Mit der richtigen Strategie könnte euer Snapchat-Account mehr bringen als „nur“ Spaß. (Bildquelle: Getty Images/ Prostock-Studio/ Bearbeitung: GIGA)
Mit Snapchat Geld verdienen? Eine spannende Idee. Bei GIGA erfahrt ihr, was in Deutschland möglich ist und welche neuen Features ihr im Blick behalten solltet.
Mit Snapchat Geld verdienen: Geht das überhaupt?
Mit der Frage, wie man mit Snapchat überhaupt Geld verdienen kann, seid ihr nicht allein. Für die meisten ist die App momentan vor allem noch ein Ort für schnelle Snaps unter Freunden und nicht unbedingt eine Einnahmequelle. Sobald ihr euch eine aktive Community aufgebaut habt, könnt ihr theoretisch aber auch in Richtung Monetarisierung gehen.
Wichtig bei der ganzen Sache ist eine ordentliche Portion Realismus. Seid euch im Klaren darüber, dass Snapchat einer von vielen Bausteinen für euer Online-Business sein kann. Dass ihr über Nacht mit Snapchat reich werdet, ist eher unwahrscheinlich.
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Auf diesen Wegen könnt ihr mit Snapchat schon heute Geld verdienen
- Markenkooperationen: Hier bezahlen euch Unternehmen dafür, dass ihr bestimmte Produkte oder Dienstleistungen in euren Storys oder Snaps zeigt.
- Affiliate-Links und Rabattcodes: Wenn eure Community über eure Links einkauft, erhaltet ihr eine Provision. Wichtig: Eure Follower müssen dabei nicht mehr bezahlen.
- Eigene Produkte oder Angebote: Weiterhin könnt ihr Snapchat nutzen, um auf euren Online-Shop, digitale Kurse, Coachings oder andere Projekte aufmerksam zu machen.
Bitte beachtet: Sobald Geld im Spiel ist, müsst ihr euch mit den rechtlichen Basics beschäftigen. Zum Beispiel muss Werbung als solche erkennbar sein und auch Themen wie eine Gewerbeanmeldung oder die Klärung von steuerlichen Fragen gehören mit auf eure To-do-Liste.
Die offizielle Monetarisierung: Was in Deutschland realistisch ist
Snapchat möchte seine Creator langfristig dafür belohnen, dass sie regelmäßig gute Inhalte posten. Dafür gibt es Monetarisierungsprogramme, bei denen ausgewählte Creator an Werbeeinnahmen beteiligt werden können. Das betrifft vor allem Inhalte in öffentlichen Stories oder im Spotlight-Bereich.
Klingt gut, hat aber einen Haken: Diese Programme sind aktuell nicht für alle Creator frei zugänglich, sondern richten sich an größere Accounts oder erfolgen auf Einladung durch Snapchat. Ihr braucht also
- ein öffentliches Profil,
- viele aktive Follower
- und sehr hohe Aufrufzahlen in einem bestimmten Zeitraum.
Die aktuellen Richtlinien des Monetarisierungsprogramms bekommt ihr im Snapchat-Support-Center (Richtlinien hier ansehen). Creator aus Deutschland können grundsätzlich mitmachen, haben aber in der Praxis meist erst mit größerer Reichweite realistische Chancen auf eine Freischaltung.
Für Einsteiger heißt das: Das Monetarisierungsprogramm ist ein Fernziel. Zuerst muss eine funktionierende Community aufgebaut werden.
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Blick in die Zukunft: Creator Subscriptions - ein Abo-Modell bei Snapchat
Finanziell besonders attraktiv und gleichzeitig brandneu sind Modelle, bei denen eure Fans euch direkt unterstützen können. Ein flächendeckend verfügbares „Creator Subscription“-Programm gibt es aktuell jedoch noch nicht.
Momentan testet Snapchat ein solches Modell mit ausgewählten Creatorn in den USA. Weitere Märkte sollen Schritt für Schritt folgen. Für euch kann es sich lohnen, diese Entwicklung unter folgenden Aspekten zu verfolgen:
- Welche Inhalte bieten erfolgreiche Creator ihren Abonnenten an?
- Wie kommunizieren sie den Mehrwert des Abos?
- Welche Preismodelle scheinen gut anzukommen?
Sollte Snapchat das Abo-Modell später auch in Deutschland ausrollen, habt ihr diese Erfahrungen schon parat und könnt schneller ein Angebot entwickeln, das zu euch und eurer Community passt.
Vom privaten Snap zum Creator-Account: Praktische Tipps für den Start
Vielleicht habt ihr Snapchat bisher nur privat genutzt und fragt euch jetzt, wie ihr den nächsten Schritt gehen könntet. Der Einstieg muss nicht kompliziert sein, aber gut geplant.
Zunächst richtet ihr ein öffentliches Creator-Profil ein und überlegt euch, wofür ihr stehen wollt: Gaming, Beauty, Alltagstipps, Humor oder etwas ganz anderes? Ganz egal, in welcher Nische ihr euch seht: Je klarer ihr euch über eure Ziele seid, desto besser versteht eure Community, warum sie euch folgen soll.
Danach geht es vor allem darum, eine Routine zu entwickeln, die in euren Alltag passt:
- Postet regelmäßig vertikale Inhalte mit guter Bild- und Tonqualität.
- Probiert verschiedene Formate aus. Zum Beispiel kurze Erklär-Snaps, Serien oder gebt spontane Einblicke „hinter die Kulissen“.
- Achtet darauf, welche Inhalte besonders oft angesehen, gespeichert oder weitergeschickt werden, und baut eure Stärken weiter aus.
Mit wachsender Reichweite könnt ihr euch an erste Kooperationen herantasten. Versendet beispielweise direkte Nachrichten an passende Marken. Parallel könnt ihr checken, welche Affiliate-Links zu euch passen. So lernt ihr Schritt für Schritt, wie der Kanal sich wirtschaftlich tragen kann, ohne dass er nur aus Werbung besteht.
Realistisch und seriös bleiben
Snapchat ist kein Garant für schnellen Reichtum, ganz im Gegenteil: Reichweite, Vertrauen und stabile Einnahmen wachsen langsam und nicht über Nacht. Verlasst euch bei Infos zu Programmen, Ländern und Bedingungen am besten ausschließlich auf die offiziellen Angaben von Snapchat.
Spätestens wenn ihr wirklich Geld verdient, solltet ihr euch zu Werbekennzeichnungen, Steuern und zur Gewerbeanmeldung beraten lassen, damit ihr rechtlich auf der sicheren Seite seid.