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  • AfD-Parteitag in Erfurt: Ein Stocken in der Dynamik der Gegenproteste?
    Das antifaschistische und überregionale Aktionsbündnis "Widersetzen" hat auch am vergangenen Samstag, dem 04. Juli 2026 Störaktionen gegen den Bundesparteitag der AfD in Erfurt durchgeführt. Dabei kam es in keinster Weise zu einem "Endgame-Szenario", wie es beispielsweise die "Welt" zuvor noch skizziert hatte. Das Geschehen um den Parteitag blieb überwiegend friedlich. Das lag unter anderem daran, dass die Straßenblockaden, mit denen die Zufahrt der AfD-Delegierten auf das Messegelände in Erfurt hätte verhindert werden sollen, von den Parteimitgliedern der AfD um ein paar wenige Stunden umschifft wurden. Die Bereitschaftspolizei, die zum größten Einsatz in der Landesgeschichte Thüringens angerückt war, ging also sparsam gegen die Protestierenden vor, denn eine unmittelbare Notwendigkeit die Blockaden zu räumen war nun nicht mehr gegeben. Die AfD konnte ihren Parteitag mit nahezu vollständiger Anzahl der erwarteten Teilnehmenden abhalten während die Polizei die Protestierenden aus dem Aktionsbündnis walten lassen und mit vergleichsweise wenig Gewalt "hart durchgreifen" konnte.
    Auch wenn die Blockaden dieses Mal nicht besonders effektiv waren: Das Aktionsbündnis Widersetzen hat in Erfurt gezeigt wie groß sein Potenzial ist im Kampf gegen Rechts zu mobilisieren. Alleine aus Freiburg machten sich etwa 850 Menschen auf den Weg, viele davon beteiligten sich zum ersten Mal an einer Aktion zivilen Ungehorsams. Sie fanden sich gegen 6 Uhr morgens auf der A71 westlich der thüringer Landeshauptstadt wieder. Radio Dreyeckland war mit den Aktivisti vom gelben Aktionsfinger auf der Autobahn und begleitete sie von dort bis zum Parkplatz vor dem Messegelände, wo die große angemeldete Kundgebung sie fast schon feierlich empfing.
    15 min
  • KOLUMNE ► Reformen? Was zur Hölle! Aufruf zum Widerstand. (Serie 1273: arbeitsunrecht FM)
    Revolutionär-reformistisches Sofort-Programm für ein friedliches, ökologisches, weltoffenes Deutschland.
    ...so süß wie Maschinenöl — ARBEIT, ÖKONOMIE & ALLTAG | Eine Kolumne von Elmar Wigand für arbeitsunrecht FM #08/26 und die Graswurzelrevolution Nr. 511, September 2026
    Das Problem fängt schon mit dem Begriff an: Wenn Politiker heutzutage "Reformen" fordern, gilt für die die arbeitende Bevölkerung Alarmstufe rot. Denn mit Reformen bezeichnet die verblödete Kaste, welche die Bundesrepublik seit Jahrzehnten regiert – oder besser gesagt: welche das Gemeinwesen systematisch aushöhlt und sich auf unsere Kosten bereichert – mit Reformen meinen diese Figuren: frontale Angriffe auf Renten, Lohnniveau, Arbeitsbedingungen und Gesundheitsversorgung.
    Verarmung bringt Reichtum. Rückschritt ist Fortschritt.
    Ein Zusammenhang zwischen Reichtum und Armut wird nicht hergestellt. Ein System dahinter geleugnet. Oder gar nicht gesehen. Der real existierende Kapitalismus im Endstadium gilt ihnen nicht einmal mehr als "beste aller Welten" – eine andere Welt gibt es nicht mehr.
