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Viele von uns nutzen Spotify als Musik-Streamingdienst. Das ist nicht nur einfach und über die Jahre gewachsen, sondern leider auch in den letzten Monaten zunehmend ins Gerede gekommen. Deswegen reden wir heute über unseren Musikkonsum, und wie wir die Künstler vielleicht etwas mehr unterstützen können.
Shownotes:
Mutine Blonde
Welcher Musikstreaming-Dienst hat die beste Vergütung? – Stereo.de
Playlisten zwischen Diensten übertragen: TuneMyMusic
Kritik am Spotify-CEO: Warum Musiker und Fans mit Boykott drohen – RND
Transkript:
00:00 Tilo Wagner:
Der Ball rollt wieder, die Fußball-Bundesliga ist zwei Spieltage alt, die portugiesische Liga geht in die vierte Runde und wir stehen vor einem wahnsinnigen Fußballjahr, das ja mit der WM 2026 in den USA zu Ende gehen wird – wenn man so will, also diese Saison, die jetzt anfängt. Ich bin zwar jetzt in diesem ersten Moment immer noch so ein bisschen heiß, ich weiß wie das ist, und ich weiß nicht, ob sich das die ganze Zeit über halten wird, weil der Overkill im Fußball ja immer relativ schnell kommt. Aber hast du irgendwas, was diese ganze Sache noch mal steigern kann?
00:47 Henning Schwörer:
Ja, auf jeden Fall. Und zwar ein Tipp, der dich mal so ein bisschen hinter die Kulissen schauen lässt. Und zwar schmeißt du einfach den VPN-Client deiner Wahl an und wählst dich einfach in die ARD Mediathek ein und schaust dir – in Portugal vielleicht geht’s auch so – „Unparteiisch“ an, die zweite Staffel. Das ist eine sechsteilige Doku und da wird praktisch die letzte Bundesliga-Saison aus der Sichtweise von Schiedsrichtern der Bundesliga gezeigt, beispielsweise Felix Brych. Und natürlich hörst du während den Spielen diese ganzen Gespräche, die die über die Kopfhörer führen. Und das ist wirklich ganz spannend, das auch zu sehen. Ist aber heute nicht unser Thema, Tilo.
01:42 Tilo Wagner:
Nee, ist nicht unser Thema, aber wir pirschen uns so langsam vor. Ich sag nur so viel: Heute spielt auf dem Spielfeld nicht die Musik.
(Intro-Musik)
02:13 Intro-Stimme:
Auf zwei Bier. Mit Henning Schwörer und Tilo Wagner.
02:22 Henning Schwörer:
Aus der Sommerpause kommt eine frisch gebräunte und entspannte neue Ausgabe „Auf zwei Bier“ hier in eure Ohren und am virtuellen Tresen – am längsten virtuellen Tresen Europas, wenn nicht der ganzen Welt – sitzt auf der anderen Seite mein geschätzter Freund Tilo Wagner. Hallo Tilo.
02:44 Tilo Wagner:
Hallo Henning. Henning, wir freuen uns wieder, zusammen im Studio vereint zu sein, und zwar natürlich an dieser längsten Theke. Also du, Henning Schwörer, Journalist in Mainz in deinem kleinen Dachkämmerchen und ich als deutscher Auswanderer in Portugal, in Lissabon. Und ja, ich würde sagen, es ist schön, dass wir jetzt auch wieder mal in dieser hervorragenden Klangqualität vereint sind, weil das letzte Mal saßen wir ja am Rhein und das hat ja so ein bisschen auf der einen oder anderen Seite gezogen durchs Mikro. Es war ja auch ein bisschen windig an dem Abend.
03:31 Henning Schwörer:
Ja, ich würde auch sagen, man hat deutlich gehört, dass das eine Aufnahme war, die jetzt nicht irgendwie unter Studiobedingungen stattgefunden hat. Gut, das ist jetzt hier auch nicht unbedingt Super-High-End-Studio bei mir und bei dir würde ich mal sagen, erst recht nicht.
03:49 Tilo Wagner:
Was willst du denn damit sagen?
03:52 Henning Schwörer:
Ich sag’s mal wie Knut Kircher in der Dokumentation: Da ist noch Luft nach oben.
04:00 Tilo Wagner:
Sehr schön. Alles klar. Ja, darauf können wir uns auf jeden Fall einigen. Sag mal, was hast du denn für ein Bier dabei heute?
04:06 Henning Schwörer:
Ich wollte eigentlich französisch anfangen zu singen und ein bisschen französisches Akkordeon im Hintergrund laufen lassen, während wir jetzt sprechen. Das spare ich mir aber. Ich war ja wieder im Urlaub und das kann nur eins bedeuten: Ich habe wieder ordentlich Bier mitgebracht. „Ordentlich“ streichen wir, aber Bier ist auf jeden Fall der Fall. Und zwar fangen wir heute mal an – es wird wieder reichen bis Dezember, nur wenn du dich jetzt fragst, was ordentlich heißt – wir fangen an mit einem Bier, was direkt aus einer Craft-Brauerei aus der Bretagne stammt. Gerade aus dem Ort – da muss ich mir die Brille abziehen, glaube ich – wo wir waren. Ich kann den Ort eh nicht aussprechen, von daher ist es auch egal.
05:08 Tilo Wagner:
Irgendwo im französischen Lande, in der Bretagne wart ihr.
05:14 Henning Schwörer:
In der Bretagne, direkt am Meer, direkt in der Sonne. Es war fantastisch. Und von da kommt jetzt dieses schöne Bier hier mit dieser jungen Dame, „Blonde“ heißt das Bier. Und wie gesagt, das ist eine lokale Bierbrauerei da fertig. Ich habe da noch mehrere Varianten, so wie ich das mitbekommen habe, und die muss ich jetzt alle noch schnell wegsaufen in den nächsten zwei Jahren.
05:50 Tilo Wagner:
Sehr schön. Also da ist einiges noch gebacken. Aber das sieht sich auf jeden Fall gut an, auch „Blonde“ mit diesem Mädchen da drauf, die jetzt nicht ganz blonde Haare hat. Also sie ist vor allem tätowiert, ne?
06:05 Henning Schwörer:
Ja, das ist so eine Fischersfrau würde ich sagen. Übrigens, nur noch nebenbei, ich habe auf meiner Bucket List einen Strich gemacht im Urlaub und habe Austern gegessen.
06:21 Tilo Wagner:
Ach so.
06:22 Henning Schwörer:
Aber ich habe eine gegessen.
06:24 Tilo Wagner:
Oh, siehste. So eine, ja. Habe ich auch schon mal ein paar gegessen. Gibt es sehr gute hier unten auch in der Ria Formosa. Hast du genau drauf geguckt, wo die herkommt? Weil es gibt nämlich jetzt unheimlich viele Austern, die in der Bretagne verkauft werden, die aber eigentlich in Portugal produziert werden.
06:40 Henning Schwörer:
Also ich sag’s mal, wie es ist: Die wurden mir direkt an den Tisch gereicht und von daher konnte ich jetzt nicht mehr gucken. Stand kein Label drauf und das war auch gut so.
06:50 Tilo Wagner:
Aber du hast die dann so richtig kalt gegessen, ja, wie man das so macht?
06:53 Henning Schwörer:
Ich habe die dann richtig so kalt gegessen, wie man das so macht. Die waren schon aufgemacht, ich musste sie nur noch rauskratzen und rausschlürfen dann. Ja. Ich habe aber auch gesehen, im Supermarkt gab es auch so Kisten, wie so Mandarinenkisten voll mit Austern. Ja. So, jetzt das Bier. Was hast du für ein Bier dabei?
07:16 Tilo Wagner:
Ich habe was total Langweiliges dabei. Ein Carlsberg. Kennt jeder, ich muss dazu nicht viel sagen, aber Carlsberg ist einfach so ein Bier, was ich gerne im Sommer ab und zu mal trinke, wenn ich mal kein Superbock trinken will. Und insofern werde ich mir das hier zu Gemüte führen.
07:44 Henning Schwörer:
Du stellst das Sixpack draußen hin, habe ich gerade gesehen. Sehr gut.
07:48 Tilo Wagner:
Also zu Carlsberg wollte ich nur noch sagen – und wir nähern uns ja dem Thema immer weiter an – es ist auch ein skandinavisches Produkt. Prost.
07:59 Henning Schwörer:
Prost. Der Tilo umschreibt immer alles sehr schön. Ich schütte hier erst mal ein bisschen was ein.
08:08 Tilo Wagner:
Ach so, du schüttest das im Glas, ja ist Craft-Bier. Da hast du recht. Das sollte man noch mal richtig umrühren. Prost, Henning, und auf den Restart, praktisch Rentrée, in das Jahr.
08:26 Henning Schwörer:
Prost. Die nächste Saison meinst du. Und da kommen wir nämlich gleich zum Thema. Bei mir hat sich was geändert und mir wurden die Augen geöffnet. Wir sind ja auch irgendwo ein Service-Podcast. Und dieser Satz kommt übrigens immer von dir, das ist klar, die Rollen sind klar verteilt. Ich gebe immer so meinen Senf zu irgendwelchem politischen Zeug dazu und du bist aber so der Servicemann.
08:56 Tilo Wagner:
Genau, ich bin zuständig für den Service.
08:59 Henning Schwörer:
Und ja, ich hatte die Gedankengänge dahingehend schon vor ein paar Monaten beziehungsweise vor ein paar Jahren. Und zwar die Frage, ob man denn nicht einfach mal den Streaming-Anbieter wechseln sollte. Und zwar reden wir jetzt ausnahmsweise mal nicht von Video, sondern wir reden von Musik und wir reden im Speziellen von Spotify. Du bist Spotify-Kunde?
09:40 Tilo Wagner:
Ich bin Spotify-Kunde, ja.
