Kapitel: Die Kunst des Bunkerspiels
Viele Golfer neigen dazu, die Schuld beim Bunkerschlag auf den Sand oder das Greenkeeping zu schieben. Doch der Schlüssel zu erfolgreichem Bunkerspiel liegt im richtigen Setup, der Kontrolle des Ballflugs und im korrekten Lesen der Sandsituation.
Grundsätzlich gilt: Es gibt nicht die eine Technik für alle Lagen im Bunker. Die Bedingungen – feiner, harter oder kompakter Sand, steile Kanten – verlangen flexible Lösungen. Ziel ist eine variable, aber wiederholbare Technik für alle Situationen.
Ein stabiler Stand ist essenziell. Viele Golfer stehen zu schmal und zu nah. Die Basis sollte etwa schulterbreit sein, der rechte Fuß leicht, der linke deutlich (ca. 45°) nach außen gedreht. Das linke Knie wird über den linken Fuß gedrückt, das rechte kippt leicht nach innen. Rund 80 % des Gewichts liegen auf dem linken Bein – das ist die Basis jedes Bunkerschlags.
Die Ballposition variiert leicht je nach Lage. In weichem Sand erfolgt der Schlag flach – ein „Splash“ oder „Skip“. Der Oberkörper ist leicht zurückgeneigt für einen flacheren Eintreffwinkel. Viele Golfer stehen zu nah – etwa 4 cm zu dicht – wodurch die Hände zu hoch und der Winkel ungünstig wird. Mehr Abstand senkt die Hände, fördert mehr Handgelenkswinkel und ermöglicht höhere, weichere Schläge.
Die Hände bleiben tief und nah am Körper für bessere Winkel. Der Druck verläuft diagonal in den Boden – das verhindert seitliche Unterkörperbewegungen. Der Schwung erfolgt nicht extrem offen, sondern eher square bis leicht geschlossen, was die Schlagflächenkontrolle verbessert und Slice-Spin reduziert.
Eine bewährte Methode ist die „Face-to-Face“-Technik: Im Rück- und Durchschwung zeigt die Schlagfläche zum Gesicht. So bleibt der Bounce aktiv, die Leading Edge im Spiel. In weichem Sand kann bis „Release 3“ durchgeschwungen werden, mit aktiver Oberkörperdrehung.
Ein gutes Feedback liefert der „Ball mit Linie“-Drill: Markieren Sie den Ball und prüfen Sie, ob er gerade durch den Sand rollt – ein Zeichen für square Impact.
Kompakter Sand: Schlägerführung steiler, Ball mittig, Schaft stark vorgeneigt. Der Oberkörper bleibt über dem Ball, die Finish-Position ist kürzer – etwa „Release 1“.
Plugged Lie: Zwei Varianten – entweder geschlossene Schlagfläche mit starkem Lean für maximale Tiefe oder offene Schlagfläche mit gezieltem Einsatz der Ferse. Letztere bietet mehr Spin und Höhe.
Kurze Schläge: Weiter weg stehen, Sand knapp bewegen.
Längere Schläge: Mehr Oberkörpergeschwindigkeit oder weniger Loft – etwa Pitching Wedge oder 9er Eisen – um flacher und rollender zu spielen. Diese Variante ist kraftsparender und reduziert die Gefahr des „Thin“-Treffers.
Merke: Lange Fahnenpositionen erreicht man oft besser rollend als fliegend.
Lies und Spin: Ein Ball, der oben aufliegt, erzeugt Spin und stoppt schnell. Halb im Sand liegende Bälle erzeugen wenig bis keinen Spin, da Sand zwischen Ball und Schlagfläche liegt. Für vordere Fahnen bei schlechter Lage ist ein aggressiverer, steilerer Schlag nötig – wie bei einem Plugged Lie.