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Themen der Folge
01:07 – Wirksamkeit messen
02:44 – Zielkonflikte zwischen Regulierungen
04:54 – Risikobasierter Ansatz
06:10 – Rolle der Compliance
08:19 – Nebenwirkungen von Regulierung
10:16 – Künstliche Intelligenz
12:42 – Lebendige Regulierung
14:17 – Schutz vor Anlagebetrug
16:54 – Zukunft der Compliance
19:13 – Zentrale Aussage
Host: Erkan Wisler, M.A. · Frankfurter Regulierungspodcast FCCR
Executive Summary:
Weil wir dazu neigen, auf Unsicherheit mit hektischem Handeln zu reagieren, statt systematisch vorzugehen.
Bei einem potenziellen Compliance-Verstoß wird oft von einem Moment auf den anderen alles umgestellt: Es werden übereilt Mitteilungen geschrieben, Zugriffe gesperrt, Berichte erstellt – und nach außen kommuniziert, man habe alles „unter Kontrolle“. Doch was passiert? Meist legt sich der Aktionismus schnell wieder, die Faktenbasis bleibt unklar, und der eigentliche Vorfall eskaliert.
Wir vergessen, dass echte Kontrolle in Krisen nicht bedeutet, sofort alles wissen zu müssen. Sondern Unsicherheit methodisch zu akzeptieren, sauber zu dokumentieren, Annahmen offenzulegen – Schritt für Schritt.
Wir übersehen, dass ein blinder Fleck nur dann entsteht, wenn niemand Verantwortung übernimmt. Dass nicht das einzelne Fehlverhalten die Eskalation auslöst, sondern dass Informationen nicht ganzheitlich betrachtet werden, weil sie auf mittlerer Ebene hängenbleiben oder kritische Fragen ausgeklammert werden.
Die Kunst der Krisenführung ist es, in kleinen, strukturierten Schritten Unsicherheiten zu organisieren, statt sie impulsiv zu überspielen. Immer wieder zu fragen: Welche Annahmen behandeln wir wie Tatsachen? Was tun wir – und was lassen wir bewusst?
Nur mit diesem kontinuierlichen Hinterfragen und methodischen Vorgehen bleibt das Unternehmen handlungsfähig – auch dann, wenn die Faktenlage alles andere als eindeutig scheint. Entscheidungen in der Krise werden so nachvollziehbar und – vor allem – nachhaltig tragfähig
Fragen in der Episode
Dr. Patrick Glauner: Professor für Künstliche Intelligenz, Technische Hochschule Deggendorf
KI in der Praxis: Von Klassifikation über Computer Vision hin zu Embedded AI
Regulatorische Rahmenwerke: Digital Services Act & Digital Markets Act
Anwendungen und Herausforderungen von KI in der Industrie
Einblicke in die Ausbildung und Forschung an der Informatik-Fakultät (Bachelor/Master, Computer Vision)
Host: Erkan Wisler
Kontrollmechanismen oder Kontrollillusion?
Neue Anforderungen an Governance
Moderne Governance endet nicht bei internen Kontrollen. Sie umfasst den aktiven Dialog mit Stakeholdern sowie den transparenten Umgang mit gesellschaftlichen und ethischen Fragestellungen. Erst dieses erweiterte Verständnis ermöglicht nachhaltige Steuerung.
Regulatorische Komplexität als Belastungsprobe
Verschärft wird die Situation durch sogenanntes „Gold Plating“, also nationale Zusatzanforderungen über EU-Regeln hinaus. Das Ergebnis: steigende Komplexität, hoher Ressourcenaufwand und eine erschwerte Gesamtsteuerung.
Silodenken als strukturelles Risiko
Ein Lösungsansatz liegt in „Integrated Assurance“. Durch die enge Verzahnung von Risiko-, Compliance-, Kontroll- und Revisionsfunktionen lassen sich Doppelarbeiten reduzieren, Prozesse beschleunigen und Risiken ganzheitlicher steuern – ein klarer Vorteil, insbesondere bei begrenzten Ressourcen.
Verantwortung beginnt in der Linie
Second- und Third-Line-Funktionen können unterstützen – aber nicht ersetzen, was Führungskräfte im Alltag vorleben müssen. Entscheidend ist eine Unternehmenskultur, die Offenheit fördert und psychologische Sicherheit schafft. Mitarbeitende müssen Themen ansprechen können, ohne negative Konsequenzen befürchten zu müssen. Die Qualität von Dialogen und Meetings wird damit zum echten Gradmesser funktionierender Governance.
Aufsichtsrat im Wandel
Gleichzeitig gewinnt die Vielfalt der Kompetenzen im Aufsichtsrat an Bedeutung: Neben fachlicher Expertise sind insbesondere Perspektiven zu Ethik, Governance und gesellschaftlicher Verantwortung gefragt.
Woran gute Governance erkennbar ist
Weitere Indikatoren sind:
Fazit: Governance braucht Haltung - Corporate Governance ist heute weit mehr als Regelbefolgung. Sie erfordert einen integrierten Ansatz, der Kontrolle, Kultur und Verantwortung verbindet.
Unternehmen, die langfristig erfolgreich sein wollen, müssen Governance als dynamisches System verstehen: geprägt von Dialog, gesellschaftlicher Einbindung und klarer Werteorientierung. Nur so entsteht echte Steuerungsfähigkeit – und keine bloße Kontrollillusion.
In dieser Episode des Frankfurter Regulierungspodcasts diskutiert Erkan Wisler mit Max Müller, Head of Global Public Affairs bei der Bayer AG, über grundlegende Fragen zur Rolle und Ausgestaltung von Regulierung.