09:42 Henning Schwörer:
Ja, also ich bin auch noch Spotify-Kunde, das muss man der Fairness halber sagen, weil ich natürlich immer noch einen Spotify-Account habe, aber ich habe ihn jetzt auf kostenlos gestellt. Also ich bezahle jetzt dafür nichts mehr, dass ich bei Spotify bin. Und das auch aus einem ganz bestimmten Grund. Bevor wir dazu aber mal kommen, mal interessehalber gefragt: Ich habe hier so eine Umfrage vor mir von Statista. Was meinst du denn, wer der größte Anbieter ist in Deutschland? Das kannst du dir wahrscheinlich an zwei Fingern abzählen, oder?
10:28 Tilo Wagner:
Von Streaming? Meinst du von Musik? YouTube?
10:33 Henning Schwörer:
Nee.
10:35 Tilo Wagner:
Spotify.
10:36 Henning Schwörer:
Ja.
10:37 Tilo Wagner:
Okay.
10:38 Henning Schwörer:
Ich gebe dir noch mal eine zweite Chance. Platz zwei und drei.
10:43 Tilo Wagner:
YouTube?
10:45 Henning Schwörer:
Fast. Platz drei, ja. Und Platz zwei ist Amazon. Amazon Music. Dass Spotify so groß ist in Deutschland, habe ich irgendwo mal gehört, ist wirklich ein Zufall eigentlich. Das ist irgendwie so historisch in Deutschland gewachsen. Das ist in anderen Ländern ganz anders, deswegen hat es mich jetzt nicht gewundert, dass du zum Beispiel YouTube oder so was gesagt hast, weil das nämlich unter Umständen – also diese Marktherrschaft von 56 Prozent, wie ich das hier jetzt gerade lese, in Deutschland – ist also wirklich nicht auf ganz Europa irgendwie runterbrechbar. Ja, und das Problem, was ich einfach habe mit Spotify ist, dass Spotify die Musikindustrie kaputt macht.
11:42 Tilo Wagner:
Aha. Das ist ja mal interessant und ich finde das insofern auch ein spannendes Thema, weil wir hatten ja vor zwei Folgen auch mit Christian Klemm gesprochen und da haben wir ja seine Songs im Übrigen auch über Spotify praktisch zum ersten Mal gehört. Und so eine Band wie Klemms Berliner Band „Hostel Goldmarie“ würde man ja jetzt auf den ersten Blick nicht so richtig finden. Und ich fand das ja immer das Nette bei Spotify, dass da halt auch kleinere Bands einfach ihr Zeug draufstellen konnten und dass man die dann hören konnte, dass man dann einfach nur einen Link verschicken musste. Und du weißt, wie schwer das war damals, als wir unser Demotape mit Hydra gemacht haben, dieses Tape unter die Leute zu bringen.
12:35 Henning Schwörer:
Ja, aber auf der anderen Seite muss man natürlich auch sagen, ich wäre jetzt auch nicht auf die Idee gekommen, nach „Hostel Goldmarie“ zu suchen. Ich tue das übrigens jetzt mal nur mal so spaßeshalber bei meinem neuen Anbieter, dessen Namen wir jetzt nicht sagen.
12:49 Tilo Wagner:
Können wir gleich machen. Während du das machst, werde ich einfach noch mal kurz sagen, dass das Thema eigentlich sehr gut gewählt ist. Weil ich habe nämlich ungefähr vor drei Stunden die Nachricht von Spotify bekommen, dass mein Premium-Abo von 7 auf 8,99 Euro erhöht wird. Und das Schöne dabei fand ich die Begründung: „Wir erhöhen den individuellen Premium-Preis, damit wir weiter innovieren können, also innovative Produkte schaffen können und Funktionalitäten und ein besseres Erlebnis bereitstellen können für euch.“ Das ist ein Wahnsinnsgrund. Das ist so, wie wenn meine Bank sagt: „Ja genau, wir erhöhen die Gebühren und außerdem noch den Spread auf deinem Hauskredit, damit wir besser arbeiten können.“ Toll.
14:11 Henning Schwörer:
So ungefähr, ja. Und interessanterweise – also diese Geschichte ist jetzt vor ein paar Wochen auch schon hier in Deutschland passiert, dass die Preise angehoben wurden. Und auch da war genau das Gleiche wie bei dir. Also es gab keine Innovationen, aber ich weiß nicht, welche Funktionen oder Innovationen du jetzt großartig von Spotify nutzt.
14:46 Tilo Wagner:
Relativ wenig, ja.
14:49 Henning Schwörer:
Genau. Weil man muss ja auch dazu sagen – ich will nur mal kurz aus dem Nähkästchen geplaudert – Spotify hat ja erst mal so einen absoluten Wow-Aha-Effekt, wenn man das Ding das erste Mal nutzt und so weiter und man sagt, man kann alles hören, was es in der gesamten Musikgeschichte gibt. Und dann kniet man sich auch mal richtig rein und hört und sonst was, macht seine Playlists. Und man muss ja ehrlich sein – ich weiß nicht, ob es dir auch so geht – aber irgendwann schläft das ja wieder ein, ne? Und dann hört man da noch mal, kommt irgendwie eine neue Erscheinung oder sonst was, aber es ist jetzt nicht so, dass man in diesem ganzen Musikuniversum jeden Tag ungefähr zehn Stunden unterwegs ist und seine innovativen Erfahrungen abholt.
15:39 Tilo Wagner:
Zumindest halt nicht, dass du irgendwie ständig irgendwie neue Musik entdeckst, sondern du bleibst halt auch wie in so einem Social-Media-Network eigentlich so ein bisschen in deiner Blase, hörst dir deine Lieblingssongs an und so weiter und so fort. Das ist wirklich so. Und der Witz, die große Angst, die ja bei dir ja da so ein bisschen durchscheint, ist ja auch, dass du bei Spotify einfach die größte Auswahl hast an Songs. Aber das ist mittlerweile gar nicht mehr so. Also natürlich hast du bei Spotify eine große Auswahl. Die Auswahl ist aber bei allen anderen genauso. Also ich glaube, wir reden da von 1,5 Millionen Songs (Anm.: vermutlich sind eher 100 Millionen gemeint, Zahl im Audio undeutlich/falsch), die Spotify hat. Die haben aber alle anderen Anbieter ungefähr auch. Also es gibt da keine großen Ausreißer mehr wie vor ein paar Jahren noch, dass du jetzt irgendwie dann bei Apple nur 800.000 Lieder hattest und dann irgendwie auf was weiß ich verzichten musstest.
16:50 Henning Schwörer:
Die haben, da haben die Künstler einfach auch mittlerweile alle nachgelegt und gesagt, ich mache mit allen Streaming-Plattformen meine Verträge, weil das macht ja auch Sinn. Dann kann ich überall mal einen Pfennig einsammeln.
17:05 Tilo Wagner:
Bzw. damit ich mal da aus dem Nähkästchen plaudern kann: Das sind ja auch Dienste dann, über die du praktisch deine Platte online stellen kannst und die meldet praktisch deine Platte bei mehreren Diensten hintereinander an und nicht nur bei jetzt nur bei Spotify oder nur bei YouTube oder bei Amazon. Ich habe bei meinem Anbieter jetzt mal geguckt, ob Hostel Goldmarie dabei ist. Und ja, es ist dabei.
17:36 Henning Schwörer:
Sehr schön. Das ist doch mal ein gutes Omen. Und dann könnten wir ja jetzt sogar vielleicht den Namen verraten von deiner neuen Streaming-Plattform, die du bezahlst. Und vielleicht kannst du auch sagen, ob die preislich auf dem gleichen Niveau ist.
17:51 Tilo Wagner:
Ja, also ich bin zu „Deezer“ gewechselt. Hast du vielleicht gehört, ist ein französischer Anbieter. D-E-E-Z-E-R. Deezer. Und Deezer ist, ich sag mal so vom Gefühl her, wenn du praktisch dieses Spotify-Universum mit dem, was es anbietet, nicht einen allzu harten Cut haben möchtest, ist Deezer wahrscheinlich die beste Lösung.
Worauf ich noch mal eingehen wollte, gerade im Zusammenhang mit Hostel Goldmarie: Stand Juli 2025 – die Sachen packen wir auch noch mal in die Shownotes rein – ist es so, dass pro 1000 Streams… also stell dir vor, wir hätten mit Hydra ein Lied bei den Streaming-Plattformen hinterlegt, dann wäre es so, dass wir bei Tidal – das ist ein Anbieter, der von Musikern gegründet worden ist und der in erster Linie auf hochauflösende Musik Wert legt, also wirklich gute Qualität – da würden wir pro 1000 Abrufe 12 Euro bekommen.
19:19 Henning Schwörer:
Das ist ja nicht schlecht.
19:21 Tilo Wagner:
Schon mal nicht schlecht. Genau. Aber es geht noch schlechter. Bei Apple Music würden wir 7 Euro bekommen. Bei Deezer würden wir 6 Euro bekommen. Bei YouTube würden wir auch 6 Euro bekommen. Und bei Spotify würden wir 3 Euro bekommen.
19:43 Henning Schwörer:
Sehr schön.
19:44 Tilo Wagner:
Also um das „würden“ jetzt mal zu relativieren: Es ist wirklich so, genau so sind die Zahlen. Das heißt also, jemand der Spotify hört, gerade bei den kleinen Bands, spült den am wenigsten Geld zurück in ihre Kasse.
19:59 Henning Schwörer:
Und das Schlimme ist ja dabei, dass ja sowieso nur die großen Künstler gehört werden und die werden am meisten gehört. Also verdienen die prozentual auch am meisten gegenüber Hostel Goldmarie, um es mal so zu sagen. Ich wollte mal so den Zwischenschritt machen. Ich bin also nicht zu Tidal gegangen, das wäre wahrscheinlich irgendwie so das logischste, um es mal so zu sagen. Es gibt sogar noch einen besseren, den kannte ich gar nicht, der heißt Qobuz. Und da kriegt ein Künstler 18 Euro pro 1000 Streams. Das ist schon wirklich ordentlich. Aber ich fand 6 Euro mit der Qualität schon mal einen guten Mittelweg.
20:53 Henning Schwörer:
Ist ja immerhin schon das Doppelte von Spotify.