    Dabei war die Reform früher einmal etwas völlig anderes. "Reformist" war ein Schimpfwort der radikalen Arbeiterbewegung. Die Reform war eine friedliche, aber effiziente Gegenspielerin der Revolution – vielleicht ihre rivalisierende, gar verhasste Schwester. Die Reform galt den einen als perfide Methode, die Massen in das Ausbeuter-System zu integrieren und die Proleten von Aufruhr und Umsturzplänen abzubringen. Und zwar – man mag es kaum glauben – durch reale, substantielle Verbesserung der Lebensbedingungen der arbeitenden Bevölkerung! Wow!! Sozialer Wohnungsbau, Rente, BaFög, Bibliotheken und Schwimmbäder. Gesamtschulen, Allgemeine Ortskrankenkassen.
    Für die Sozialdemokratie waren Reformen der friedliche Weg zur Revolution. (Herausgekommen ist leider die Überführung der Arbeiterklasse ins spießige Kleinbürgertum.)
    Jetzt ist die Reform reaktionär – ein Angriff auf die Errungenschaften der Arbeiterklasse. Und was früher die Reformisten errungen haben, gilt heute als Ding der Unmöglichkeit, gar als revolutionär. Wir erinnern uns: Der Verfassungsschutz-Chef Hans-Georg Maaßen sah 2018 in der Regierungspartei SPD "linksradikale Kräfte" am Werk – er meinte den Juso-Vorsitzenden Kevin Kühnert.
    Diese Verschiebung zur reaktionären Reform erkläre ich mir so: Es gibt keine ernst zu nehmenden Revolutionär*innen mehr. Es fehlt die Bedrohung.
    Der radikale Gegendruck jedenfalls fehlt seit langem. Versteht mich nicht falsch: Ich habe nichts gegen Reformen. Ich bin für die Verbesserung der Lebensverhältnisse. Weil ich selbst ein armer Schlucker bin, der keine Rente zu erwarten hat.
    Wir sollten in diesem Sinne wieder zusammen kommen.
    Arbeits-Titel: Scheiß Reformen! Dazu wechselnde Forderungen: 8 Stunden Arbeit. | Holt es von den Reichen. | Rente mit 65 für alle. | Genossenschaften gründen. | ÖPNV flott machen. Für alle. | Gut und günstig wohnen. | Bürgerversicherung statt Profite. | Für ein friedliches Deutschland.
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    9 min
  • Kindheit im Nationalsozialismus - "Ich bezweifle, dass ich mit dieser Schuld hätte leben können..."
    Anlässlich der Kundgebung zum 81. Jahrestag der Befreiung vom Faschismus an der Macht, am 8.Mai 2026, sprach Barbara Volhard über ihre Kindheit im Nationalsozialismus. Die fast 92-jährige Zeitzeugin hat besonders prägende Ereignisse auch schriftlich festgehalten: (https://www.pressenza.com/de/2026/01/gnade-oder-fluch-der-spruch-von-der...)
    Sehr eindrücklich schlidert sie u.a., wie die Indotrination der Nationalsozialisten, in Schule und Gesellschaft, sie vor über 80 Jahren in einen furchtbaren Gewissenskonflikt zwischen der Loyalität zu, „Führer, Volk und Vaterland“ und der Loyalität zu ihrer Familie, trieb.
    9 min
  • Deutsche Wohnen & Co enteignen - Wohnungen der Profitgier der Konzerne entreißen - Interview mit dem Aktivisten Florian
    Laut dem aktuellen Berliner Mietspiegel sind die durchschnittlichen Mieten pro m² in Berlin, von knapp 6,50€ im Jahr 2010, auf fast 20,00€ im Jahr 2026, gestiegen.
    Zwei der größten privaten Wohnungsunternehmen in Berlin sind, bzw waren, Deutsche Wohnen mit über 100 000 Wohnungen, und VONOVIA mit 140 000 Wohnungen. Genau diese beiden privaten Wohnungsunternehmen stehen seit Jahren stark in der Kritik, sich nur unzureichend um die Instandhaltung ihrer Liegenschaften zu kümmern und auf Kosten ihrer Mieter*innen Profit zu machen.
