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Das Tageslimit im Online-Banking kennt jeder – doch es gibt noch eine andere Grenze.
Beim Online-Banking stoßen viele erst dann an Grenzen, wenn es wirklich drauf ankommt – zum Beispiel bei der Bezahlung eines Autos oder einer anderen größeren Anschaffung. Plötzlich lässt sich der Betrag nicht überweisen. Der Grund dafür kann ein festgelegtes Tageslimit sein, das ihr einfach ändern könnt. Doch es gibt auch ein anderes, weniger offensichtliches Limit, das ihr kennen solltet.
Obergrenzen für Online-Überweisungen gelten nicht überall gleich
Die Höhe dieser Obergrenze ist von Bank zu Bank unterschiedlich und hängt oft auch vom jeweiligen Kontomodell ab. Eine einheitliche Regelung über die Finanzinstitute hinaus, wie etwa eine gesetzliche Regelung, gibt es nicht. So erlaubt die Commerzbank beispielsweise ein Tageslimit von bis zu 500.000 Euro, während die HypoVereinsbank es auf 150.000 Euro festlegt (Quelle: Chip).
Auch unter den Sparkassen herrscht keine Einigkeit. In Berlin etwa liegt der Maximalbetrag bei 50.000 Euro, den ihr ohne Probleme im Online-Banking freigeben könnt. In der Regel ist das Tageslimit aber auf höchstens 20.000 Euro aufstockbar. Überweisungen bis zur 50.000-Euro-Grenze müsst ihr über eine zusätzliche Identitätsbestätigung, etwa per Video, gesondert freischalten. Für noch höhere Beträge solltet ihr euch direkt an eure Sparkasse wenden.
Auch die Sparkasse Leipzig erlaubt Überweisungen bis höchstens 50.000 Euro pro Tag. Wer mehr braucht, sollte sich direkt an die Bank wenden.
Die Spardabank Südwest hingegen informiert Kunden, dass auch der Sitz des Empfängers eine Rolle spielen kann. Das persönliche Tageslimit für Inlandsüberweisungen kann bis auf 50.000 Euro hochgestuft werden. Für größere Summen müssen Kunden eine Freigabe beantragen, was ebenfalls online möglich ist. Überweisungen ins EU-Ausland benötigen hingegen schon ab mehr als 5.000 Euro eine solche Freigabe.
Tipp: Wenn ihr eine große Summe zahlen müsst, sprecht mit dem Zahlungsempfänger über Zahlung in mehreren Raten. So könnt ihr Zahlungslimits recht einfach umgehen. Dazu rät auch die Kreissparkasse Traunstein-Trostberg. Hier müsst ihr andernfalls ebenfalls ein höheres Limit online per Formular beantragen, wenn ihr mehr als 50.000 Euro auf einmal senden wollt.
Die Deutsche Bank macht keine spezifischen Angaben zu Überweisungslimits. Stattdessen wird auf die Möglichkeit zur Anpassung im Online-Banking oder per Telefonhotline verwiesen. Kurios: Die Deutsche Bank weist explizit darauf hin, dass Kunden daran denken müssten, nach einmaligen Erhöhungen das Limit selbst wieder zurückzusetzen. Bei vielen anderen Banken würde ein Tageslimit automatisch nur für den Kalendertag gelten.
Die Volksbank Rhein-Nahe-Hunsrück erlaubt Kunden das eigenständige Anpassen bis zu 20.000 Euro. Größere Überweisungen müssen beantragt werden. Eine Maximalgröße wird nicht genannt. Worauf Kunden nicht nur bei dieser Volksbank achten müssen: Anträge auf höhere Limits werden oft nicht automatisiert bearbeitet, sondern müssen von Angestellten der Bank freigegeben werden. Das heißt, außerhalb der Servicezeiten habt ihr keine Chance. Auch währenddessen solltet ihr mit einer Bearbeitungszeit rechnen.
Auch bei Direktbanken wie der DKB gibt es solche Limits, die ihr in eurem persönlichen Banking-Bereich einsehen und anpassen könnt. Comdirect etwa informiert, dass für Überweisungslimits dabei nur zwei Größen maßgeblich sind: das Tageslimit, das ihr selbst bearbeiten könnt, und eure Kontodeckung. Wenn genug Geld da ist, dürfte demnach auch riesigen Überweisungen in einem Rutsch nichts im Weg stehen.
Die Beispiele zeigen: Das eine Überweisungslimit im Online-Banking gibt es nicht. Verschiedene Banken haben verschiedene Regeln, unterschiedliche Konten können sich auch bei der gleichen Bank nochmals unterscheiden. Für euch als Kunden ist in allen Fällen wichtig: Prüft eure Überweisungen genau – erst recht, wenn es um große Summen geht – und informiert euch über das Limit, das für euch gilt.
Darum gibt es überhaupt Überweisungslimits
Hintergrund dieser Begrenzungen ist unter anderem die zunehmende Cyberkriminalität. Durch Phishing-Angriffe oder andere Betrugsmaschen könnten Kriminelle sonst innerhalb kürzester Zeit hohe Summen erbeuten. Das Tageslimit wirkt hier als eine wichtige Schutzmauer für euer Geld und ist Teil des allgemeinen Sicherheitskonzepts im digitalen Zahlungsverkehr.
Auch teure Fehler ohne kriminellen Hintergrund können durch ein Überweisungslimit in manchen Fällen vermieden werden. Schließlich ist ein Tippfehler mit einer Null zu viel fast nirgends so viel wert wie beim Online-Banking.