20:55 Tilo Wagner:
Ja, genau. Und ich war positiv überrascht. Ich habe das dann mal im Urlaub einfach mal ausprobiert und bin dabei geblieben. Ich war insofern positiv überrascht, weil der Wechsel war innerhalb von einer Viertelstunde, glaube ich, erledigt. Mit allen Playlisten, die du dir jemals angelegt hast, mit allen deinen Lieblingssongs, mit allen deinen Lieblingskünstlern. Weil da gibt es mittlerweile Webseiten, die genau das für dich machen. Die wechseln für dich von Spotify zu Deezer, von Deezer zu Apple Music, kreuz und quer, ohne dass du was verlierst. Es sei denn, du hast jetzt wirklich was ganz abgefahrenes.
21:43 Henning Schwörer:
Und da werde ich jetzt noch mal kurz als Servicebeauftragter dieses Podcasts reinhauen und sagen: Eine von diesen Websites, die diesen Wechsel vollziehen, sollten wir vielleicht auch in die Shownotes stellen, damit da auch mal klar wird, wie man das am einfachsten hinkriegt den Wechsel. Weil es zeichnet sich schon ab, dass diese Sendung ein „Wir hauen den Spotify“-Trip wird. Und das ist ja auch nicht schlecht, weil es ist ja immer so, dass wenn innovative Unternehmen irgendwann durch ihre Innovation eine solche Marktbeherrschung und so ein Marktgewicht bekommen, dass sie machen können, was sie wollen – sei es mit den Kunden, sei es mit den Künstlern selbst in diesem Falle – dass man da sich auch mal ein paar Gedanken drüber machen sollte. Die meisten Leute tun das nicht. Ich muss ehrlich sein, bin da auch noch nicht so in dieses Thema reingestiegen und deshalb bin ich sehr froh, dass du das hier mal auf den Tisch legst.
22:56 Tilo Wagner:
Genau, es gibt ja noch den anderen Punkt, das hatten wir ja in unserer wirklich stundenlangen Redaktionskonferenz auch schon mal ein bisschen angesprochen. Und da sind ja auch die Köpfe heiß gelaufen. Und das ist der Punkt der künstlichen Intelligenz und der Musik, die eben gar nicht mehr von Menschen gemacht wird und die eben so auch bei Spotify nicht gekennzeichnet ist. Und das ist ja ein Problem.
23:24 Henning Schwörer:
Genau. Und es gibt zum Beispiel eine Band bei Spotify, kannst du dir mal anhören, klingt gar nicht schlecht. Die Band heißt „Velvet Sundown“ und die hat über eine Million Fans bei Spotify. Ist aber eine reine KI-Band, hat innerhalb von einem Tag zwei Alben rausgebracht.
23:48 Tilo Wagner:
Und das geht so weiter.
23:51 Henning Schwörer:
Ja, genau, und das geht so weiter. Und das Problem ist, dass gerade wenn es so um etwas unbekanntere Playlisten geht, dass Spotify diese halt einfach auffüllt mit KI-Musik, die sie haben erstellen lassen – ich weiß es nicht, wie das genau läuft. Und es ist halt nicht als KI-Musik gekennzeichnet. Und das macht halt das Problem dabei. Du weißt nicht, ist das ein echter Künstler oder ist das kein echter Künstler. Wir können gerne auch Velvet Sundown mal in den Shownotes verlinken, weil man sich auch, glaube ich, kostenlos auf der Seite dann mal anhören kann. Und dann werdet ihr feststellen, dass man da jetzt nicht unbedingt hört, dass das eine KI ist. Also das könnte wirklich auch eine echte Band sein. Und diese nicht – also im Moment ist es offensichtlich wirklich so, dass Spotify von KI-Musik geflutet wird und das halt ohne dass es in irgendeiner Form markiert wird.
25:02 Tilo Wagner:
Okay, und das ist aber Spotify teilweise auch nicht bewusst, oder? Kann man das so sagen? Oder fehlen da die Kontrollmechanismen? Oder sind das teilweise Bands, die sie selber ins Leben rufen, um eben die Preiswerterste aller Alternativen auf den Markt zu schmeißen und in deine Playlist zu füttern? Nämlich die, dass sie überhaupt nichts zahlen müssen dafür, weil sie es selbst gemacht haben.
25:31 Henning Schwörer:
Also ich behaupte mal, sowohl als auch. Weil als… also dass wir beide jetzt hingehen würden und irgendwie eine KI im Netz an schmeißen – Suno oder wie die alle heißen – und mit ein bisschen Geld, also zehn Dollar oder so was, ein gutes Lied auf die Beine stellen, das wir vielleicht auch bei Spotify dann hochladen, das ist, glaube ich, kein Problem. Auf der anderen Seite gibt es halt bei Spotify auch sehr viele – ich sag mal so – „Chill out“, „Relax“, „Deep Focus“-Playlisten und so was, wo so ich sag mal ruhiges Gewaber laufen soll. Und da sind unter Umständen natürlich auch Instrumentals oder so was dabei, die von KIs erstellt worden sind, einfach weil… ob das jetzt – das kann sowohl von Spotify sein, aus den Gründen, die du gerade genannt hast, also einfach weil es billiger ist, ne? Und kann natürlich auch von Künstlern sein oder von irgendwelchen Nerds, die das einfach hochladen und einfach sagen, okay, wir sind die Band und so weiter.
26:56 Tilo Wagner:
Man muss ja auch nicht viel angeben. Also ich habe irgendwann in einem von meinem Release Radar, den ich mir irgendwie mal freitags angehört habe, irgendeine Band gefunden. Das war dann ja schon ein bisschen schwierig darauf zu kommen, aus welchem Land die kam. Also die kam dann letztendlich tatsächlich aus Schweden, wenn ich mich nicht täusche. Und ich kriege es jetzt nicht mehr zusammen, welche das war, aber man hat über die Band auch erst mal nicht viel gefunden, ja. Das heißt jetzt nicht, dass das dann gleich ein Ausschlusskriterium sein kann. Weil es gibt ja, ich meine, wer hat schon mal von Hostel Goldmarie gehört? Und das ist nun tatsächlich eine Band, die es gibt, das kann ich bestätigen. Also insofern ist es halt natürlich sehr schwer zu sieben. Die Frage ist natürlich, wird sich Spotify da irgendwelche Mühen machen, das irgendwie deutlicher voneinander zu trennen? Ich habe da meine Zweifel, eben aus den ökonomischen Gründen.
Und das bringt uns natürlich zu dem Punkt, dass wir sagen: Ja, wie echt ist die Musik überhaupt noch, die wir hören? Man muss natürlich dazu sagen – wir sollten jetzt nicht so tun, als ob bevor du auf diese KI-Musik gekommen bist oder darauf gestoßen bist, dass da KI-Musik auf Spotify gelaufen ist – es jetzt nicht so ist, dass die Popmusik vorher in keinster Weise irgendwelche technisch-technologischen Manipulationsmöglichkeiten drin hatte. Das gibt’s nämlich seit dem Erfinder des Synthesizers, glaube ich, und das liegt auch schon, sagen wir mal so grob geschätzt, 50 Jahre zurück. Also dann müsstest du praktisch sagen: „Okay, ich will nur die Rockmusik, die bis Anfang der 70er Jahre gemacht wurde.“ Da kann ich davon ausgehen, dass es alles analog eingespielt wurde von den Jungs. Und dann bist du auf einer ganz anderen Ebene, dann hörst du auch kein Spotify, sondern dann hörst du nur Vinylplatten und hast eine Anlage für 18.000 Euro im Wohnzimmer stehen. Das ist der andere Weg.
29:17 Henning Schwörer:
Der Gegenentwurf ist natürlich: Richtig, wir machen jetzt nur noch wieder auf Vinyl und holen die CDs raus, klar. Aber die andere Möglichkeit ist zum Beispiel, wie es Deezer macht. Deezer kennzeichnet KI-Musik. Also bei Deezer wird ganz klar gesagt – gibt es auch KI-Musik – aber die wird ganz klar gekennzeichnet und du weißt ganz genau, was das für Musik ist und wo die herkommt. Und das ist, glaube ich, eine ganz gute und gangbare Möglichkeit. Außerdem, ohne da jetzt irgendwie… ich will jetzt nicht wirklich total fanatisch klingen oder wie auch immer, aber es ist so: Im Falle von Deezer beispielsweise, bietet Deezer eine deutlich, deutlich, deutlich bessere Tonqualität als Spotify. Spotify… wir können jetzt mit Kilobit-Raten anfangen und so weiter und so fort. Die sieht man, glaube ich, bei Spotify gar nicht. Bei Deezer geht die sogar bis Lossless, also praktisch so was Art verlustfreies mit 1440… Kilohertz ist das nicht, ich weiß es nicht mehr. Also es gibt wirklich, wenn du auch eine gute Anlage hast und das auf der Anlage abspielen kannst, hörst du einen Unterschied. Also ich habe ein Auto mit Bose-Lautsprechern, ohne jetzt mal zu prahlen, und du hörst einen deutlichen Unterschied.
31:09 Tilo Wagner:
Mhm. Das ist ja noch mal ein Punkt. Und preislich ist es die gleiche Sache ungefähr?
31:13 Henning Schwörer:
Ja, jetzt nachdem Spotify erhöht hat, ist es, glaube ich, das Gleiche. Ich bezahle, glaube ich, 16,99 Euro im Monat für ein Duo, weil ich den halt mit meiner Frau teile.
