Eine Folge über Genealogie und Kritik von Nietzsche über Foucault und die Frankfurter Schule bis zu Butler und Joan Wallach Scott. Und darüber, warum Moral, Wahrheit und Wissenschaft (und Gender!) historisch geworden sind und deshalb befragt werden müssen.
Was, wenn das, was wir für selbstverständlich halten, kein ewiges Fundament ist, sondern ein historischer Effekt? Was, wenn auch „Wahrheit“ und „Wissenschaft“ nicht neutral, sondern in Machtverhältnisse eingebettet sind?
Oder: Wissenschaft als Kritik!
Wir beginnen mit Nietzsche, der den Wert der Werte selbst angreift, und folgen Foucault, der Genealogie zur Methode macht, um Brüche, Kämpfe und Macht sichtbar zu machen. Kritik wird hier zur Haltung: Wahrheit nach ihren Effekten befragen, Macht nach ihren Wahrheitsansprüchen.
Mit der Frankfurter Schule rückt die Wissenschaft als Institution in den Fokus: Kritik heißt nicht nur analysieren, sondern gesellschaftliche Verhältnisse infrage stellen.
Judith Butler und Joan Wallach Scott zeigen schließlich, dass Kritik dort beginnt, wo Gewissheiten reißen – und dass Kritik kein Relativismus ist, sondern die Voraussetzung dafür, anders denken und handeln zu können.
Texte, die in dieser Folge angesprochen wurden:
Nietzsche: “Zur Genealogie der Moral. Eine Streitschrift” (1887)
Foucault:
- “Nietzsche, die Genealogie, die Historie” (1971)
- “Was ist Kritik” (Original 1978 - publiziert erst 1990)
- “Was ist Aufklärung” (Vorlesung 1983, Veröffentlichtung 1984)
Horkheimer und Adorno: “Dialektik der Aufklärung” (1944)Butler: ”What is Critique? An Essay on Foucault’s Virtue” (2000/2002)Scott: “Geschichte schreiben als Kritik” (2019/2007)
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