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Was, wenn ein Spiel plötzlich Grenzen überschreitet? Was, wenn ein „Nein“ überhört wird?
Angelika (63) und Veronika (28) sprechen darüber, wie Prävention von sexualisierter Gewalt in der Kinder- und Jugendarbeit aussieht, wie Fehlerfreundlichkeit, Transparenz und echte Einvernehmlichkeit auf Freizeiten gelebt und erlebt werden.
Alte Spiele wie „Flaschendrehen“ oder „Zuzwinkern“ bekommen neue Regeln, ein „Offenes-Ohr-Team“ wird zum niedrigschwelligen Gesprächsangebot, eine klare Tagestruktur bietet Zeit für Feedback und Fehlerfreundlichkeit.
Zwei Generationen aus der kirchlichen Kinder- und Jugendarbeit zeigen, was Prävention für sie bedeutet: junge Menschen zu stärken, ihnen Mut zu machen, Grenzen zu setzen. Und als Erwachsene deutlich zu sagen: Grenzverletzungen müssen nicht hingenommen werden.
Die zentrale Frage, nicht nur in Konflikten: Was braucht dieses Kind, diese Jugendliche – genau jetzt?
Veronika Bennink, Jugendreferentin im Synodalverband Emsland-Osnabrück der Evangelisch-reformierten Kirche – Kontakt: https://reformiertejugend.de/regionen/emsland-und-osnabrueck/
Angelika Suiver, Diakoniereferentin im Synodalverband Emsland-Osnabrück der Evangelisch-reformierten Kirche – Kontakt: https://baccum-lingen.reformiert.de/Diakoniereferentin.html
Musik: YellowBirdBeats/ Pixabay
Was hat ein Gottesdienst mit Gewalt zu tun? Mehr, als wir oft denken. Denn nicht nur Taten, auch Worte können verletzen. Unbedachte Formulierungen, festgefahrene Sprachbilder oder gut gemeinte Gebete können Menschen beschämen, Themen tabuisieren oder Betroffene zu hilflosen Opfern machen – während Täter*innen unsichtbar bleiben.
Doch nicht nur Sprache wirkt: Auch rituelle Handlungen wie Segnungen oder die Feier des Abendmahls prägen den Gottesdienst. Dabei könnenGrenzen von Nähe und Distanz – auch körperlich – überschritten werden.
Gleichzeitig birgt der Gottesdienst großes Potenzial: Als Schutzraum kann er heilsam sein, Resilienz stärken und verborgene Widerstandskräfte wecken.
Wie Pastor*innen und ehrenamtliche Liturg*innenGottesdienste gewaltsensibel gestalten können, darüber sprechen Pastorin Steffi Sander und Social-Media-Pastorin Barbara Schenck im Landeskirchenamt der Evangelisch-reformierte Kirche.
Literatur zum Thema – online:
ccMusikYellowBirdBeats/ Pixabay
Good Practice zur Erstellung eines Schutzkonzeptes für die Kirchengemeinde
Pastor Martin Hinrichs aus Lüneburg und Manuela Feldmann von der Fachstelle Prävention von sexualisierter Gewalt in Leer berichten von erprobten Methoden, mit denen Menschen miteinander ins Gespräch kommen können. Ziel ist es zu lernen, wie grenzverletzende Situationen wahrgenommen, verhindert oder im Bedarfsfall unterbrochen werden können.
Wimmelbilder regen dazu an, über selbst erlebte unangenehme Situationen zu sprechen.
Superheld*innen aus Kinofilmen helfen dabei, die nötigen „Superkräfte“ zu benennen und zu entdecken.
Piktogramme machen Verhaltenskodex und Schutzkonzept sichtbar und leicht verständlich.
Aus seinen Erfahrungen mit einem „Gesprächsgottesdienst“ erzählt Martin Hinrichs außerdem, wie das Thema Prävention von sexualisierter Gewalt im Gottesdienst angesprochen und bedacht werden kann.
Und vor allem geht es um den wichtigen ersten Schritt: einen Prozess in Gang zu setzen, an dem möglichst viele Menschen beteiligt sind – Erwachsene wie Jugendliche, aus unterschiedlichen Bereichen der Gemeindearbeit.
Kontakt
Manuela Feldmann
https://www.reformiert.de/fachstelle-sexualisierte-gewalt.html
Bausteine (Fragen) zur Erarbeitung eines Schutzkonzeptes
https://www.reformiert.de/bauplan-eines-schutzkonzeptes.html
Barbara Schenck
https://digitalekirche.reformiert.de/startseite.html
Musik
Yellow Bird Beats from Pixabay
Von sexualisierter Gewalt, die Kindern und Jugendlichen angetan wird, zu sprechen, ist nach wie vor ein Tabu. Schwer zu ertragen ist, was betroffenen Kindern angetan wurde oder noch immer angetan wird. Die Sprache weicht aus, spricht von Machtmissbrauch, wo Gewalt geschieht, von häuslicher Gewalt, wenn Kinder betroffen sind.
Für das Schweigen gibt es viele Gründe. Scham und Selbstvorwürfe können der Grund sein, warum Erwachsene dem Thema ausweichen, das Schweigen kann aber auch ein Schutzschild sein oder eine Überlebensstrategie für traumatisierte Erwachsene.
Manuela Feldmann von der Fachstelle sexualisierte Gewalt der Evangelisch-reformierten Kirche ermutigt, das Tabu zu brechen und über Gewalt zu sprechen. Denn: Jede und jeder kann etwas tun gegen Gewalt.
Kontakt
Fachstelle sexualisierte Gewalt der Evangelisch-reformierten Kirche: www.reformiert.de/fachstelle-sexualisierte-gewalt.html
ccMusik: YellowBirdBeats from Pixabay
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