31:26 Tilo Wagner:
Okay. Das ist ja auf jeden Fall interessant. Also ich meine, man muss natürlich noch mal, wenn wir das noch mal so auf diese Ebene – weil dieser KI-Aspekt ist natürlich schon sehr interessant an der Geschichte. Das zeigt sich ja auch in anderen Kunstformen wie Literatur oder anderen Ebenen, auch in der bildenden Kunst. In allen, sagen wir mal Kunstformen, die dem Mensch eigentlich vorbehalten waren und wo es deutlich war, dass das eben der Ausdruck des Menschen war. Das alles wird jetzt in Frage gestellt durch KI und dass die Musik dabei eines der ersten Opfer sein wird, ist auch offensichtlich. Weil – und das muss man natürlich dazu sagen, und das wollte ich davor auch mit diesem Hinweis auf die Geschichte und die Entwicklung der Musik in den letzten Jahren und Jahrzehnten machen – es ja schon so ist, dass der Mainstream auch immer platter geworden ist. Ja, also dass halt der Anspruch selbst des Hörers an die Musik und an die Authentizität der Musik deutlich gesunken ist. Das ist jetzt… kann man mir vorwerfen: Okay, das ist ein alter Sack, der da nostalgisch von seiner Jugend noch träumt oder sonst was. Aber das empfinde ich so. Und ich glaube, das ist tatsächlich eine Sache, die durch solche Streaming-Service-Angebote allgemein – sei es jetzt Deezer oder Spotify oder sonst was – dazu beigetragen hat.
33:20 Henning Schwörer:
Aber wenn ich da kurz mal reingrätschen darf. Die Frage… also ich meine, natürlich können wir das gerne tun, wir können jetzt gerne sagen: „Ja, der Tilo da, der dreht da noch an seinem Vinylplattenspieler nebenan, während er seine Led Zeppelin-Platte noch auf dem Schellack-Plattenspieler abspielt…“
33:40 Tilo Wagner:
Macht er nicht übrigens. Also ich habe keinen Plattenspieler und auch keine Vinylplatten, aber ja, genau.
33:47 Henning Schwörer:
Ja, aber die Frage wäre ja für mich: Auch selbst wenn ich jetzt sagen würde: „Nun, ich habe ja keine nicht gerade eine kleine CD-Sammlung…“, wenn ich jetzt wieder sagen würde: „Ja, ich kaufe mir jetzt nur noch CDs, kein Streaming mehr“, dann streamen was weiß ich 500 Milliarden immer noch und der Musikindustrie hat es nicht geholfen. Von daher denke ich, ist halt…
34:23 Tilo Wagner:
Du kriegst ja die CDs auch gar nicht mehr. Insofern…
34:26 Henning Schwörer:
Doch, bei Amazon gibt’s noch welche. Ja, genau. Aber die Lösung ist doch, dass es… das wäre doch einfach wirklich einen Dienst zu finden, der nicht Spotify heißt – oder sagen wir mal so, der kann auch Spotify heißen – aber einen Dienst zu finden, der einfach auch die Musiker so sinnvoll entlohnt – oder annähernd sinnvoll entlohnt – wie es notwendig ist, damit man davon auch einigermaßen leben kann. Ja. Weil, mich ärgert so ein bisschen daran diese Tatsache, um das mal auf eine andere Schiene noch zu kriegen… Mich ärgert da so ein bisschen dran, dass wir wollen immer – ich hatte das auch in unserem Redaktionsgespräch gesagt – wir wollen immer alle irgendwie Bio-Eier essen und Fleisch nur vom Bauern von nebenan und was weiß ich. Aber dass wir für Kunst einen Euro mehr ausgeben, um einen anderen Dienst zu nutzen außer Spotify, weil Spotify ja der günstigste Anbieter ist, das machen wir nicht. Und das kann irgendwie nicht sein. Also das verstehe ich nicht.
35:46 Tilo Wagner:
Ja, das stimmt. Da hast du recht. Also das ist gerade in dem Vergleich mit dem Bio-Essen und mit der Nachhaltigkeit und mit dem, sagen wir mal, den „Back to the Roots“ und mehr dem Produzenten, dem ecuadorianischen Kakaobauern, dass der wieder mehr Geld in die Hand bekommt…
36:04 Henning Schwörer:
Ja, wollen wir es jetzt nicht übertreiben, aber…
36:06 Tilo Wagner:
Doch, das ist die gleiche Debatte und da hast du absolut recht. Das könnte man eben auch – und sollte man wirklich vielleicht auch – auf diesen Bereich übertragen. Ich weiß halt nicht, ob das dann trotzdem reichen wird. Vielleicht ist es dann ein Ausschlag, aber es wird trotzdem schwierig. Ich glaube was… es hat ja so eine andere Entwicklung gleichzeitig dazu geführt – also dass dadurch, dass es eben, dass die Platten sich nicht mehr verkaufen, dass man über die Platte irgendwie selbst kein Geld mehr machen kann, sondern nur noch über die Streaming-Dienste und die eben schlecht bezahlen – selbst bei denen, die einigermaßen gut bezahlen, ist es ja immer noch im Vergleich zum CD-, zu dem ehemaligen CD-Geschäft für sehr viele ein Minusgeschäft. Und wenn du dir das überlegst, dann… ja, glaube ich, kommst du ja zu diesem Schluss – und sehr viele Bands sind ja zu dem Schluss gekommen – dass die einzige Art und Weise Geld einzufahren, Konzerte sind. Ja.
Das heißt – und das ist natürlich der Umkehrschluss – aus dem Digitalen ins Analoge wieder. Um es jetzt mal ein bisschen zu überspitzen, weil die Konzerte sind ja auch nicht analog in dem Sinne, aber zumindest siehst du da die Jungs auf der Bühne stehen und spielen. Und sich auch verspielen, was dazu gehört. Und das ist natürlich… das ist so eine Entwicklung, wo praktisch diejenigen, die von der Musik leben wollen, eben die Musik wieder noch intensiver wieder leben müssen, weil sie eben auf Tour gehen müssen. Wie zum Beispiel diese eine Punkband, die ich in Mainz gesehen habe, als ich dort war und die aus Kanada kam, aus Toronto, und so eine sechswöchige Deutschlandtour gemacht haben. Und da ja, irgendwo bei irgendwelchen Leuten auf der Couch geschlafen und was weiß ich. Die sind davon jetzt auch nicht reich geworden, aber die haben halt dieses Erlebnis mitgenommen und haben ihre Musik halt irgendwie nach Deutschland getragen. Was über Spotify wahrscheinlich niemals passiert wäre. Und ich glaube, da gibt’s schon ein Element, da gibt’s schon viele Leute, die sich das auch wieder zurückwünschen und sehen, dass in den Live-Acts eben die wahre Kunst verborgen liegt.
38:37 Henning Schwörer:
Ja, da gebe ich dir recht. Und ich mache jetzt einen ganz harten Cut, weil ich da jetzt eigentlich gar nichts drauf sagen kann. Wie auf so viele Sachen, die du sagst, Tilo, aber das ist ein anderes Thema. Ich wollte noch den letzten und dritten Grund anbringen, den wir natürlich auch verlinken in den Shownotes – diesmal verlinken wir richtig viel. Und zwar, wieso man von Spotify weggehen sollte. Der CEO von Spotify und Gründer investiert im Moment verstärkt in Drohnen. Und zwar in Kampfdrohnen. Da gibt’s verschiedene… gibt’s eine spezielle Firma – ich glaube sogar, es ist eine deutsche Firma – in die er investiert oder investiert hat. Und das macht er natürlich nicht mit seinem eigenen Geld, sondern das macht er natürlich mit dem Geld, das er mit Spotify verdient oder verdient hat. Und am schlimmsten noch: Das macht er mit dem Geld, was er eigentlich den Künstlern geben könnte, damit die mehr verdienen. Oder – ich kann es auch andersrum sagen – das macht er mit dem 1 Euro, den er dir jetzt noch mal aus den Taschen zieht.
39:56 Tilo Wagner:
Genau. Oder auch mit diesem einen Lied, wir erinnern uns: „We are the World, we are the children…“ Ja, dieses schöne Lied, das so ein bisschen in den 80er Jahren mit den ganzen… das so ein bisschen dieses „Wir sind eine Welt, eine Friedensbewegung, wir tun alles, dass wir alle zusammen große Probleme überwinden“… Dieses Geld nimmt er und investiert also in Drohnen, die andere Menschen aus der Luft in die Luft sprengen. Sehr schön.
40:30 Henning Schwörer:
Deswegen jetzt mein einziger Aufruf: Wechselt von Spotify weg. Irgendwo anders hin. Es muss nicht Deezer sein. Es kann gerne was anderes sein. Wir verlinken das alles. Ich habe auch einen Test, das Stereo-Magazin hat das auch ausführlich noch mal getestet mit „Wer ist der beste Streaming-Anbieter“ und so weiter und so fort. Und wie gesagt, da kommt Spotify gar nicht so gut bei weg. Auch preislich ist Spotify mittlerweile kein Schnapper mehr. Von daher: Nehmt euch mal die fünf Minuten und schaut, dass ihr einfach von Spotify wegkommt. Ich kann euch nur sagen, es lohnt sich.
41:14 Tilo Wagner:
Sehr schön. Ja Henning, dann machen wir doch hier einen Deckel drauf und wir haben eine sehr schöne Sendung wieder hingelegt. Und du weißt ja – wenn ich das an der Stelle noch sagen kann – du weißt ja, wo ich diesen Podcast wieder hören werde?
41:30 Henning Schwörer:
Im Werbeblock oder…
41:33 Tilo Wagner:
Nee, auf Spotify.
41:35 Henning Schwörer:
Übrigens, und das fand ich natürlich gleich von vornherein… fand ich das natürlich super sympathisch: Bei Deezer gab es „Auf zwei Bier“ schon.
41:48 Tilo Wagner:
Sehr schön.
41:49 Henning Schwörer:
Von daher, also wer zu Deezer wechselt, der ist auf jeden Fall… kann sich gleich „Auf zwei Bier“ bookmarken und verpasst da nichts.
42:01 Tilo Wagner:
Sehr schön. Das ist doch ein weiterer Grund. Henning, wir sehen uns und hören uns nächsten Monat wieder und ja, ich wünsche dir einen schönen Spätsommer.
42:13 Henning Schwörer:
Das wünsche ich dir auch. Das wünsche ich unseren Hörern. Bis zum nächsten Mal. Bis in einem Monat. Bis dann. Ciao.
42:19 Tilo Wagner:
Ciao.
Die Folge Gemeinsam retten wir die Musik! erschien zuerst auf dem Podcast Auf zwei Bier.
