Ein kompletter Ausfall des PlayStation Networks am vergangenen Samstag führte dazu, dass Besitzer digital gekaufter Spiele vor schwarzen Bildschirmen saßen – ich war einer davon. Und auch wenn der Vorfall mir das Wochenende gründlich vermiest hat, so hat er mich doch eine wichtige Lektion gelehrt.
Ein Kommentar von Robert Kohlick
PSN down: Plötzlich ging nichts mehr!
Samstag, 10. Februar 2025, um 14:00 Uhr: Ich hatte mich mit drei Freunden zu einer Gaming-Olympiade verabredet. In insgesamt zwölf unterschiedlichen Spielen wollten wir uns miteinander messen, um herauszufinden, wer von uns der Gaming-König unserer kleinen Gruppe ist.
Mit dabei: Disc Jam, Trackmania Turbo und Rocket League. Diese drei wollten wir auf meiner PS5 zocken. Also habe ich sie am Vorabend schnell heruntergeladen und installiert. Dann ging es mir am Samstag jedoch so, wie Millionen von anderen PlayStation-Spielern: Ich konnte meine gekauften Spiele nicht zocken. Der Grund: Das PSN war down. Nichts ging mehr.
Nach etlichem Hin und Her und Verschiebungen haben wir die betroffenen Spiele einfach durch andere ersetzt und Rocket League über meinen PC gespielt. Kein Beinbruch, aber dennoch war der Vorfall ein Denkzettel für mich. Denn eigentlich bin ich ein Verfechter für den digitalen Kauf von Spielen.
Keine störenden Disc-Wechsel mehr, kein Platz für Spielehüllen nötig und neue Games sind direkt per Knopfdruck verfügbar. Doch der jüngste PSN-Ausfall offenbart die Schattenseiten des Gaming-Traums. Legal erworbene Spiele werden zu digitalen Geiseln eines fehleranfälligen Systems – danke Sony!
LinkPSN-Panne zeigt: Ein neues DRM-System muss her
Dass das PSN oder irgendein anderer Online-Service irgendwann mal ausfällt, lässt sich schlichtweg nicht verhindern. Dass in einem solchen Fall die betroffenen Spieler komplett in die Röhre gucken, jedoch schon. Plattform-Betreiber wie Sony müssen ihre DRM-Systeme verbraucherfreundlicher gestalten. Ein Offline-Modus wie bei Steam, der beispielsweise 30 Tage ohne Server-Check auskommt, wäre ein erster Schritt.
Oder wie wäre es mit einer Hybrid-Lösung? Wer ein Spiel digital kauft, erhält das Recht, es einmalig auf Disc zu pressen – quasi eine Art physische Sicherungskopie. Es kann jedoch nur eine Version gleichzeitig genutzt werden – entweder die physische oder die rein digitale. Nur so lässt sich vermeiden, dass Schnäppchenfüchse das System ausnutzen, um zeitgleich gemeinsam zu spielen, obwohl sie das Spiel nur einmal gekauft haben.
Die Gaming-Industrie steht an einem Scheideweg: Entweder sie findet Wege, digitale Distribution mit echtem Besitz zu vereinen, oder sie riskiert das Vertrauen ihrer Kunden. Der jüngste PSN-Ausfall zeigt, wie schnell das passieren kann. Denn eines ist klar: Eine Zukunft, in der Gamer ihre digital erworbenen Spiele nicht nutzen können, weil irgendwo ein Server streikt, ist keine erstrebenswerte Vision des digitalen Gaming-Zeitalters.
Ich habe meine Lektion auf jeden Fall gelernt: Wenn mir ein Spiel auf der Konsole wichtig ist und ich es auch mal offline mit Freunden spielen will, werde ich mir in Zukunft in solchen Fällen lieber die Disc-Version kaufen.
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