    2021 fand ein Volksentscheid statt, bei dem 59% der Berliner*innen für die Enteignung von Deutsche Wohnen ( das inzwischen von VONOVIA gekauft wurde) stimmten. Da die Abstimmung nicht bindend war und deshalb vom Senat nicht umgesetzt wurde, wird gerade ein zweiter bindender Volksentscheid vorbereitet. Wir haben mit dem Aktivisten Fabian, von Deutsche Wohnen & Co enteignen, gesprochen.
    10 min
  • Prozess um den Tod von Ibrahima: "Ich erwarte, dass der Staat nicht wieder den Tod eines Geflüchteten bloß verwaltet", sagt Aktivist Omar Alkadamani
    „Ihr habt meinen Sohn getötet, weil er nicht von hier ist." Das sind die Worte von Harouna Barry, dem Vater von Ibrahima Barry. Ibrahima kam als Jugendlicher aus Guinea nach Deutschland, auf der Suche nach einem sicheren Leben.
    Sein Asylantrag wurde abgelehnt, eine Arbeitserlaubnis immer wieder verweigert. Am 6. Januar 2024 soll er sich in einer psychischen Ausnahmesituation in seiner Unterkunft in Mülheim-Saarn befunden haben. Die Polizei wurde gerufen. Was danach geschah, endete mit Ibrahima Barrys Tod.
    Seit dem 24. Juni 2026 stehen neun Polizistinnen und Polizisten vor dem Landgericht Duisburg. Der Vorwurf:
    gefährliche Körperverletzung im Amt. Nicht Totschlag. Nicht Mord Wir sprechen darüber mit Omar Alkadamani. Omar Alkadamani ist deutsch-syrischer Student und lebt in Leipzig
    12 min
  • Seit Februar ausverkauft: Hamlet am Theater Freiburg
    Schlag Acht. Die Geister kommen....
    "Glaubt Ihr an Geister? Würdet Ihr Eurem Verstand trauen, wenn Euch einer begegnete? Seit Anbeginn der Zeiten begleiten durchscheinende, unfassbare Präsenzen Verstorbener die Menschheit. Und sie tun es bis heute: Geister sind tief in unserer (Pop-)Kultur verwurzelt. Sie spuken auf Bildschirmen, in der Literatur und der bildenenden Kunst, in Folklore und Mythen. Und auch im Theater sind sie zu Hause. Etwa bei William Shakespeare, einem Meister darin, Abwesendes zu beschwören - Stimmen, Gesichter, Körper, Geister. Am eindrucksvollsten gelingt ihm das in Hamlet. Zu Beginn des Stücks begegnet Hamlet dem Geist seines toten Vaters. Er erscheint aus dem Fegefeuer, beklagt, dass ihm die Sterbesakramente vorenthalten wurden, und fordert von seinem Sohn, seinen Tod zu rächen. Er löst damit einen Alptraum aus, der schließlich nicht nur seinen Bruder und Mörder vernichtet, sondern dazu noch Polonius, Ophelia, Laertes, Rosencrantz, Guildenstern, Gertrude und den eigenen Sohn. [...]"
    (Anna Gojer, Dramaturgie)
    Julia Riedler inszeniert Hamlet am Theater Freiburg. Sterna und die meike empfehlen das unkonventionelle Stück wärmstens für alle ab 16 Jahren, die auch mit Nebel, Benzingeruch, Suzidthematik und plötzlichen lauten Geräuschen umgehen können!
    HamletTF läuft am Donnerstag, 9. Juli um 20 Uhr im Kleinen Haus, Bertoldstr. 46
    Karten ab 10€ ermäßigt/14€ Normalpreis
    Nachtrag: Wir vergaßen die tollen Kostüme von Sophie Reble - die es schaffte, den Geistern auf der Bühne ganz ohne Betttuch eine geisterhafte Aura zu verleihen - und die solide Arbeit von Licht, Ton, Technik und Dramaturgie zu erwähnen. Ohne all die unsichtbaren Hände wäre die Umsetzung jedweden Theaterstückes gar nicht möglich. Ihnen galt neben der grandiosen Besetzung der frenetische Applaus!
    14 min

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