(Bildquelle: IMAGO / Pond5 Images / kw / Bearbeitung: GIGA)
Viele kleine Programme für iPhone und Android nennen sich Wärmebildkamera-App. Doch wie euch hier zeigen, ist das ein Riesenunterschied zu einer echten Wärmebildkamera.
Die meisten Wärmebildkamera-Apps sind reine Fotoeffekt-Apps. Sie dienen als Filter, um Live-Aufnahmen oder bestehende Fotos in der Manier der üblichen Wärmebild-Farben zu verfälschen. Tatsächlich sind hier aber zumeist nicht Temperaturunterschiede für die Farben zuständig, sondern die Filter stellen die Helligkeitsabstufungen in Falschfarben dar. Allerdings gibt es auch echte Apps, mit denen ihr auch echte Wärmebilder auf eurem Handy anzeigen könnt. Doch damit das klappt, gibt es eine wichtige Voraussetzung.
Echte Wärmebilder gibts nur mit einer echten Wärmebildkamera!
Wärme ist, ähnlich wie Licht, eine Strahlung. Und so wie es Licht verschiedener - teilweise mit bloßem Auge unsichtbarer - Wellenlängen gibt, ist auch Wärmestrahlung nicht zu sehen. Damit das trotzdem klappt und eine Wärmebildkamera-App Sinn hat, braucht ihr auch eine Wärmebildkamera. Diese Kameras können Infrarotstrahlung in einem bestimmten Wellenlängenumfang anzeigen. Es gibt sie als speziellen Aufsatz für iPhones und Android-Handys.
Eine echte Wärmebildkamera-App ist vielseitig einsetzbar
Als Beispiel ist die Thermal Master P3 Wärmebildkamera zu nennen. Sie kostet für Android-Handys knapp 300 Euro und kann an jedem Smartphone, Tablet oder Computer mit USB-C-Anschluss direkt verwendet werden.
Die kleine Kamera wird in den Steckplatz für das Ladekabel gesteckt und ist betriebsbereit, sobald die dazugehörige App installiert wurde. Dabei handelt es sich dann um eine echte Wärmebildkamera-App, mit der ihr – unabhängig von den Lichtverhältnissen – echte Wärmebilder und -Videos sehen, speichern, analysieren und teilen könnt.
Es gibt sogar eine Funktion, die euch die Temperatur der Objekte anzeigt. Außerdem lassen sich die Bilder in verschiedenen Farbmodellen anzeigen, also beispielsweise auch in Graustufen.
(Bildquelle: Bildquelle: Screenshot GIGA)(Bildquelle: Bildquelle: Screenshot GIGA)(Bildquelle: Bildquelle: Screenshot GIGA)(Bildquelle: Bildquelle: Screenshot GIGA)(Bildquelle: Thermal Master)
Die App ist intuitiv bedienbar und hat auch einen Autofokus. Am Kameraobjektiv könnt ihr den Fokus, falls nötig manuell nachstellen. Ein Verbindungskabel im USB-C-Format dient dazu, die Kamera nicht zwangsläufig an der Kamera montieren zu müssen. Zusätzlich könnt ihr sie auch etwa an einem Laptop nutzen und das dazugehörige Windows-Programm zur Auswertung verwenden.
Zu den ungewöhnlichen Features gehört die Erkennung von elektrischen Lecks auf Leiterplatten. Der Temperatur-Arbeitsbereich reicht von -20 bis hin zu +600° Celsius, was sie in einem breiten Bereich nutzbar macht.
Zitat:
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Was machen die Fake-Wärmebildkamera-Apps?
Die Wärmebildkamera-Apps im Play-Store oder AppStore werden als „Unterhaltungs-Apps“ gelistet. Sie simulieren verschiedene Wärmebild-Effekte und machen das teilweise sogar ziemlich geschickt. Dabei gibt es unterschiedliche Techniken, die sich aber alle darin ähneln, dass reale Bilder auf wenige starke Farben oder Farbkontraste reduziert werden.
Eine Wärmebildkamera-App, die so tut als ob…
Im einfachsten Fall wird das Bild in Graustufen umgewandelt, die dann in zwei komplementäre, kontrastreiche Grundfarben umgewandelt werden. Sogar Temperaturangaben und andere Fantasiewerte blenden diese „Wärmebildkameras“ ein.
Hier sind einige solcher Apps. Lasst euch von den schlechten Bewertungen nicht verunsichern. Die stammen von Leuten, die ernsthaft geglaubt haben, man könnte ein Handy mit einer App in eine Wärmebildkamera umwandeln.
Android
iPhone
In der Regel könnt ihr die Farbveränderung live am Display sehen und Schnappschüsse machen. Andere Apps laden bestehende Bilder aus eurer Galerie und wandeln sie in Wärmebilder um. Ähnliche Filter bieten auch einige Filter-Apps. Ihr müsst dazu also nicht speziell nach einer Wärmebildkamera-App suchen.