By Henning Schwörer, Tilo WagnerViele von uns nutzen Spotify als Musik-Streamingdienst. Das ist nicht nur einfach und über die Jahre gewachsen, sondern leider auch in den letzten Monaten zunehmend ins Gerede gekommen. Deswegen reden wir heute über unseren Musikkonsum, und wie wir die Künstler vielleicht etwas mehr unterstützen können.
Shownotes:
Mutine Blonde
Welcher Musikstreaming-Dienst hat die beste Vergütung? – Stereo.de
Playlisten zwischen Diensten übertragen: TuneMyMusic
Kritik am Spotify-CEO: Warum Musiker und Fans mit Boykott drohen – RND
Transkript:
00:00 Tilo Wagner:
Der Ball rollt wieder, die Fußball-Bundesliga ist zwei Spieltage alt, die portugiesische Liga geht in die vierte Runde und wir stehen vor einem wahnsinnigen Fußballjahr, das ja mit der WM 2026 in den USA zu Ende gehen wird – wenn man so will, also diese Saison, die jetzt anfängt. Ich bin zwar jetzt in diesem ersten Moment immer noch so ein bisschen heiß, ich weiß wie das ist, und ich weiß nicht, ob sich das die ganze Zeit über halten wird, weil der Overkill im Fußball ja immer relativ schnell kommt. Aber hast du irgendwas, was diese ganze Sache noch mal steigern kann?
00:47 Henning Schwörer:
Ja, auf jeden Fall. Und zwar ein Tipp, der dich mal so ein bisschen hinter die Kulissen schauen lässt. Und zwar schmeißt du einfach den VPN-Client deiner Wahl an und wählst dich einfach in die ARD Mediathek ein und schaust dir – in Portugal vielleicht geht’s auch so – „Unparteiisch“ an, die zweite Staffel. Das ist eine sechsteilige Doku und da wird praktisch die letzte Bundesliga-Saison aus der Sichtweise von Schiedsrichtern der Bundesliga gezeigt, beispielsweise Felix Brych. Und natürlich hörst du während den Spielen diese ganzen Gespräche, die die über die Kopfhörer führen. Und das ist wirklich ganz spannend, das auch zu sehen. Ist aber heute nicht unser Thema, Tilo.
01:42 Tilo Wagner:
Nee, ist nicht unser Thema, aber wir pirschen uns so langsam vor. Ich sag nur so viel: Heute spielt auf dem Spielfeld nicht die Musik.
(Intro-Musik)
02:13 Intro-Stimme:
Auf zwei Bier. Mit Henning Schwörer und Tilo Wagner.
02:22 Henning Schwörer:
Aus der Sommerpause kommt eine frisch gebräunte und entspannte neue Ausgabe „Auf zwei Bier“ hier in eure Ohren und am virtuellen Tresen – am längsten virtuellen Tresen Europas, wenn nicht der ganzen Welt – sitzt auf der anderen Seite mein geschätzter Freund Tilo Wagner. Hallo Tilo.
02:44 Tilo Wagner:
Hallo Henning. Henning, wir freuen uns wieder, zusammen im Studio vereint zu sein, und zwar natürlich an dieser längsten Theke. Also du, Henning Schwörer, Journalist in Mainz in deinem kleinen Dachkämmerchen und ich als deutscher Auswanderer in Portugal, in Lissabon. Und ja, ich würde sagen, es ist schön, dass wir jetzt auch wieder mal in dieser hervorragenden Klangqualität vereint sind, weil das letzte Mal saßen wir ja am Rhein und das hat ja so ein bisschen auf der einen oder anderen Seite gezogen durchs Mikro. Es war ja auch ein bisschen windig an dem Abend.
03:31 Henning Schwörer:
Ja, ich würde auch sagen, man hat deutlich gehört, dass das eine Aufnahme war, die jetzt nicht irgendwie unter Studiobedingungen stattgefunden hat. Gut, das ist jetzt hier auch nicht unbedingt Super-High-End-Studio bei mir und bei dir würde ich mal sagen, erst recht nicht.
03:49 Tilo Wagner:
Was willst du denn damit sagen?
03:52 Henning Schwörer:
Ich sag’s mal wie Knut Kircher in der Dokumentation: Da ist noch Luft nach oben.
04:00 Tilo Wagner:
Sehr schön. Alles klar. Ja, darauf können wir uns auf jeden Fall einigen. Sag mal, was hast du denn für ein Bier dabei heute?
04:06 Henning Schwörer:
Ich wollte eigentlich französisch anfangen zu singen und ein bisschen französisches Akkordeon im Hintergrund laufen lassen, während wir jetzt sprechen. Das spare ich mir aber. Ich war ja wieder im Urlaub und das kann nur eins bedeuten: Ich habe wieder ordentlich Bier mitgebracht. „Ordentlich“ streichen wir, aber Bier ist auf jeden Fall der Fall. Und zwar fangen wir heute mal an – es wird wieder reichen bis Dezember, nur wenn du dich jetzt fragst, was ordentlich heißt – wir fangen an mit einem Bier, was direkt aus einer Craft-Brauerei aus der Bretagne stammt. Gerade aus dem Ort – da muss ich mir die Brille abziehen, glaube ich – wo wir waren. Ich kann den Ort eh nicht aussprechen, von daher ist es auch egal.
05:08 Tilo Wagner:
Irgendwo im französischen Lande, in der Bretagne wart ihr.
05:14 Henning Schwörer:
In der Bretagne, direkt am Meer, direkt in der Sonne. Es war fantastisch. Und von da kommt jetzt dieses schöne Bier hier mit dieser jungen Dame, „Blonde“ heißt das Bier. Und wie gesagt, das ist eine lokale Bierbrauerei da fertig. Ich habe da noch mehrere Varianten, so wie ich das mitbekommen habe, und die muss ich jetzt alle noch schnell wegsaufen in den nächsten zwei Jahren.
05:50 Tilo Wagner:
Sehr schön. Also da ist einiges noch gebacken. Aber das sieht sich auf jeden Fall gut an, auch „Blonde“ mit diesem Mädchen da drauf, die jetzt nicht ganz blonde Haare hat. Also sie ist vor allem tätowiert, ne?
06:05 Henning Schwörer:
Ja, das ist so eine Fischersfrau würde ich sagen. Übrigens, nur noch nebenbei, ich habe auf meiner Bucket List einen Strich gemacht im Urlaub und habe Austern gegessen.
06:21 Tilo Wagner:
Ach so.
06:22 Henning Schwörer:
Aber ich habe eine gegessen.
06:24 Tilo Wagner:
Oh, siehste. So eine, ja. Habe ich auch schon mal ein paar gegessen. Gibt es sehr gute hier unten auch in der Ria Formosa. Hast du genau drauf geguckt, wo die herkommt? Weil es gibt nämlich jetzt unheimlich viele Austern, die in der Bretagne verkauft werden, die aber eigentlich in Portugal produziert werden.
06:40 Henning Schwörer:
Also ich sag’s mal, wie es ist: Die wurden mir direkt an den Tisch gereicht und von daher konnte ich jetzt nicht mehr gucken. Stand kein Label drauf und das war auch gut so.
06:50 Tilo Wagner:
Aber du hast die dann so richtig kalt gegessen, ja, wie man das so macht?
06:53 Henning Schwörer:
Ich habe die dann richtig so kalt gegessen, wie man das so macht. Die waren schon aufgemacht, ich musste sie nur noch rauskratzen und rausschlürfen dann. Ja. Ich habe aber auch gesehen, im Supermarkt gab es auch so Kisten, wie so Mandarinenkisten voll mit Austern. Ja. So, jetzt das Bier. Was hast du für ein Bier dabei?
07:16 Tilo Wagner:
Ich habe was total Langweiliges dabei. Ein Carlsberg. Kennt jeder, ich muss dazu nicht viel sagen, aber Carlsberg ist einfach so ein Bier, was ich gerne im Sommer ab und zu mal trinke, wenn ich mal kein Superbock trinken will. Und insofern werde ich mir das hier zu Gemüte führen.
07:44 Henning Schwörer:
Du stellst das Sixpack draußen hin, habe ich gerade gesehen. Sehr gut.
07:48 Tilo Wagner:
Also zu Carlsberg wollte ich nur noch sagen – und wir nähern uns ja dem Thema immer weiter an – es ist auch ein skandinavisches Produkt. Prost.
07:59 Henning Schwörer:
Prost. Der Tilo umschreibt immer alles sehr schön. Ich schütte hier erst mal ein bisschen was ein.
08:08 Tilo Wagner:
Ach so, du schüttest das im Glas, ja ist Craft-Bier. Da hast du recht. Das sollte man noch mal richtig umrühren. Prost, Henning, und auf den Restart, praktisch Rentrée, in das Jahr.
08:26 Henning Schwörer:
Prost. Die nächste Saison meinst du. Und da kommen wir nämlich gleich zum Thema. Bei mir hat sich was geändert und mir wurden die Augen geöffnet. Wir sind ja auch irgendwo ein Service-Podcast. Und dieser Satz kommt übrigens immer von dir, das ist klar, die Rollen sind klar verteilt. Ich gebe immer so meinen Senf zu irgendwelchem politischen Zeug dazu und du bist aber so der Servicemann.
08:56 Tilo Wagner:
Genau, ich bin zuständig für den Service.
08:59 Henning Schwörer:
Und ja, ich hatte die Gedankengänge dahingehend schon vor ein paar Monaten beziehungsweise vor ein paar Jahren. Und zwar die Frage, ob man denn nicht einfach mal den Streaming-Anbieter wechseln sollte. Und zwar reden wir jetzt ausnahmsweise mal nicht von Video, sondern wir reden von Musik und wir reden im Speziellen von Spotify. Du bist Spotify-Kunde?
09:40 Tilo Wagner:
Ich bin Spotify-Kunde, ja.
