In dieser Folge spreche ich über eine Dynamik, die viele Frauen kennen – im privaten Umfeld ebenso wie im Business oder im Coaching. Du setzt eine Grenze, benennst ruhig eine Grenzüberschreitung, bleibst sachlich – und bekommst als Reaktion den Satz: „Reg dich nicht auf.“
Doch was, wenn es in diesem Moment gar nicht um Aufregung geht, sondern um Klarheit? Und was passiert, wenn genau diese Klarheit plötzlich umgedeutet wird – zur Überreaktion, zur Emotionalität, zur Zumutung?
Ich spreche darüber, warum dieser Satz kein harmloser Kommentar ist, sondern oft Teil einer Täter-Opfer-Umkehr. Ein psychologisches Muster, bei dem Verantwortung verschoben wird: Weg von der Grenzüberschreitung, hin zur Reaktion derjenigen, die die Grenze gesetzt hat. Besonders Frauen kennen dieses Gefühl, plötzlich ein schlechtes Gewissen zu bekommen, obwohl sie nichts anderes getan haben, als für sich einzustehen.
In der Folge geht es um Projektionen, um People-Pleasing und um die Frage, warum emotionale Arbeit so häufig ungefragt Frauen zugeschoben wird – privat wie beruflich. Ich spreche darüber, warum es unverschämt sein kann, mit bestimmten Themen konfrontiert zu werden, und warum es völlig legitim ist zu sagen: Ich bin nicht die richtige Person dafür.
Ich teile meine Haltung dazu, warum ich nicht mehr ungefragt berate, warum nicht jede Anfrage eine Antwort verdient und warum Klarheit kein Mangel an Empathie ist, sondern ein Ausdruck von Selbstachtung und Führung. Gerade im Business wird Klarheit bei Frauen oft als Emotionalität gelesen, während sie bei Männern als Stärke gilt. Dieses Muster zu erkennen, ist ein erster Schritt, um sich davon zu lösen.
Diese Folge ist eine Einladung, die eigene Wahrnehmung ernst zu nehmen, Projektionen dort zu lassen, wo sie entstehen, und Verantwortung nicht zu übernehmen, die einem nicht gehört. Manchmal ist die stärkste und gesündeste Reaktion nicht, sich zu erklären, sondern einfach nichts mehr zu sagen.