Das Tochterunternehmen des Flughafen München, die Eurotrade, hat einer engagierten Betriebsrätin und Kandidatin für den Aufsichtsrat im Juni 2024 fristlos gekündigt.
Nun kämpft Neli Birks vor Gericht, mit ihrem Anwalt Rüdiger Helm, gegen ihre Entlassung.
Die Gründe für die Kündigung liegen im Versenden dienstlicher E-Mails an ihr privates Postfach, die Daten vonbeschäftigten Leiharbeitern enthielt. Den Gewerkschaftssekretär Dominik Datz nahm sie in BCC.
Das sie die Mail geschickt hat, ist unstrittig – zu dem damaligen Zeitpunkt war es üblich, dass Post an private Mails weitergeleitet wurde – auch von der Geschäftsleitung. Sie wollte die Schichtpläne abgleichen. Zudem gibt es wegen der Leiharbeiter*innen in einem anderem Prozess eine Anfechtung der letzten Betriebsratswahl.
Aber wie kam die Geschäftsleitung dazu, von dieser Mail zu wissen? Hat sie das Postfach einer unliebsamen Betriebsrätin ausgespäht? Das behauptet zumindest Nelis Anwalt Helm auf der Kundgebung : „Man hat jede Gelegenheit genutzt, um sie loszuwerden. Sie ist eine engagierte Betriebsrätin und hatte bei dem letzten Streik am Flughafen bis zu 100 Mal den Betrieb lahmgelegt.“ Dass eine E-Mail an die Gewerkschaft weitergeleitet wurde, sei laut Helm vom Gesetzgeber gedeckt.
Der Fall hat inzwischen bundesweit für eine breite öffentliche Aufmerksamkeit gesorgt. Am Montag waren rund 100 Personen zu der von ver.di organisierten und der katholischen Arbeitnehmerbewegung unterstützten Kundgebung vorm Arbeitsgericht erschienen, um ihre Unterstützung für die Gekündigte zu zeigen. Unterstützer*innen aus Hannover, Augsburg, Nürnberg, Mittel und Oberfranken sind sogar angereist. Aber hören sie selbst – LORA war vor Ort und hat Kolleg*innen von Neli und sie selbst befragt.