Gespräch über Multiple Sklerose, Patient:innen-Kompetenz und die neue ASV in Konstanz
Nachdem wir dieses Gespräch geführt haben, haben die Kliniken Schmieder mittlerweile die Zulassung für die Ambulante Spezialfachärztliche Behandlung für Multiple Sklerose bekommen.
Falls Sie Interesse an einem Gespräch mit Prof. Dr. C.Dettmers haben, können Sie sich bei ihm melden. Seine E-Mail-Adresse: c.dettmers@ kliniken-schmieder.de.
Sie benötigen einen Überweisungsschein vom Hausarzt oder Neurologen, auf dem angekreuzt ist: „Behandl. gemäß §116b SGB V“ und als Text angegeben ist: ASV-MS."
Begriffe aus dem Gespräch
Multiple Sklerose: Eine entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems, die sehr unterschiedliche Beschwerden auslösen kann.Ambulante Spezialfachärztliche Versorgung: Ein Versorgungsangebot für Menschen mit komplexen oder seltenen Erkrankungen, bei dem verschiedene Fachärzt:innen eng zusammenarbeiten.Prof. Thomas Henze: Ein Mediziner, der sich intensiv mit der Versorgung und Information von Menschen mit MS beschäftigt hat.DMSG: Die Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft ist eine Selbsthilfe- und Fachorganisation für Betroffene, Angehörige und Fachleute.AMSEL: Die Aktion Multiple Sklerose Erkrankter ist der Landesverband der DMSG in Baden-Württemberg.Kompetenznetzwerk Multiple Sklerose: Ein Zusammenschluss von Expert:innen, der Forschung, Behandlung und Aufklärung rund um MS fördert.Chronische Krankheit: Eine Erkrankung, die über lange Zeit besteht und Betroffene häufig dauerhaft begleitet.Episoden: Gemeint sind zeitlich begrenzte Phasen, in denen Beschwerden auftreten oder sich verstärken.Paroxysmale Symptome: Plötzlich auftretende, meist kurze Beschwerden, die sich wiederholen können.Restless-Legs-Syndrom: Eine Erkrankung, bei der Betroffene einen starken Bewegungsdrang in den Beinen verspüren, oft besonders in Ruhe.KI: Künstliche Intelligenz: Computersysteme, die Informationen verarbeiten, Muster erkennen und auf dieser Grundlage Antworten oder Empfehlungen geben können.Shared-Decision-Making: Ärzt:innen und Patient:innen treffen Entscheidungen zur Behandlung gemeinsam auf Basis von Fachwissen und persönlichen Bedürfnissen.Autoimmunerkrankung: Das Abwehrsystem richtet sich fälschlicherweise gegen körpereigenes Gewebe.Lymphozyten: Diese weißen Blutkörperchen gehören zur Immunabwehr und spielen bei Entzündungsprozessen eine wichtige Rolle.Nervensystem: Dazu gehören Gehirn, Rückenmark und Nerven, die Signale im Körper weiterleiten.Progression: Damit ist ein Fortschreiten oder eine schleichende Verschlechterung einer Erkrankung gemeint.Visusbeeinträchtigung: Die Sehschärfe ist eingeschränkt oder verändert.MRT: Ein bildgebendes Verfahren, mit dem innere Strukturen des Körpers sehr genau dargestellt werden können.Sensible Störungen: Empfindungen wie Kribbeln, Taubheit oder ein verändertes Gefühlsempfinden sind gestört.Koordinationsstörung: Bewegungen können nicht mehr so sicher, gezielt oder flüssig ausgeführt werden.Ataxie: Bewegungsabläufe wirken unsicher, unkontrolliert oder wackelig.Gleichgewichtsstörung: Die Fähigkeit, sicher zu stehen oder zu gehen, ist beeinträchtigt.Time is Brain: Der Ausdruck bedeutet, dass bei neurologischen Erkrankungen möglichst früh behandelt werden sollte, um Schäden am Gehirn zu vermeiden.Motorische Ausfälle: Bewegungen sind eingeschränkt, geschwächt oder teilweise nicht mehr möglich.Blasenschwäche: Betroffene können den Harndrang oder die Blasenentleerung nicht immer zuverlässig kontrollieren.Kognitive Fatigue: Geistige Leistungsfähigkeit lässt bei Belastung schneller nach als üblich.Motorische Fatigue: Körperliche Bewegungen werden bei Belastung zunehmend anstrengender oder schlechter ausführbar.Fatigabilität: Die Leistungsfähigkeit nimmt unter Belastung messbar ab.Leitfähigkeit des Nervensystems: Gemeint ist, wie gut Nerven Signale weitergeben können.Blasenstörungen: Probleme beim Wasserlassen, starker Harndrang oder unvollständige Entleerung können auftreten.Blasendruck: Es entsteht ein plötzliches oder starkes Gefühl, dringend zur