Viele Menschen erleben Krisen, Kriege oder soziale Ungerechtigkeit als einen Dauerzustand. Die Philosophin Dr. Marina Christodoulou beschreibt in ihrem Aufsatz „Zu einer Genealogie der ontologischen Erschöpfung“ einen Prozess, der von Irritation über Empörung bis hin zu einer tiefen Erschöpfung des Weltbezugs führen kann.
Am Anfang stehen Irritation und Empörung, nicht Erschöpfung. Doch wenn diese Empörung immer wieder ins Leere läuft, kann daraus eine tiefere Form der Erschöpfung entstehen. Eine Erschöpfung unseres Bezugs zur Welt und ebenso zum eigenen Handeln. Christodoulou nennt das „ontologische Erschöpfung“. Warum ist das mehr ist als Burnout und weshalb ist gerade die Fähigkeit zur Empörung auch ein Ausgangspunkt für Hoffnung.
RDL sprach mit der an der Constructor University in Bremen unterrichtenden Philosophin Marina Christodoulou über Irritation, Erschöpfung und Hoffnung.
Der Aufsatz ist im Original ("Toward a genealogy of ontological exhaustion: becoming indignant-to-life (ontological indignation) before becoming exhausted-to-life (ontological exhaustion") ohne Bezahlschranke hier erhältlich:
https://www.researchgate.net/publication/404399766_TOWARD_A_GENEALOGY_OF_ONTOLOGICAL_EXHAUSTION_becoming_indignant-to-life_ontological_indignation_before_becoming_exhausted-to-life_ontological_exhaustion
Wir haben das Gespräch auf Englisch geführt.