolle, die früher bei den Verlagen lag, trifft heute niemand. Die Schere zwischen Blockbuster und „unter ferner liefen“ öffnet sich immer weiter. Das Problem teilen alle Industrien, in denen sich Indies bewegen.
Brot verdienen ist als Autor schwierig.
Kunst ist im Mittel zwischen Hobby, Leidenschaft und Beruf.
Irgendwann ist es zu einem Selbstverwirklichungsding geworden mit der Kunst. Wirkliche Literatur ist ja nur Indie-Literatur, weil die wollen dafür ja nichts haben.
Wenn man was zu sagen hat, ist es ernsthafte Literatur und Kunst. Unterhaltungsliteratur ist das was man an Verlage verkauft.
Ich habe wenige Bücher, die mich in meinem Leben wirklich geprägt haben.
Es steckt Leidenschaft und Liebe zum Detail. Jeder, der Spiele entwirft macht das, weil er Spiele liebt.
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