(Bildquelle: IMAGO / Rene Traut / Bearbeitung: GIGA)
2 Euro pro Liter und mehr – der österreichische Weg soll ab April gegen die Preisexplosion an der Zapfsäule in Deutschland helfen.
Update vom 26. März: Der Bundestag hat sich auf das Maßnahmenpaket geeinigt, um die Spritpreise in den Griff zu kriegen (Quelle: t-online). Künftig sollen damit die Preise für Benzin und Diesel nur noch einmal am Tag, um 12 Uhr mittags, nach oben angepasst werden dürfen. Sinken können sie hingegen immer. Bei Verstößen sind demnach Strafen bis zu 100.000 Euro möglich.
Diese Änderungen für den Spritpreis sollen zunächst für ein Jahr gelten und anschließend überprüft werden. Ob der Plan tatsächlich den gewünschten Effekt haben wird, muss sich noch zeigen. Am Freitag soll der Beschluss zunächst durch den Bundesrat, bevor die Änderungen wirksam werden können. Es könne laut Bundeswirtschaftsministerium bereits Anfang April so weit sein.
Originalartikel vom 12. März:
Die Bundesregierung will dem extremen Anstieg der Spritpreise an deutschen Tankstellen nicht länger zusehen. Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) kündigte in Berlin an, dass Preiserhöhungen für Benzin und Diesel künftig nur noch einmal pro Tag erlaubt sein sollen. Die Änderung soll so schnell wie möglich durchgeführt werden, wann genau sie greift, ist aber noch offen.
Benzin & Diesel: Preiserhöhungen nur noch einmal pro Tag
Als Vorbild für die neue Regelung dient ein Modell, das in Österreich bereits seit 2011 genutzt wird. Dort dürfen die Preise nur einmal täglich – um Punkt 12 Uhr mittags – angehoben werden. Preissenkungen bleiben davon unberührt und sind jederzeit möglich, so soll der Wettbewerb gestärkt werden.
Wenn Preiserhöhungen nur einmal am Tag möglich sind, die Literpreise aber jederzeit fallen können, müssen die Tankstellen auf Reduzierungen der Konkurrenz stärker reagieren – sofern möglichst viele Autofahrer genau auf den günstigsten Preis achten. Sobald die Änderung gilt, sind wir alle bei der Wahl der Tankstelle also noch mehr gefragt, um das meiste aus der neuen Regelung rauszuholen.
Wie viel Sparpotenzial in diesem Schritt steckt, ist nicht ganz klar. Benzin der Sorte Super E5 kostet laut Stuttgarter Nachrichten heute (Stand 11. März) durchschnittlich 1,74 Euro bei unseren Nachbarn. In Deutschland liegt der Durchschnittspreis bei extrem teuren 2,09 bis 2,10 Euro – eine Differenz von rund 35 Cent pro Liter. Das liegt allerdings hauptsächlich an der geringeren Mineralölsteuer in Österreich. Deutsche Autofahrer sollten daher nicht mit einem so großen Minus an der Tankstelle rechnen.
Ölreserven sollen den Markt beruhigen
Zusätzlich zu diesem direkten Eingriff an der Zapfsäule beteiligt sich Deutschland an einer international abgestimmten Aktion zur Stabilisierung der globalen Ölmärkte. Gemeinsam mit den G7-Staaten und auf Empfehlung der Internationalen Energieagentur (IEA) soll ein Teil der nationalen Ölreserven freigegeben werden. Dieser Schritt soll den durch den Iran-Krieg ausgelösten rasanten Anstieg des Rohölpreises abfedern und einer weiteren Eskalation der Kosten entgegenwirken.
Das Ausmaß der Freigabe ist erheblich. Die IEA soll vorgeschlagen haben, international bis zu 400 Millionen Barrel Rohöl auf den Markt zu bringen – mehr als doppelt so viel wie zu Beginn des Ukraine-Kriegs. Auf Deutschland entfallen davon rund 19,5 Millionen Barrel, was laut t-online etwa einem Fünftel der hierzulande gelagerten strategischen Vorräte entspricht.