Mit einem Balkonkraftwerk lässt sich ganz einfach selbst Energie erzeugen und Geld sparen. (Bildquelle: IMAGO / Robert Poorten)
In Zeiten hoher Energiepreise erfreuen sich Balkonkraftwerke großer Beliebtheit. Sie bilden eine einfache Möglichkeit, um selbst Strom zu produzieren und somit Geld zu sparen. Doch es schwirren auch viele Mythen im Netz herum, die nicht der Wahrheit entsprechen. Die größten Mythen klären wir auf.
Viele Menschen wollen sich ein Balkonkraftwerk kaufen, werden aber von Mythen und falschen Fakten davon abgeschreckt. Wir haben für euch 12 Mythen aufgeklärt.
Mythos 1: Ein Balkonkraftwerk ist gar nicht erlaubtIst ein Balkonkraftwerk gar nicht erlaubt? (Bildquelle: IMAGO / Robert Poorten)
Doch, denn Balkonkraftwerke sind in Deutschland grundsätzlich erlaubt, wenn gewisse Voraussetzungen erfüllt werden. Jeder von euch kann so eine steckerfertige Photovoltaikanlage nutzen. Ihr müsst ...
Vermieter kann es nicht verbietenWer zur Miete wohnt, muss eine Erlaubnis haben. (Bildquelle: Anker)
... euren Vermieter informieren, braucht aber keine Erlaubnis mehr, selbst ...
Wohnungseigentumsgemeinschaft muss es duldenViele Eigentümer wollen eine einheitliche Optik des Gebäudes bewahren. (Bildquelle: IMAGO / U. J. Alexander)
... wenn dadurch die Optik des Gebäudes verändert wird, kann eine Wohnungseigentumsgemeinschaft die Zustimmung nicht mehr verweigern.
Mythos 2: Balkonkraftwerke sind genehmigungsfreiEin Balkonkraftwerk muss beim Netzbetreiber angemeldet werden. (Bildquelle: IMAGO / Robert Poorten)
Falsch! In Deutschland müsst ihr euch im Stammdatenregister eintragen, wenn ihr ein Balkonkraftwerk betreibt. Der Netzbetreiber wird automatisch informiert.
Mythos 3: Stromzähler läuft doch rückwärtsAlte Stromzähler müssen ausgetauscht werden. (Bildquelle: IMAGO / Michael Gstettenbauer)
Das ist richtig, deswegen werden nach der Anmeldung des Balkonkraftwerks beim Netzbetreiber alte Ferraris-Zähler auch gegen digitale Stromzähler ausgetauscht.
Mythos 4: Ein Balkonkraftwerk deckt doch nur eine Phase abEin Balkonkraftwerk läuft doch eh nur über eine Phase. (Bildquelle: IMAGO / Fotostand)
Das ist grundsätzlich richtig, doch der Strom sucht sich immer den Weg mit dem geringsten Widerstand und in Deutschland sind saldierende Zähler im Einsatz, die den Stromfluss auf drei Phasen ausgleichen.
Mythos 5: Geht nur auf dem BalkonEin Balkonkraftwerk muss nicht unbedingt an einem Balkon verbaut werden. (Bildquelle: IMAGO / Robert Poorten)
Auch wenn der Name es vermuten lässt, kann ein Balkonkraftwerk im Grunde überall da verbaut werden, wo die Sonne scheint und Platz ist. Beispielsweise an der Fassade, auf einer Terrasse, im Garten, auf einem Gartenhaus oder ...
Auch ein Zaun kann ein Balkonkraftwerk seinGreenAkku bietet jetzt auch Balkonkraftwerke für Zäune an. (Bildquelle: GreenAkku)
... an einem Zaun. Die Nutzer und Hersteller lassen sich immer mehr Ideen einfallen, um mehr Menschen zur Nutzung eines Balkonkraftwerks zu bringen.
Mythos 6: Viel zu geringe LeistungWechselrichter dürfen mit maximal 800 Watt einspeisen. (Bildquelle: GIGA)
Die Leistung ist in Deutschland aktuell auf 800 Watt Einspeisung begrenzt. Das reicht, um im Jahr 500 bis 600 kWh zu erzeugen. In erster Linie soll damit die Grundlast abgedeckt werden. Lohnt sich das überhaupt?
Mythos 7: Das alles lohnt sich gar nichtMit meinem Balkonkraftwerk spare ich ordentlich Geld (Bildquelle: GIGA)
Mein Balkonkraftwerk läuft schon seit fast sechs Jahren. Bei den aktuell sehr hohen Strompreisen spare ich pro Jahr viel Geld. Es könnte noch mehr gehen ...
Mythos 8: Strom lässt sich nicht speichernDer Akku-Speicher von Anker. (Bildquelle: Severin Pick / GIGA)
... wenn der nicht verbrauchte Strom auch gespeichert werden kann. Mit dem könnt ihr ...
Energie für die Nacht speichernMit dem Zendure SolarFlow könnt ihr euer Balkonkraftwerk um einen Akku-Speicher aufrüsten. (Bildquelle: Zendure)
... die Energie in der Nacht aus den Akkus ziehen könnt, wenn ihr sie tagsüber nicht komplett verbraucht habt. Ob sich das alles lohnt, muss man individuell ausrechnen.
Mythos 9: Man braucht eine spezielle EinspeisesteckdoseBei der Wahl der richtigen Steckdose gibt es keine definitiven Regeln. (Bildquelle: IMAGO / Steinach)
Bis zu einer Modulleistung von 960 Watt könnt ihr eine Steckdose nutzen. Bis 2.000 Watt ist eine Einspeisesteckdose nötig.
Mythos 10: Man bekommt doch einen StromschlagMit günstigen Gadgets kann man viel sparen (Bildquelle: GIGA)
Nein, denn jedes in Deutschland zugelassene Balkonkraftwerk hat einen Wechselrichter, der einen NA-Schutz besitzt und sofort abschaltet, wenn die Netzfrequenz nicht mehr erkannt wird. Und die Brandgefahr?
Mythos 11: Erhöht die BrandgefahrBeim Balkonkraftwerk gibt es keine erhöhte Brandgefahr (Bildquelle: IMAGO / David Breidert)
Auch hier greift der gleiche Schutz wie beim Stromschlag. Sobald das Balkonkraftwerk vom Netz getrennt wird oder etwas nicht richtig funktioniert, wird die Verbindung getrennt und der NA-Schutz schaltet das Balkonkraftwerk komplett ab.
Mythos 12: Mehrere Balkonkraftwerke anschließenMein Nachbar und ich haben jeweils ein Balkonkraftwerk. (Bildquelle: GIGA)
Pro Stromzähler ist eine maximale Leistung eines Balkonkraftwerks von 800 Watt an einem Anschluss zugelassen.
Balkonkraftwerke aktuell sehr günstigMini-Solaranlagen gibt es mittlerweile auch bei Netto. (Bildquelle: Juskys/Netto)
Die Preise für Balkonkraftwerke sind in letzter Zeit stark gefallen. Ihr solltet aber eins nicht vergessen: …
Förderung nicht vergessenEin Balkonkraftwerk wird in einigen Regionen hoch gefördert. (Bildquelle: GIGA)
… Nämlich zu prüfen, ob es bei euch in der Region eine Förderung für Balkonkraftwerke gibt.