Inhalte im Überblick:
Woran erkennt man wirksame Regulierung?
Das Regulierungsproblem: Zeit und Abstimmung
Regulierung und Innovationsförderung
Positive Beispiele und Zielkonflikte
Technologieoffenheit und Evidenzbasierung
Einbindung der Wissenschaft
Legitime Interessenvertretung und Transparenz
Strukturierter Austausch und Entscheidungsfindung
Grundsatz für gute Regulierung
Diese Episode bietet einen fundierten, praxisnahen Einblick in die Herausforderungen und Anforderungen moderner Regulierung aus Unternehmensperspektive und spricht insbesondere Fachleute aus den Bereichen Politik, Wissenschaft und Industrie an.. Irrtümer vorbehalten
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Herr Wisler spricht mit Herr Theurer über die wichtigsten Risiken für die Finanzstabilität bis 2026. Dazu zählen geopolitische Unsicherheiten, steigende Staatsverschuldung, Cyberrisiken und Abhängigkeiten bei Cloud-Diensten. Besonders wichtig sind ausreichende Kapitalpuffer bei Banken und ein gutes Risiko- sowie digitales Management. Auch die wachsende Rolle von Nichtbanken (Fonds, Versicherungen, Private Credit) für das Finanzsystem wird diskutiert. Als zentrale Herausforderungen werden eine effektivere und weniger komplexe Regulierung, die Verbesserung der Datenlage und eine starke interne Governance von Banken genannt.
Das Takeaway am Schluss: Das System ist widerstandsfähig, aber es braucht weiterhin eine umsichtige Regulierung und genügend Eigenkapital als Sicherheitspuffer.
Es werden spannende Einblicke in den Prozess der Regulierungsvereinfachung, Messbarkeit und Proportionalität gegeben.
Themen dieser Episode:
Warum Vereinfachung jetzt im Fokus der EU-Kommission steht und wie sie als politisches Leitmotiv verankert wurde
Die „Drei-Säulen-Strategie“: Rückblick und Korrektur vergangener Überregulierung, Integration der Vereinfachung in neue Gesetzesvorschläge und das Aufräumen von Inkonsistenzen in bestehenden Regelwerken
Wie messbar ist regulatorische Entlastung? – KPIs, Kostenmodelle und Einsparpotenziale (z. B. bereits 12 Milliarden Euro pro Jahr durch die ersten Vereinfachungen)
Komplexitätszunahme im Gesetzgebungsprozess: Wo und warum sie am häufigsten wächst
Bedeutung der verschiedenen Gesetzgebungsebenen (Level 1, 2, 3) und wie Delegierte Akte und technische Standards mitbestimmen, ob eine Regelung praxistauglich bleibt
Umgang mit Parallelität und Timing bei Anforderungen: Wie KI und Legal/RegTech helfen, Inkonsistenzen und Überlappungen zu erkennen
Goldplating und nationale Auslegungen: Welche Instrumente die Kommission hat, um Harmonisierung sicherzustellen
Proportionalität als zentrales Designprinzip und Beispiele (Schwellenwerte, Dokumentationstiefe, Voluntary Standards)
Vereinfachung im ESG-/Nachhaltigkeits-Reporting und wie die Datenflut begrenzt werden kann
Die Rolle von Rückkopplungen aus der Praxis: Omnibus-Verfahren, Implementierungsdialoge und Evaluierungen
Tipps für Unternehmen, um effizienter auf regulatorische Änderungen zu reagieren
Ausblick: Wie die EU bis 2026 konkrete Vorteile für Unternehmen schaffen will und warum eine kontinuierliche „Sense of Urgency“ wichtig bleibt
Zitate aus der Folge:
„Proportionalität ist das zentrale Prinzip für erfolgreiche Regulierung.“
„Ohne Sense of Urgency und kontinuierliches Nachhalten bleibt vieles nur ein Stückwerk.“
Wer sollte reinhören?
n dieser Folge widmen sich Prof. Co-Pierre Georg und Erkan FCCR den aktuellen Entwicklungen, Herausforderungen und Chancen, die die Digitalisierung im Finanzsektor mit sich bringt. Der Fokus liegt auf der evolvierenden Rolle von Blockchain-Technologien, dezentralen Finanzsystemen (DeFi), Stablecoins sowie der Einführung digitaler Zentralbankwährungen wie dem digitalen Euro.
Die Diskussion beleuchtet, wie neue Marktteilnehmer, innovative Geschäftsmodelle und regulatorische Anforderungen traditionelle Strukturen herausfordern und wie Regulierungsbehörden versuchen, Innovation und Stabilität auszubalancieren. Beispiele wie der Zusammenbruch des algorithmischen Stablecoins Terra Luna zeigen dabei nicht nur die Risiken, sondern auch den anhaltenden Bedarf nach stringenter Regulierung und robusten Schutzmechanismen.
Ebenfalls thematisiert werden konkrete Anwendungsbereiche wie die Tokenisierung von Wertpapieren, Privacy-Herausforderungen bei digitalen Zahlungsverkehrslösungen und die Frage, wie Europa seine digitale Souveränität gegenüber internationalen Zahlungsdienstleistern stärken kann. Abgerundet wird die Folge durch einen Ausblick auf zukünftige Entwicklungen und Empfehlungen für Studierende, die eine Karriere im Bereich Blockchain und digitale Finanzinnovationen anstreben.
Diese Episode bietet einen fundierten Einblick für Professionals, Entscheidungsträger und Interessierte, die verstehen wollen, wie sich das Finanzsystem im Spannungsfeld zwischen Innovation und Regulierung transformiert.
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