Ein Leuchtturm sollte die Privatisierung der Universitätskliniken Gießen-Marburg (UKGM) sein, so der damalige hessische Ministerpräsident Roland Koch von der CDU. Und er behielt recht. Dieser Leuchtturm warnt beständig alle Landesregierungen davor, ihre Universitätskliniken zu privatisieren.
Ende Mai dieses Jahres wurde ein Brief des Vorstands der Rhön-Klinikum AG an alle Klinikdirektoren bekannt, in dem trotz hoher Überschüsse Maßnahmen zur Kostensenkung verlangt werden. Mehrheitseigner bei der Rhön-Klinikum AG, zu der das UKGM gehört, ist seit 2020 der Klinikkonzern Asklepios.
Zur Renditesteigerung soll beim Personal sowie bei Verbrauchsmaterialien, Laborkosten und Instandhaltung gespart werden, das Übliche bei gewinnorientierten Unternehmen also. Allerdings hatten die Kolleg*innen des UKGM der Geschäftsführung im Jahr 2023 einen Tarifvertrag Entlastung (TVE) abgetrotzt. Demnach wären eher weitere Einstellungen als Einsparungen zu erwarten.
Die Erkämpfung des TVE war ein toller Erfolg für ver.di und die häufig überlasteten Kolleg*innen. Doch die Mühen der Ebene, seine Umsetzung, sind weit größer als erwartet.
Darüber sprachen wir anlässlich einer Kundgebungsaktion mit dem zuständigen ver.di-Sekretär für das UKGM, Fabian Dzewas-Rehm.