09:42 Henning Schwörer:
Ja, also ich bin auch noch Spotify-Kunde, das muss man der Fairness halber sagen, weil ich natürlich immer noch einen Spotify-Account habe, aber ich habe ihn jetzt auf kostenlos gestellt. Also ich bezahle jetzt dafür nichts mehr, dass ich bei Spotify bin. Und das auch aus einem ganz bestimmten Grund. Bevor wir dazu aber mal kommen, mal interessehalber gefragt: Ich habe hier so eine Umfrage vor mir von Statista. Was meinst du denn, wer der größte Anbieter ist in Deutschland? Das kannst du dir wahrscheinlich an zwei Fingern abzählen, oder?
10:28 Tilo Wagner:
Von Streaming? Meinst du von Musik? YouTube?
10:33 Henning Schwörer:
Nee.
10:35 Tilo Wagner:
Spotify.
10:36 Henning Schwörer:
Ja.
10:37 Tilo Wagner:
Okay.
10:38 Henning Schwörer:
Ich gebe dir noch mal eine zweite Chance. Platz zwei und drei.
10:43 Tilo Wagner:
YouTube?
10:45 Henning Schwörer:
Fast. Platz drei, ja. Und Platz zwei ist Amazon. Amazon Music. Dass Spotify so groß ist in Deutschland, habe ich irgendwo mal gehört, ist wirklich ein Zufall eigentlich. Das ist irgendwie so historisch in Deutschland gewachsen. Das ist in anderen Ländern ganz anders, deswegen hat es mich jetzt nicht gewundert, dass du zum Beispiel YouTube oder so was gesagt hast, weil das nämlich unter Umständen – also diese Marktherrschaft von 56 Prozent, wie ich das hier jetzt gerade lese, in Deutschland – ist also wirklich nicht auf ganz Europa irgendwie runterbrechbar. Ja, und das Problem, was ich einfach habe mit Spotify ist, dass Spotify die Musikindustrie kaputt macht.
11:42 Tilo Wagner:
Aha. Das ist ja mal interessant und ich finde das insofern auch ein spannendes Thema, weil wir hatten ja vor zwei Folgen auch mit Christian Klemm gesprochen und da haben wir ja seine Songs im Übrigen auch über Spotify praktisch zum ersten Mal gehört. Und so eine Band wie Klemms Berliner Band „Hostel Goldmarie“ würde man ja jetzt auf den ersten Blick nicht so richtig finden. Und ich fand das ja immer das Nette bei Spotify, dass da halt auch kleinere Bands einfach ihr Zeug draufstellen konnten und dass man die dann hören konnte, dass man dann einfach nur einen Link verschicken musste. Und du weißt, wie schwer das war damals, als wir unser Demotape mit Hydra gemacht haben, dieses Tape unter die Leute zu bringen.
12:35 Henning Schwörer:
Ja, aber auf der anderen Seite muss man natürlich auch sagen, ich wäre jetzt auch nicht auf die Idee gekommen, nach „Hostel Goldmarie“ zu suchen. Ich tue das übrigens jetzt mal nur mal so spaßeshalber bei meinem neuen Anbieter, dessen Namen wir jetzt nicht sagen.
12:49 Tilo Wagner:
Können wir gleich machen. Während du das machst, werde ich einfach noch mal kurz sagen, dass das Thema eigentlich sehr gut gewählt ist. Weil ich habe nämlich ungefähr vor drei Stunden die Nachricht von Spotify bekommen, dass mein Premium-Abo von 7 auf 8,99 Euro erhöht wird. Und das Schöne dabei fand ich die Begründung: „Wir erhöhen den individuellen Premium-Preis, damit wir weiter innovieren können, also innovative Produkte schaffen können und Funktionalitäten und ein besseres Erlebnis bereitstellen können für euch.“ Das ist ein Wahnsinnsgrund. Das ist so, wie wenn meine Bank sagt: „Ja genau, wir erhöhen die Gebühren und außerdem noch den Spread auf deinem Hauskredit, damit wir besser arbeiten können.“ Toll.
14:11 Henning Schwörer:
So ungefähr, ja. Und interessanterweise – also diese Geschichte ist jetzt vor ein paar Wochen auch schon hier in Deutschland passiert, dass die Preise angehoben wurden. Und auch da war genau das Gleiche wie bei dir. Also es gab keine Innovationen, aber ich weiß nicht, welche Funktionen oder Innovationen du jetzt großartig von Spotify nutzt.
14:46 Tilo Wagner:
Relativ wenig, ja.
14:49 Henning Schwörer:
Genau. Weil man muss ja auch dazu sagen – ich will nur mal kurz aus dem Nähkästchen geplaudert – Spotify hat ja erst mal so einen absoluten Wow-Aha-Effekt, wenn man das Ding das erste Mal nutzt und so weiter und man sagt, man kann alles hören, was es in der gesamten Musikgeschichte gibt. Und dann kniet man sich auch mal richtig rein und hört und sonst was, macht seine Playlists. Und man muss ja ehrlich sein – ich weiß nicht, ob es dir auch so geht – aber irgendwann schläft das ja wieder ein, ne? Und dann hört man da noch mal, kommt irgendwie eine neue Erscheinung oder sonst was, aber es ist jetzt nicht so, dass man in diesem ganzen Musikuniversum jeden Tag ungefähr zehn Stunden unterwegs ist und seine innovativen Erfahrungen abholt.
15:39 Tilo Wagner:
Zumindest halt nicht, dass du irgendwie ständig irgendwie neue Musik entdeckst, sondern du bleibst halt auch wie in so einem Social-Media-Network eigentlich so ein bisschen in deiner Blase, hörst dir deine Lieblingssongs an und so weiter und so fort. Das ist wirklich so. Und der Witz, die große Angst, die ja bei dir ja da so ein bisschen durchscheint, ist ja auch, dass du bei Spotify einfach die größte Auswahl hast an Songs. Aber das ist mittlerweile gar nicht mehr so. Also natürlich hast du bei Spotify eine große Auswahl. Die Auswahl ist aber bei allen anderen genauso. Also ich glaube, wir reden da von 1,5 Millionen Songs (Anm.: vermutlich sind eher 100 Millionen gemeint, Zahl im Audio undeutlich/falsch), die Spotify hat. Die haben aber alle anderen Anbieter ungefähr auch. Also es gibt da keine großen Ausreißer mehr wie vor ein paar Jahren noch, dass du jetzt irgendwie dann bei Apple nur 800.000 Lieder hattest und dann irgendwie auf was weiß ich verzichten musstest.
16:50 Henning Schwörer:
Die haben, da haben die Künstler einfach auch mittlerweile alle nachgelegt und gesagt, ich mache mit allen Streaming-Plattformen meine Verträge, weil das macht ja auch Sinn. Dann kann ich überall mal einen Pfennig einsammeln.
17:05 Tilo Wagner:
Bzw. damit ich mal da aus dem Nähkästchen plaudern kann: Das sind ja auch Dienste dann, über die du praktisch deine Platte online stellen kannst und die meldet praktisch deine Platte bei mehreren Diensten hintereinander an und nicht nur bei jetzt nur bei Spotify oder nur bei YouTube oder bei Amazon. Ich habe bei meinem Anbieter jetzt mal geguckt, ob Hostel Goldmarie dabei ist. Und ja, es ist dabei.
17:36 Henning Schwörer:
Sehr schön. Das ist doch mal ein gutes Omen. Und dann könnten wir ja jetzt sogar vielleicht den Namen verraten von deiner neuen Streaming-Plattform, die du bezahlst. Und vielleicht kannst du auch sagen, ob die preislich auf dem gleichen Niveau ist.
17:51 Tilo Wagner:
Ja, also ich bin zu „Deezer“ gewechselt. Hast du vielleicht gehört, ist ein französischer Anbieter. D-E-E-Z-E-R. Deezer. Und Deezer ist, ich sag mal so vom Gefühl her, wenn du praktisch dieses Spotify-Universum mit dem, was es anbietet, nicht einen allzu harten Cut haben möchtest, ist Deezer wahrscheinlich die beste Lösung.
Worauf ich noch mal eingehen wollte, gerade im Zusammenhang mit Hostel Goldmarie: Stand Juli 2025 – die Sachen packen wir auch noch mal in die Shownotes rein – ist es so, dass pro 1000 Streams… also stell dir vor, wir hätten mit Hydra ein Lied bei den Streaming-Plattformen hinterlegt, dann wäre es so, dass wir bei Tidal – das ist ein Anbieter, der von Musikern gegründet worden ist und der in erster Linie auf hochauflösende Musik Wert legt, also wirklich gute Qualität – da würden wir pro 1000 Abrufe 12 Euro bekommen.
19:19 Henning Schwörer:
Das ist ja nicht schlecht.
19:21 Tilo Wagner:
Schon mal nicht schlecht. Genau. Aber es geht noch schlechter. Bei Apple Music würden wir 7 Euro bekommen. Bei Deezer würden wir 6 Euro bekommen. Bei YouTube würden wir auch 6 Euro bekommen. Und bei Spotify würden wir 3 Euro bekommen.
19:43 Henning Schwörer:
Sehr schön.
19:44 Tilo Wagner:
Also um das „würden“ jetzt mal zu relativieren: Es ist wirklich so, genau so sind die Zahlen. Das heißt also, jemand der Spotify hört, gerade bei den kleinen Bands, spült den am wenigsten Geld zurück in ihre Kasse.
19:59 Henning Schwörer:
Und das Schlimme ist ja dabei, dass ja sowieso nur die großen Künstler gehört werden und die werden am meisten gehört. Also verdienen die prozentual auch am meisten gegenüber Hostel Goldmarie, um es mal so zu sagen. Ich wollte mal so den Zwischenschritt machen. Ich bin also nicht zu Tidal gegangen, das wäre wahrscheinlich irgendwie so das logischste, um es mal so zu sagen. Es gibt sogar noch einen besseren, den kannte ich gar nicht, der heißt Qobuz. Und da kriegt ein Künstler 18 Euro pro 1000 Streams. Das ist schon wirklich ordentlich. Aber ich fand 6 Euro mit der Qualität schon mal einen guten Mittelweg.
20:53 Henning Schwörer:
Ist ja immerhin schon das Doppelte von Spotify.
