E-Bike schneller machen: Wir zeigen euch, wie ihr mehr aus eurem Bike rausholt. (Bildquelle: IMAGO / Eisend / Bildbearbeitung GIGA)
Ihr wollt euer E-Bike schneller machen, ohne gegen Gesetze zu verstoßen? Hier erfahrt ihr, welche Tricks erlaubt sind und welche nicht.
Mehr Tempo fürs E-Bike: Legale Tricks und klare Verbote
Viele träumen davon, ihr E-Bike schneller zu machen, als es der Gesetzgeber erlaubt. Mit Tuning lässt sich die eingebaute Geschwindigkeitsgrenze zwar leicht umgehen, doch damit rutscht euer Bike sofort in eine andere Fahrzeugklasse.
Wer das nicht beachtet, riskiert Bußgelder, Ärger mit der Versicherung und mehr. In diesem Artikel erfahrt ihr, welche Tricks legal sind und wo ihr euch klar im verbotenen Bereich bewegt.
E-Bikes entdrosseln: So schnell wird’s illegal
Standard-E-Bikes stoppen die Motorunterstützung bei 25 Kilometer pro Stunde, das ist gesetzlich vorgeschrieben (via Deutscher Bundestag). Wer diese Begrenzung mit Tuning-Geräten aufhebt, bekommt deutlich mehr Schub, bewegt sich aber sofort in einer anderen Fahrzeugklasse.
Entdrosselte Modelle gelten als Kleinkrafträder: Sie müssen angemeldet, versichert und mit einem Kennzeichen ausgestattet sein, wie die StVO vorschreibt. Auch ein stabiler Helm ist dann Pflicht.
Mit solch umgebauten Bikes dürft ihr nicht mehr auf Radwegen fahren. Für einen Anhänger gelten dann zusätzliche Vorschriften. Sobald ein Tuning-Kit am Rad ist, könnt ihr in der Regel die Herstellergarantie vergessen.
Reifendruck anpassen: Einfaches E-Bike-Tuning
Wer sein E-Bike effizienter machen will, kann schon mit dem Reifendruck viel erreichen. Ist er zu niedrig, drückt sich der Reifen zu stark ein und der Rollwiderstand steigt, dadurch entlädt sich der Akku schneller. Ist er zu hoch, wird das Rad unruhig.
Den idealen Wert gibt es nicht: Er hängt vom Reifentyp, eurem Gewicht und der Fahrweise ab. Prüft den Druck regelmäßig und passt ihn an, um die Motorunterstützung optimal zu nutzen und den Fahrkomfort zu verbessern. So steigert ihr Tempo und Reichweite ganz legal.
E-Bikes sind oft das Ziel von Langfingern. In diesem Video erfahrt ihr, wie ihr euer Fahrrad schützen könnt:
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Bremsen checken: Reibung kostet Tempo
Manchmal bremst euch das E-Bike, ohne dass ihr den Hebel zieht. Etwa, wenn die Bremsbeläge leicht an der Scheibe schleifen. Testen könnt ihr das, indem ihr das Rad frei drehen lasst: Spürt ihr ein leichtes Stocken, sitzt der Bremssattel vermutlich schief.
Löst die Schrauben am Sattel, betätigt die Bremse mehrmals und haltet sie gedrückt, während ihr den Sattel wieder festzieht. So richtet er sich neu aus und die unerwünschte Bremswirkung verschwindet. Das bringt euch wieder spürbar mehr Leichtlauf.
E-Mountainbike tunen: Federung und Zugstufe einstellen
Beim E-Mountainbike kostet eine falsch eingestellte Federung nicht nur Kraft, sondern auch Akkuleistung. Passt den Luftdruck in Gabel und Dämpfer an euer Gewicht samt Ausrüstung an. Als grobe Richtwerte gelten rund 20 Prozent Einsinktiefe vorn und 30 Prozent hinten. Spezielle Dämpferpumpen helfen beim Einstellen.
