Was ist Freiheit? Was ist Glück? Ist vielleicht beides ein und dasselbe? Frei ist, wer gelassen ist, weil er weiß, dass er nichts wissen kann. Diese von Sokrates stammende Weltweisheit bedeutet nun aber mitnichten, das Denken einstellen zu sollen. Vielmehr beinhaltet sie den Rat, sich auf sich selbst zu konzentrieren, um sich nicht im unendlichen Wust der Welt zu verlieren. Natürlich macht Geld glücklich. Vor allem, wenn man es sich selbst erarbeitet hat. Dafür benötige ich aber den Hebel des Bewusstseins. Wer zu gierig ist, scheitert. Das wissen auch alle, die das Publikum mit hochglänzenden Bildern von Glück und Verheißung zuschütten. Sie nutzen die Schwäche der Empfänger aus. Die Gefahr, sich in von außen auf das Selbst einströmenden Informationen und Bildern zu verlieren, wächst jeden Tag. Je attraktiver die Bilder, umso größer die Verlockung, sich mit ihnen zu identifizieren. Je volatiler und flüchtiger das Angebot, je stärker auch der von für die Informationen verantwortlichen Interessengruppen ausgehende Konformitätsdruck, umso größer die Neigung des fragilen Ichs vor allem junger Menschen, selbst volatil, flüchtig und opportunistisch zu werden. Ich! Jetzt erst recht! Natürlich brauchen wir Vorbilder. Wenn wir aber nicht verstehen, worauf wir uns im digitalen Universum einlassen, wird sich die Sache mit dem Glück und der Freiheit äußerst quälend gestalten. Was bedeutet, dass es Sinn macht, nach Identität zu streben. Identität, Unterscheidbarkeit, Individualität und Integrität – mit anderen Worten: Ein konsistentes, gesundes Ich – ist heute wichtiger denn je. Nicht nur, weil es Freiheit bedeutet; vielmehr ist es unabdingbare Voraussetzung, um im globalen Wettbewerb der Identitäten und Unverwechselbarkeiten bestehen zu können. Insofern ist die Digitalisierung ein Geschenk an die Psyche des nach sich selbst suchenden Individuums. Ein Mensch, der heute erfolgreich sein will, muss erkennbar, muss unterscheidbar – muss Marke sein. Identität bekommt man aber nicht geschenkt. Vielmehr muss man sie sich erarbeiten. Der Unterschied zwischen arbeiten und sich-etwas-erarbeiten ist viel mehr als nur graduell. Wer Identität erreichen will, kommt, Sokrates hin, Sokrates her, um die Mühen des Denkens nicht herum. Nun leben wir in einer Zeit, in der Lebenserfolg, die Freiheit und das Glück eines Menschen in großem Maße von Geld abzuhängen scheint. „Scheint“, wohlgemerkt. Denn die Digitalisierung, Volatilität hin, Flüchtigkeit her, ist eine Bühne, auf der jeder, selbst der ärmste Tropf, sich darstellen und in den Wettbewerb der Identitäten eintreten kann. Das ist toll! Entscheidend für die Fähigkeit wiederum, im Wettbewerb zu bestehen, ist das Wissen um die in diesem Wettbewerb geltenden Denkgrammatiken. Auch wenn für den Eintritt in den Wettbewerb sowie den Erwerb von Identität kein Geld investiert werden muss, so ist das Ziel ja doch der Erwerb von Geld, und so dreht sich am Ende doch alles um Kohle. Das ist auch kein bisschen verwerflich. Hier sind zutiefst unbewusste Mechanismen am Werk. Der Geist und das Geld Die Sphären des Geldes und des Denkens weisen außerordentlich große Schnittmengen auf. Denkt man i
Support the Show.
---
Schließ Dich unserer Podcast-Community auf LinkedIn an und sichere Dir den Zugang zu exklusiven Inhalten und Vorankündigungen.
https://www.linkedin.com/groups/8687316/
- Videoaufzeichnung des Interviews
- Hintergrundinformationen zu unserem Interviewgästen
- Q&A-Sessions mit Norman
- Ankündigungen von Live-Podcast Produktionen
- Stelle deine Fragen an unsere Interviewgäste
- Exklusive Audio-Events mit unseren Podcast-Gästen
---
Dieser Podcast wird produziert von: MARKENREBELL - Podcast Manufaktur: https://www.markenrebell.de