Toilette zu müssen.Unterversorgung: Medizinische Hilfe oder Behandlung wird nicht ausreichend genutzt oder angeboten.Neuro-Urologie: Dieses Fachgebiet befasst sich mit Blasen- und Sexualfunktionsstörungen, die durch neurologische Erkrankungen entstehen.Medikamentöse Behandlung: Beschwerden oder Krankheitsverläufe werden mit Arzneimitteln beeinflusst.Rehabilitation: Ziel ist es, nach oder mit einer Erkrankung Fähigkeiten zu erhalten, wiederzuerlangen oder den Alltag besser zu bewältigen.Gruppengespräch: Mehrere Betroffene tauschen sich gemeinsam mit Fachpersonen oder untereinander über Erfahrungen und Fragen aus.Mitpatient:innen: Andere Erkrankte, die sich in einer ähnlichen Behandlungssituation befinden.MS-Kreise: Gemeint sind Fach- und Patient:innennetzwerke rund um Multiple Sklerose.Zweitmeinung: Eine weitere fachliche Einschätzung wird eingeholt, um eine Entscheidung abzusichern.Beratungskompetenz: Die Fähigkeit, verständlich, fachlich fundiert und passend zur individuellen Situation zu beraten.Risikofaktoren: Umstände oder Verhaltensweisen, die einen ungünstigen Verlauf wahrscheinlicher machen können.Komorbiditäten: Weitere Erkrankungen, die zusätzlich zur Haupterkrankung bestehen.Kernteam: Eine feste Gruppe zentral beteiligter Fachärzt:innen koordiniert die Versorgung.Hinzuziehende Fachärzt:innen: Weitere Spezialist:innen werden bei Bedarf in die Behandlung eingebunden.Gynäkologie: Dieses medizinische Fachgebiet befasst sich mit Frauenheilkunde und Geburtshilfe.Kardiologie: Dieses Fachgebiet beschäftigt sich mit Herz- und Kreislauferkrankungen.Radiologie: Hier werden bildgebende Verfahren eingesetzt, um Erkrankungen zu erkennen oder zu beurteilen.Genehmigungsverfahren: Ein offizieller Prüf- und Entscheidungsprozess, bevor ein Angebot starten darf.ASV-Servicestelle: Eine zuständige Stelle, die Anträge zur ambulanten spezialfachärztlichen Versorgung prüft und begleitet.Immunmodulation: Das Abwehrsystem wird durch Medikamente gezielt beeinflusst, ohne es vollständig auszuschalten.Familienplanung: Gemeint sind Fragen rund um Kinderwunsch, Schwangerschaft und passende Behandlung.Leitlinie: Fachlich erarbeitete Empfehlungen unterstützen Ärzt:innen bei Diagnose und Therapie.Deutsche Gesellschaft für Neurologie / DGN: Eine medizinische Fachgesellschaft, die unter anderem Empfehlungen für neurologische Erkrankungen veröffentlicht.Luria-Institut: Ein Forschungsinstitut der Kliniken Schmieder, das eng mit der Universität Konstanz zusammenarbeitet.Sportwissenschaft: Dieses Fach untersucht Bewegung, Training, körperliche Leistungsfähigkeit und deren Wirkung auf Gesundheit.Motorische Fatigabilität: Die Bewegungsleistung verschlechtert sich bei wiederholter oder längerer Belastung messbar.Subjektives Phänomen: Eine Erfahrung wird vor allem von der betroffenen Person selbst wahrgenommen und beschrieben.Performance: Gemeint ist die tatsächlich gezeigte Leistung bei einer Aufgabe oder Bewegung.Spastik: Muskeln sind dauerhaft oder zeitweise stärker angespannt und lassen sich schwerer bewegen.Emotionale Fatigue: Seelische Belastbarkeit oder emotionale Energie nimmt schneller ab.Klassifikation: Beschwerden oder Befunde werden in Kategorien eingeteilt.Objektivieren: Etwas wird messbar oder nachvollziehbar gemacht.Rentenversicherungsträger: Eine Institution, die unter anderem für Leistungen zur Rehabilitation oder Erwerbsminderung zuständig sein kann.Nervenleitfähigkeit: Sie beschreibt, wie gut elektrische Signale entlang der Nerven weitergeleitet werden.Fußheber: Ein Muskel beziehungsweise eine Muskelgruppe, die den Fuß beim Gehen anhebt.Diagnostik: Untersuchungen dienen dazu, eine Erkrankung zu erkennen oder genauer einzuordnen.Sechs-Minuten-Gehtest: Dabei wird gemessen, welche Strecke eine Person innerhalb von sechs Minuten zurücklegen kann.Gangbild: Gemeint ist die Art und Weise, wie eine Person geht.Physiotherapeutischer Bericht: Eine schriftliche Einschätzung aus der Physiotherapie hält Beobachtungen, Fortschritte und Auffälligkeiten fest.Befund: Das Ergebnis einer Untersuchung oder fachlichen Beobachtung.