(Bildquelle: IMAGO / Westend61 / Bearbeitung: GIGA)
Für knapp 8.000 Euro im Jahr umsonst essen, trinken und durch Deutschland reisen – lohnt sich doch, oder?
Ein vermeintlicher Spartipp sorgt in der Online-Community Reddit für Schmunzeln: Man solle sich einfach eine BahnCard 100 für die erste Klasse kaufen, um dann in den Premium-Lounges der Deutschen Bahn kostenlos zu essen und zu trinken (Quelle: Reddit).
BahnCard 100: Wann rechnet sich der Spaß?
Die Idee klingt verlockend. Die BahnCard 100 für die erste Klasse kostet für Leute, die älter als 27 Jahre sind, 7.999 Euro im Jahr. Für umgerechnet rund 22 Euro pro Tag erhält man nicht nur unbegrenzte Mobilität in ganz Deutschland, sondern auch Zugang zu Verpflegung.
In den Premium-Lounges, die es derzeit in sieben deutschen Großstädten gibt, werden Frühstück sowie ein wechselndes Mittags- und Abendangebot serviert – Getränke wie Kaffee, Softdrinks und auch Alkohol sind ebenfalls inbegriffen (Quelle: Deutsche Bahn).
Rechnerisch könnte sich das für Pendler, die ohnehin viel unterwegs sind, tatsächlich summieren. Ein Nutzer rechnet daraufhin scherzhaft vor: „Täglich 5 Bier und du bist locker im Plus. (Quelle: Reddit)“ Kommt hin! Schließlich kostet ein Erdinger Weißbier im Bordbistro 5,20 Euro – bei fünf Bier kommen also 26 Euro zusammen und damit 4 Euro Sparpotenzial.
Essen in der DB Lounge: Nichts für anspruchsvolle Gaumen
Allerdings werden in der Diskussion schnell die Nachteile deutlich. Nutzer geben zu bedenken, dass die Qualität der Speisen eher an Kantinenessen erinnere und das Angebot oft über längere Zeiträume dasselbe und sehr eingeschränkt sei.
Zum Frühstück gibt es beispielsweise nur Croissants mit süßen Aufstrichen und Naturjoghurt. Ab 11 Uhr stehen dann eine Kartoffel-Spinat-Pinsa sowie ein Kartoffeleintopf mit Fleischeinlage zur Verfügung. Als Snacks winken Sandwiches mit Mozzarella, ein Curry-Wrap, Hummus und Tomatencreme mit etwas Brot sowie eine Packung Chips. Apfel-Streuselkuchen sowie Mini-Donuts stehen als süße Alternativen bereit.
Zudem sei die begrenzte Anzahl der Premium-Lounges eine erhebliche Einschränkung. Wer nicht regelmäßig in Berlin, Hamburg, München, Frankfurt, Mannheim oder Hannover ist, schaut in die Röhre.
So sieht es übrigens in den Premium-Lounges der DB aus:
(Bildquelle: DB AG / Oliver Lang)(Bildquelle: DB AG / Oliver Lang)(Bildquelle: DB AG / Oliver Lang)(Bildquelle: DB AG / Oliver Lang)
Die Debatte zeigt aber auch, wie kreativ Menschen nach Wegen suchen, um Kosten zu sparen. In einem Kommentar meldet sich sogar ein Mann zu Wort, der das Konzept „Leben im Zug“ aus der Not heraus selbst ausprobiert hat. Er lebte 2017 mit einer BahnCard 100 First für ein knappes Jahr im Zug, weil er sich von seinem Gehalt keine Wohnung leisten konnte. Sein Fazit ist jedoch ernüchternd: Das Leben auf der Schiene sei extrem anstrengend und keinesfalls eine empfehlenswerte Entscheidung.
Letztlich bleibt der „Spartipp“ also eher ein humorvolles Gedankenspiel als ein ernsthafter Plan. Die Vorstellung, die Kosten für Deutschlands teuerstes Bahnticket mit Freibier und Suppe zu decken, ist zwar unterhaltsam, in der Praxis aber kaum umsetzbar. Die Diskussion zeigt jedoch, dass die Angebote der Deutschen Bahn die Fantasie vieler Menschen anregen – wenn auch nicht immer so, wie das Unternehmen es sich vorgestellt hat.