(Bildquelle: BMW / Fabian Kirchbauer / Bearbeitung: GIGA)
Technisch ein Quantensprung, optisch ist der i3 von BMW für mich ein Rückschritt.
Ein Kommentar von Peter Hryciuk
Die technischen Daten des neuen BMW i3 klingen, zugegeben, erst einmal beeindruckend. Als zweites Modell der „Neuen Klasse“ soll die elektrische Limousine das Erbe der legendären 3er-Reihe antreten. Dafür bringt sie auf dem Papier alles mit: Das Startmodell, der i3 50 xDrive, leistet mit zwei E-Maschinen satte 469 PS und wird von einem Allradantrieb auf der Straße gehalten. Das ist eine klare Ansage an die Konkurrenz und verspricht die BMW-typische Fahrdynamik.
BMW i3 ist ein technisches MeisterstückOptisch ist der BMW i3 überhaupt nicht mein Fall. (Bildquelle: BMW / Fabian Kirchbauer)
Noch bemerkenswerter sind die Versprechen zur Alltagstauglichkeit. Dank einer neuen 800-Volt-Architektur und der sechsten Generation des eDrive-Antriebs soll eine Reichweite von bis zu 900 Kilometern (WLTP) möglich sein. Geht der Strom doch einmal zur Neige, sollen an einer entsprechenden Ladesäule in nur zehn Minuten wieder 400 Kilometer Reichweite nachgeladen werden können. Das sind Werte, die die Elektromobilität endgültig langstreckentauglich machen.
Auch im Innenraum setzt BMW auf eine technologische Revolution. Das neue „Panoramic iDrive“ und ein zentraler Hochleistungscomputer namens „Heart of Joy“ bilden das Gehirn des Fahrzeugs. Gebaut wird der neue i3 ab August 2026 im Stammwerk in München, die ersten Fahrzeuge sollen noch im selben Herbst ausgeliefert werden. Die Fakten sind also vielversprechend und zeigen, wohin die Reise technologisch geht.
Optisch für mich ein FlopBMW könnte sich endlich für ein Nierendesign entscheiden. (Bildquelle: BMW / Fabian Kirchbauer)
So weit, so gut. Doch bei aller Begeisterung für die Technik kann ich über das Design einfach nicht hinwegsehen. Es gefällt mir überhaupt nicht.
Komische Einkerbung beim Logo des BMW i3. (Bildquelle: BMW / Fabian Kirchbauer)
Weder die Front mit ihrer seltsam zusammengefassten Licht- und Nierensignatur noch das Heck strahlen für mich die sportliche Eleganz aus, die ich von einer 3er-Limousine erwarte. Alles wirkt zerklüftet und beliebig, als hätte man sich nicht zwischen Tradition und futuristischem Zwang entscheiden können.
Steht das Lenkrad richtig? Man weiß es nicht bei diesem Design. (Bildquelle: BMW / Fabian Kirchbauer)
Dieser Eindruck setzt sich leider im Innenraum fort. Besonders enttäuschend finde ich das Lenkrad. Schon beim iX3 fand ich es unpassend, und es wurde für den i3 offenbar nicht verbessert. Es wirkt klobig und passt einfach nicht zum sportlichen Anspruch, den ich mit einem BMW verbinde.
Dabei hat BMW mit dem i5 eindrucksvoll bewiesen, dass sie es besser können. Der i5 ist in meinen Augen ein wunderschönes Auto – elegant, kraftvoll und auf den ersten Blick als BMW zu erkennen. Er zeigt, dass sich ein modernes, elektrisches Antriebskonzept und ein klassisch-schönes Design nicht ausschließen müssen.
Warum man beim Herzstück der Marke, dem neuen 3er, diesen Weg nicht weitergegangen ist, bleibt für mich ein Rätsel. Aber vielleicht liege ich auch falsch und BMW-Fans feiern das futuristische Design. Der iX3 ist für lange Zeit ausverkauft. Ich bin gespannt, ob das beim i3 auch passiert.