20:55 Tilo Wagner:
Ja, genau. Und ich war positiv überrascht. Ich habe das dann mal im Urlaub einfach mal ausprobiert und bin dabei geblieben. Ich war insofern positiv überrascht, weil der Wechsel war innerhalb von einer Viertelstunde, glaube ich, erledigt. Mit allen Playlisten, die du dir jemals angelegt hast, mit allen deinen Lieblingssongs, mit allen deinen Lieblingskünstlern. Weil da gibt es mittlerweile Webseiten, die genau das für dich machen. Die wechseln für dich von Spotify zu Deezer, von Deezer zu Apple Music, kreuz und quer, ohne dass du was verlierst. Es sei denn, du hast jetzt wirklich was ganz abgefahrenes.
21:43 Henning Schwörer:
Und da werde ich jetzt noch mal kurz als Servicebeauftragter dieses Podcasts reinhauen und sagen: Eine von diesen Websites, die diesen Wechsel vollziehen, sollten wir vielleicht auch in die Shownotes stellen, damit da auch mal klar wird, wie man das am einfachsten hinkriegt den Wechsel. Weil es zeichnet sich schon ab, dass diese Sendung ein „Wir hauen den Spotify“-Trip wird. Und das ist ja auch nicht schlecht, weil es ist ja immer so, dass wenn innovative Unternehmen irgendwann durch ihre Innovation eine solche Marktbeherrschung und so ein Marktgewicht bekommen, dass sie machen können, was sie wollen – sei es mit den Kunden, sei es mit den Künstlern selbst in diesem Falle – dass man da sich auch mal ein paar Gedanken drüber machen sollte. Die meisten Leute tun das nicht. Ich muss ehrlich sein, bin da auch noch nicht so in dieses Thema reingestiegen und deshalb bin ich sehr froh, dass du das hier mal auf den Tisch legst.
22:56 Tilo Wagner:
Genau, es gibt ja noch den anderen Punkt, das hatten wir ja in unserer wirklich stundenlangen Redaktionskonferenz auch schon mal ein bisschen angesprochen. Und da sind ja auch die Köpfe heiß gelaufen. Und das ist der Punkt der künstlichen Intelligenz und der Musik, die eben gar nicht mehr von Menschen gemacht wird und die eben so auch bei Spotify nicht gekennzeichnet ist. Und das ist ja ein Problem.
23:24 Henning Schwörer:
Genau. Und es gibt zum Beispiel eine Band bei Spotify, kannst du dir mal anhören, klingt gar nicht schlecht. Die Band heißt „Velvet Sundown“ und die hat über eine Million Fans bei Spotify. Ist aber eine reine KI-Band, hat innerhalb von einem Tag zwei Alben rausgebracht.
23:48 Tilo Wagner:
Und das geht so weiter.
23:51 Henning Schwörer:
Ja, genau, und das geht so weiter. Und das Problem ist, dass gerade wenn es so um etwas unbekanntere Playlisten geht, dass Spotify diese halt einfach auffüllt mit KI-Musik, die sie haben erstellen lassen – ich weiß es nicht, wie das genau läuft. Und es ist halt nicht als KI-Musik gekennzeichnet. Und das macht halt das Problem dabei. Du weißt nicht, ist das ein echter Künstler oder ist das kein echter Künstler. Wir können gerne auch Velvet Sundown mal in den Shownotes verlinken, weil man sich auch, glaube ich, kostenlos auf der Seite dann mal anhören kann. Und dann werdet ihr feststellen, dass man da jetzt nicht unbedingt hört, dass das eine KI ist. Also das könnte wirklich auch eine echte Band sein. Und diese nicht – also im Moment ist es offensichtlich wirklich so, dass Spotify von KI-Musik geflutet wird und das halt ohne dass es in irgendeiner Form markiert wird.
25:02 Tilo Wagner:
Okay, und das ist aber Spotify teilweise auch nicht bewusst, oder? Kann man das so sagen? Oder fehlen da die Kontrollmechanismen? Oder sind das teilweise Bands, die sie selber ins Leben rufen, um eben die Preiswerterste aller Alternativen auf den Markt zu schmeißen und in deine Playlist zu füttern? Nämlich die, dass sie überhaupt nichts zahlen müssen dafür, weil sie es selbst gemacht haben.
25:31 Henning Schwörer:
Also ich behaupte mal, sowohl als auch. Weil als… also dass wir beide jetzt hingehen würden und irgendwie eine KI im Netz an schmeißen – Suno oder wie die alle heißen – und mit ein bisschen Geld, also zehn Dollar oder so was, ein gutes Lied auf die Beine stellen, das wir vielleicht auch bei Spotify dann hochladen, das ist, glaube ich, kein Problem. Auf der anderen Seite gibt es halt bei Spotify auch sehr viele – ich sag mal so – „Chill out“, „Relax“, „Deep Focus“-Playlisten und so was, wo so ich sag mal ruhiges Gewaber laufen soll. Und da sind unter Umständen natürlich auch Instrumentals oder so was dabei, die von KIs erstellt worden sind, einfach weil… ob das jetzt – das kann sowohl von Spotify sein, aus den Gründen, die du gerade genannt hast, also einfach weil es billiger ist, ne? Und kann natürlich auch von Künstlern sein oder von irgendwelchen Nerds, die das einfach hochladen und einfach sagen, okay, wir sind die Band und so weiter.
26:56 Tilo Wagner:
Man muss ja auch nicht viel angeben. Also ich habe irgendwann in einem von meinem Release Radar, den ich mir irgendwie mal freitags angehört habe, irgendeine Band gefunden. Das war dann ja schon ein bisschen schwierig darauf zu kommen, aus welchem Land die kam. Also die kam dann letztendlich tatsächlich aus Schweden, wenn ich mich nicht täusche. Und ich kriege es jetzt nicht mehr zusammen, welche das war, aber man hat über die Band auch erst mal nicht viel gefunden, ja. Das heißt jetzt nicht, dass das dann gleich ein Ausschlusskriterium sein kann. Weil es gibt ja, ich meine, wer hat schon mal von Hostel Goldmarie gehört? Und das ist nun tatsächlich eine Band, die es gibt, das kann ich bestätigen. Also insofern ist es halt natürlich sehr schwer zu sieben. Die Frage ist natürlich, wird sich Spotify da irgendwelche Mühen machen, das irgendwie deutlicher voneinander zu trennen? Ich habe da meine Zweifel, eben aus den ökonomischen Gründen.
Und das bringt uns natürlich zu dem Punkt, dass wir sagen: Ja, wie echt ist die Musik überhaupt noch, die wir hören? Man muss natürlich dazu sagen – wir sollten jetzt nicht so tun, als ob bevor du auf diese KI-Musik gekommen bist oder darauf gestoßen bist, dass da KI-Musik auf Spotify gelaufen ist – es jetzt nicht so ist, dass die Popmusik vorher in keinster Weise irgendwelche technisch-technologischen Manipulationsmöglichkeiten drin hatte. Das gibt’s nämlich seit dem Erfinder des Synthesizers, glaube ich, und das liegt auch schon, sagen wir mal so grob geschätzt, 50 Jahre zurück. Also dann müsstest du praktisch sagen: „Okay, ich will nur die Rockmusik, die bis Anfang der 70er Jahre gemacht wurde.“ Da kann ich davon ausgehen, dass es alles analog eingespielt wurde von den Jungs. Und dann bist du auf einer ganz anderen Ebene, dann hörst du auch kein Spotify, sondern dann hörst du nur Vinylplatten und hast eine Anlage für 18.000 Euro im Wohnzimmer stehen. Das ist der andere Weg.
29:17 Henning Schwörer:
Der Gegenentwurf ist natürlich: Richtig, wir machen jetzt nur noch wieder auf Vinyl und holen die CDs raus, klar. Aber die andere Möglichkeit ist zum Beispiel, wie es Deezer macht. Deezer kennzeichnet KI-Musik. Also bei Deezer wird ganz klar gesagt – gibt es auch KI-Musik – aber die wird ganz klar gekennzeichnet und du weißt ganz genau, was das für Musik ist und wo die herkommt. Und das ist, glaube ich, eine ganz gute und gangbare Möglichkeit. Außerdem, ohne da jetzt irgendwie… ich will jetzt nicht wirklich total fanatisch klingen oder wie auch immer, aber es ist so: Im Falle von Deezer beispielsweise, bietet Deezer eine deutlich, deutlich, deutlich bessere Tonqualität als Spotify. Spotify… wir können jetzt mit Kilobit-Raten anfangen und so weiter und so fort. Die sieht man, glaube ich, bei Spotify gar nicht. Bei Deezer geht die sogar bis Lossless, also praktisch so was Art verlustfreies mit 1440… Kilohertz ist das nicht, ich weiß es nicht mehr. Also es gibt wirklich, wenn du auch eine gute Anlage hast und das auf der Anlage abspielen kannst, hörst du einen Unterschied. Also ich habe ein Auto mit Bose-Lautsprechern, ohne jetzt mal zu prahlen, und du hörst einen deutlichen Unterschied.
31:09 Tilo Wagner:
Mhm. Das ist ja noch mal ein Punkt. Und preislich ist es die gleiche Sache ungefähr?
31:13 Henning Schwörer:
Ja, jetzt nachdem Spotify erhöht hat, ist es, glaube ich, das Gleiche. Ich bezahle, glaube ich, 16,99 Euro im Monat für ein Duo, weil ich den halt mit meiner Frau teile.
