Interview mit Florian Hayko, Rechtsanwalt für Steuerrecht bei SBS Legal Hamburg
Das Haus bleibt in der Familie. Die Erbschaftsteuer trotzdem nicht.
Viele Immobilienbesitzer gehen davon aus, dass sich die Übergabe des Hauses irgendwann regeln lässt. Doch genau dieses "Irgendwann" kann richtig teuer werden. Denn während viele Familien warten, läuft eine steuerliche Uhr weiter – und mit jedem verlorenen Jahr schwinden Gestaltungsmöglichkeiten.
Wer früh plant, entscheidet selbst. Wer wartet, überlässt vieles dem Gesetz.
Ein Hamburger Grundstück, in den 1950er-Jahren für 50.000 Mark gekauft, ist heute ein Vielfaches wert. Was früher problemlos innerhalb der Freibeträge lag, überschreitet heute oft die Grenze zur Erbschaftsteuer. Dabei eröffnet der Gesetzgeber alle zehn Jahre neue Freibeträge. Wer früh beginnt, kann sie mehrfach nutzen. Wer zu lange wartet, verliert diese Chance dauerhaft.
Das Haus den Kindern schenken – und trotzdem darin wohnen bleiben
Für viele klingt das unmöglich. Tatsächlich gibt es dafür ein bewährtes Instrument: den Nießbrauch.
Die Kinder werden Eigentümer der Immobilie. Die Eltern behalten das lebenslange Wohnrecht oder erhalten weiterhin die Mieteinnahmen. Gleichzeitig reduziert der Nießbrauch den steuerlichen Wert der Schenkung erheblich. Je früher die Übertragung erfolgt, desto größer kann dieser Vorteil ausfallen.
Wer hier spricht – und warum das einen Unterschied macht
Florian Hayko ist Rechtsanwalt für Steuerrecht bei SBS Legal in Hamburg und berät Familien bei der Vermögensübertragung von Immobilien. Auf seinem Schreibtisch landen nicht nur Fälle, in denen sechsstellige Steuerbeträge hätten vermieden werden können – sondern auch Familien, die zu lange gewartet haben und nun mit Streit, unnötigen Steuern oder widersprüchlichen Testamenten umgehen müssen.
Drei Erkenntnisse aus der Folge solltest du kennen:
Zehn Jahre können Hunderttausende Euro Unterschied machen. Die Freibeträge für Schenkungen stehen alle zehn Jahre erneut zur Verfügung. Wer früh plant, kann Immobilienvermögen häufig deutlich steuergünstiger übertragen.
Das Berliner Testament ist nicht immer die beste Lösung. Was viele als Standard betrachten, kann dazu führen, dass wertvolle Freibeträge ungenutzt verfallen und später unnötige Erbschaftsteuer entsteht.
Schenkung und Testament gehören immer zusammen. Wer seine Immobilie überträgt, sollte auch das Testament überprüfen. Andernfalls entstehen schnell Widersprüche, die später zu Streit innerhalb der Familie führen können.
Wer wissen möchte, wie Nießbrauch wirklich funktioniert, warum frühzeitige Planung oft wichtiger ist als jede Steuerstrategie und weshalb nicht das Finanzamt, sondern der richtige Zeitpunkt über hohe Steuerzahlungen entscheidet, sollte diese Folge hören – solange die Entscheidungen noch in der eigenen Hand liegen.
Jetzt reinhören und erfahren, wie du dein Haus innerhalb der Familie weitergeben kannst – ohne dabei unnötig Steuern oder Gestaltungsmöglichkeiten zu verschenken.
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