Die Zugstufe ist entscheidend: Ist sie zu schnell, federt das Rad unruhig zurück, ist sie zu langsam, fehlt die Ausgleichswirkung. Testet verschiedene Stufen auf unterschiedlichen Strecken, bis ihr den optimalen Mittelweg gefunden habt.
Pflege von Kette und Schrauben
Für maximale Leistung braucht euer E-Bike regelmäßige Pflege. Eine saubere, geölte Kette läuft leichter und schont eure Energie. Rost oder Dreck bremsen dagegen spürbar. Statt aggressiver Reiniger reicht es, sie kurz abzuwaschen, abzuwischen und neu zu fetten.
Kontrolliert außerdem regelmäßig Schrauben und Kabel. Festziehen und Fixieren sorgt nicht nur für mehr Effizienz, sondern verlängert auch die Lebensdauer von Akku und Bike.
Illegale Methoden: Diese Tuning-Tricks sind verboten
Bestimmte Maßnahmen, um ein E-Bike schneller zu machen, sind im öffentlichen Straßenverkehr nicht erlaubt. Dazu zählen:
- Tunings über Apps, die das 25-km/h-Limit umgehen und den Motor dauerhaft schneller unterstützen.
- Speed-Chips oder elektronische Kit-Boxen, die direkt in die Elektronik eingreifen und das Tempolimit aushebeln.
- Software-Manipulationen der Motorsteuerung, bei denen die werkseitigen Geschwindigkeitsvorgaben verändert werden.
Es drohen Bußgelder, Verlust des Versicherungsschutzes, strafrechtliche Folgen und Beschlagnahmung des E-Bikes (via Bußgeldkatalog). Der Zweirad-Industrie-Verband und der Deutsche Verkehrssicherheitsrat fordern explizit ein Verbot von Werbung und Verkauf solcher Tuning-Kits.
„SPEEDi“: Kleines Bauteil, große Wirkung?
Mit dem neu entwickelten Mini-Bauteil „SPEEDi“ des neuseeländischen Herstellers NLS Components lässt sich laut Chip.de bei den meisten E-Bikes die Höchstgeschwindigkeit um etwa 50 Prozent steigern, ohne dabei in den Motor oder die Elektronik eingreifen zu müssen.
Der „SPEEDi“ sorgt dafür, dass der Sensor am Hinterrad eine geringere Drehzahl wahrnimmt, als tatsächlich vorhanden ist. Erreicht wird dies durch ein kompaktes Getriebe im Kunststoffgehäuse. Konkret handelt es sich dabei um ein Planetengetriebe mit einem Übersetzungsverhältnis von 1:1,5. Statt der üblichen Begrenzung bei 25 km/h liegt die neue Höchstgeschwindigkeit somit bei etwa 37,7 km/h.
Aber Achtung: Wer einen Kauf in Erwägung zieht, sollte sich der möglichen Konsequenzen bewusst sein. Abhängig vom Hersteller des E-Bikes oder des jeweiligen Antriebssystems kann das Öffnen oder Verändern des Magnetsensors dazu führen, dass der Garantieanspruch verfällt.
Darüber hinaus ist es in Deutschland – ebenso wie in vielen anderen Ländern – nicht erlaubt, ein E-Bike mit manipulierter Höchstgeschwindigkeit im öffentlichen Straßenverkehr zu nutzen. Zulässig ist dies nur dann, wenn zuvor die nötigen Genehmigungen eingeholt werden und das Fahrzeug anschließend korrekt als S-Pedelec mit Versicherungskennzeichen zugelassen wird.
Mehr Tempo mit dem E-Bike braucht keine illegalen Methoden
E-Bike schneller machen? Ja, aber nur durch mechanische Optimierung, wie idealer Reifendruck, saubere Bremsen oder Übersetzungsänderung. Alles andere überschreitet rechtliche Grenzen oder verwandelt euer Fahrrad in ein motorisiertes Kleinkraftrad mit erheblich mehr Pflichten.