31:26 Tilo Wagner:
Okay. Das ist ja auf jeden Fall interessant. Also ich meine, man muss natürlich noch mal, wenn wir das noch mal so auf diese Ebene – weil dieser KI-Aspekt ist natürlich schon sehr interessant an der Geschichte. Das zeigt sich ja auch in anderen Kunstformen wie Literatur oder anderen Ebenen, auch in der bildenden Kunst. In allen, sagen wir mal Kunstformen, die dem Mensch eigentlich vorbehalten waren und wo es deutlich war, dass das eben der Ausdruck des Menschen war. Das alles wird jetzt in Frage gestellt durch KI und dass die Musik dabei eines der ersten Opfer sein wird, ist auch offensichtlich. Weil – und das muss man natürlich dazu sagen, und das wollte ich davor auch mit diesem Hinweis auf die Geschichte und die Entwicklung der Musik in den letzten Jahren und Jahrzehnten machen – es ja schon so ist, dass der Mainstream auch immer platter geworden ist. Ja, also dass halt der Anspruch selbst des Hörers an die Musik und an die Authentizität der Musik deutlich gesunken ist. Das ist jetzt… kann man mir vorwerfen: Okay, das ist ein alter Sack, der da nostalgisch von seiner Jugend noch träumt oder sonst was. Aber das empfinde ich so. Und ich glaube, das ist tatsächlich eine Sache, die durch solche Streaming-Service-Angebote allgemein – sei es jetzt Deezer oder Spotify oder sonst was – dazu beigetragen hat.
33:20 Henning Schwörer:
Aber wenn ich da kurz mal reingrätschen darf. Die Frage… also ich meine, natürlich können wir das gerne tun, wir können jetzt gerne sagen: „Ja, der Tilo da, der dreht da noch an seinem Vinylplattenspieler nebenan, während er seine Led Zeppelin-Platte noch auf dem Schellack-Plattenspieler abspielt…“
33:40 Tilo Wagner:
Macht er nicht übrigens. Also ich habe keinen Plattenspieler und auch keine Vinylplatten, aber ja, genau.
33:47 Henning Schwörer:
Ja, aber die Frage wäre ja für mich: Auch selbst wenn ich jetzt sagen würde: „Nun, ich habe ja keine nicht gerade eine kleine CD-Sammlung…“, wenn ich jetzt wieder sagen würde: „Ja, ich kaufe mir jetzt nur noch CDs, kein Streaming mehr“, dann streamen was weiß ich 500 Milliarden immer noch und der Musikindustrie hat es nicht geholfen. Von daher denke ich, ist halt…
34:23 Tilo Wagner:
Du kriegst ja die CDs auch gar nicht mehr. Insofern…
34:26 Henning Schwörer:
Doch, bei Amazon gibt’s noch welche. Ja, genau. Aber die Lösung ist doch, dass es… das wäre doch einfach wirklich einen Dienst zu finden, der nicht Spotify heißt – oder sagen wir mal so, der kann auch Spotify heißen – aber einen Dienst zu finden, der einfach auch die Musiker so sinnvoll entlohnt – oder annähernd sinnvoll entlohnt – wie es notwendig ist, damit man davon auch einigermaßen leben kann. Ja. Weil, mich ärgert so ein bisschen daran diese Tatsache, um das mal auf eine andere Schiene noch zu kriegen… Mich ärgert da so ein bisschen dran, dass wir wollen immer – ich hatte das auch in unserem Redaktionsgespräch gesagt – wir wollen immer alle irgendwie Bio-Eier essen und Fleisch nur vom Bauern von nebenan und was weiß ich. Aber dass wir für Kunst einen Euro mehr ausgeben, um einen anderen Dienst zu nutzen außer Spotify, weil Spotify ja der günstigste Anbieter ist, das machen wir nicht. Und das kann irgendwie nicht sein. Also das verstehe ich nicht.
35:46 Tilo Wagner:
Ja, das stimmt. Da hast du recht. Also das ist gerade in dem Vergleich mit dem Bio-Essen und mit der Nachhaltigkeit und mit dem, sagen wir mal, den „Back to the Roots“ und mehr dem Produzenten, dem ecuadorianischen Kakaobauern, dass der wieder mehr Geld in die Hand bekommt…
36:04 Henning Schwörer:
Ja, wollen wir es jetzt nicht übertreiben, aber…
36:06 Tilo Wagner:
Doch, das ist die gleiche Debatte und da hast du absolut recht. Das könnte man eben auch – und sollte man wirklich vielleicht auch – auf diesen Bereich übertragen. Ich weiß halt nicht, ob das dann trotzdem reichen wird. Vielleicht ist es dann ein Ausschlag, aber es wird trotzdem schwierig. Ich glaube was… es hat ja so eine andere Entwicklung gleichzeitig dazu geführt – also dass dadurch, dass es eben, dass die Platten sich nicht mehr verkaufen, dass man über die Platte irgendwie selbst kein Geld mehr machen kann, sondern nur noch über die Streaming-Dienste und die eben schlecht bezahlen – selbst bei denen, die einigermaßen gut bezahlen, ist es ja immer noch im Vergleich zum CD-, zu dem ehemaligen CD-Geschäft für sehr viele ein Minusgeschäft. Und wenn du dir das überlegst, dann… ja, glaube ich, kommst du ja zu diesem Schluss – und sehr viele Bands sind ja zu dem Schluss gekommen – dass die einzige Art und Weise Geld einzufahren, Konzerte sind. Ja.
Das heißt – und das ist natürlich der Umkehrschluss – aus dem Digitalen ins Analoge wieder. Um es jetzt mal ein bisschen zu überspitzen, weil die Konzerte sind ja auch nicht analog in dem Sinne, aber zumindest siehst du da die Jungs auf der Bühne stehen und spielen. Und sich auch verspielen, was dazu gehört. Und das ist natürlich… das ist so eine Entwicklung, wo praktisch diejenigen, die von der Musik leben wollen, eben die Musik wieder noch intensiver wieder leben müssen, weil sie eben auf Tour gehen müssen. Wie zum Beispiel diese eine Punkband, die ich in Mainz gesehen habe, als ich dort war und die aus Kanada kam, aus Toronto, und so eine sechswöchige Deutschlandtour gemacht haben. Und da ja, irgendwo bei irgendwelchen Leuten auf der Couch geschlafen und was weiß ich. Die sind davon jetzt auch nicht reich geworden, aber die haben halt dieses Erlebnis mitgenommen und haben ihre Musik halt irgendwie nach Deutschland getragen. Was über Spotify wahrscheinlich niemals passiert wäre. Und ich glaube, da gibt’s schon ein Element, da gibt’s schon viele Leute, die sich das auch wieder zurückwünschen und sehen, dass in den Live-Acts eben die wahre Kunst verborgen liegt.
38:37 Henning Schwörer:
Ja, da gebe ich dir recht. Und ich mache jetzt einen ganz harten Cut, weil ich da jetzt eigentlich gar nichts drauf sagen kann. Wie auf so viele Sachen, die du sagst, Tilo, aber das ist ein anderes Thema. Ich wollte noch den letzten und dritten Grund anbringen, den wir natürlich auch verlinken in den Shownotes – diesmal verlinken wir richtig viel. Und zwar, wieso man von Spotify weggehen sollte. Der CEO von Spotify und Gründer investiert im Moment verstärkt in Drohnen. Und zwar in Kampfdrohnen. Da gibt’s verschiedene… gibt’s eine spezielle Firma – ich glaube sogar, es ist eine deutsche Firma – in die er investiert oder investiert hat. Und das macht er natürlich nicht mit seinem eigenen Geld, sondern das macht er natürlich mit dem Geld, das er mit Spotify verdient oder verdient hat. Und am schlimmsten noch: Das macht er mit dem Geld, was er eigentlich den Künstlern geben könnte, damit die mehr verdienen. Oder – ich kann es auch andersrum sagen – das macht er mit dem 1 Euro, den er dir jetzt noch mal aus den Taschen zieht.
39:56 Tilo Wagner:
Genau. Oder auch mit diesem einen Lied, wir erinnern uns: „We are the World, we are the children…“ Ja, dieses schöne Lied, das so ein bisschen in den 80er Jahren mit den ganzen… das so ein bisschen dieses „Wir sind eine Welt, eine Friedensbewegung, wir tun alles, dass wir alle zusammen große Probleme überwinden“… Dieses Geld nimmt er und investiert also in Drohnen, die andere Menschen aus der Luft in die Luft sprengen. Sehr schön.
40:30 Henning Schwörer:
Deswegen jetzt mein einziger Aufruf: Wechselt von Spotify weg. Irgendwo anders hin. Es muss nicht Deezer sein. Es kann gerne was anderes sein. Wir verlinken das alles. Ich habe auch einen Test, das Stereo-Magazin hat das auch ausführlich noch mal getestet mit „Wer ist der beste Streaming-Anbieter“ und so weiter und so fort. Und wie gesagt, da kommt Spotify gar nicht so gut bei weg. Auch preislich ist Spotify mittlerweile kein Schnapper mehr. Von daher: Nehmt euch mal die fünf Minuten und schaut, dass ihr einfach von Spotify wegkommt. Ich kann euch nur sagen, es lohnt sich.
41:14 Tilo Wagner:
Sehr schön. Ja Henning, dann machen wir doch hier einen Deckel drauf und wir haben eine sehr schöne Sendung wieder hingelegt. Und du weißt ja – wenn ich das an der Stelle noch sagen kann – du weißt ja, wo ich diesen Podcast wieder hören werde?
41:30 Henning Schwörer:
Im Werbeblock oder…
41:33 Tilo Wagner:
Nee, auf Spotify.
41:35 Henning Schwörer:
Übrigens, und das fand ich natürlich gleich von vornherein… fand ich das natürlich super sympathisch: Bei Deezer gab es „Auf zwei Bier“ schon.
41:48 Tilo Wagner:
Sehr schön.
41:49 Henning Schwörer:
Von daher, also wer zu Deezer wechselt, der ist auf jeden Fall… kann sich gleich „Auf zwei Bier“ bookmarken und verpasst da nichts.
42:01 Tilo Wagner:
Sehr schön. Das ist doch ein weiterer Grund. Henning, wir sehen uns und hören uns nächsten Monat wieder und ja, ich wünsche dir einen schönen Spätsommer.
42:13 Henning Schwörer:
Das wünsche ich dir auch. Das wünsche ich unseren Hörern. Bis zum nächsten Mal. Bis in einem Monat. Bis dann. Ciao.
42:19 Tilo Wagner:
Ciao.
Die Folge Gemeinsam retten wir die Musik! erschien zuerst auf dem Podcast Auf zwei Bier.

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