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Achtsamkeit ist gerade überall: in Apps, auf TikTok, in Unternehmenskursen, in Abend-Routinen. Für viele ist sie längst fester Teil der Selfcare – und gleichzeitig ein beliebtes Optimierungstool. Das Paradoxe: Die wenigsten wissen, woher diese Praxis eigentlich kommt – und was sie ursprünglich wollte.
In Folge 5 gehen wir den Wurzeln einer jahrtausendealten Methode nach, die in vielen Kulturen existiert hat – unter anderen Namen, mit anderen Ritualen, aber mit derselben Kernidee: innehalten, um handlungsfähig zu bleiben. Und genau da liegt die Crux: Wenn eine buddhistisch verankerte Praxis heute als Produktivitäts-Hack in Tech-Programmen und kapitalistischer Selbstoptimierung landet – was geht dabei verloren? Und wer bekommt eigentlich den Credit?
Denn ein Kernkonflikt dieser Folge ist: Im Westen gilt eine Praxis oft erst dann als legitim, wenn sie wissenschaftlich „evidenzbasiert“ bestätigt ist. Was menschliche Erfahrung über Traditionen hinweg seit Jahrhunderten beschreibt, braucht plötzlich einen weißen amerikanischen Biologen und ein achtwöchiges Klinik-Programm, bevor es ernst genommen wird.
Zu Gast ist Dr. Mai-Hương Nguyễn – Psychotherapeutin, Autorin von „Eins mit allem“ und Host des Deutschlandfunk Nova Podcasts „Achtsam“. Sie verbindet buddhistische Psychologie mit westlicher Verhaltenstherapie, hat eine langjährige eigene Praxis – und bringt durch ihre vietnamesischen Wurzeln eine kulturelle Tiefe mit, die in diesem Gespräch nicht nice-to-have ist, sondern zentral.
Wir sprechen darüber, warum Achtsamkeit in der Therapie so stark wirkt: was sie mit dem Gedankenkarussell macht, mit dem Nervensystem, mit der Amygdala – und warum das trotzdem nicht die ganze Wahrheit ist. Denn neben dem, was Wissenschaft messen kann, gibt es einen Erfahrungsraum, den Menschen seit Jahrhunderten beschreiben und der sich dem Messgerät entzieht: Tukdam, Bewusstsein, die Frage, was passiert, wenn das „Ich“ leiser wird.
Und dann ist da noch die Machtfrage: Wer entscheidet, was als Wissen gilt? Warum braucht eine Praxis erst eine Studie, damit sie im Westen als „real“ gilt – und was sagt das über Autorität, Kultur und Anerkennung?
Die Themenübersicht der Folge 5:
Schreibt mir: Habt ihr schon mal meditiert – und wusstet ihr, woher diese Praxis eigentlich kommt?
Credits
Der Mond ist eines der ältesten Ordnungssysteme der Menschheit. Er strukturierte Zeit lange bevor es Kalender-Apps gab: religiöse Feste, Rituale, Landwirtschaft, Ernten. Und auch heute ist er wieder erstaunlich präsent – als kulturelles Deutungsangebot, als Lifestyle-Kompass, als Hintergrundfolie für Astrologie, Manifestation und den Glauben, der Körper „laufe“ im Mondrhythmus. Aber was davon ist Erzählung – und was lässt sich wissenschaftlich tatsächlich belegen?
In Folge 4 von „GOTT & die Welt“ geht es um genau diese Reibung, die perfekt zum Claim des Podcasts passt: Dinge ernst nehmen, die viele entweder romantisieren oder reflexhaft belächeln – und sie dann unter die Lupe der Wissenschaft legen, ohne dabei die Sinn- und Kulturfrage auszublenden. Denn beim Mond prallen Weltbilder direkt aufeinander: Für die einen ist er „Hokus-Pokus“, für die anderen längst eine Art Glaubenssystem. Die eigentliche Frage ist: Was wissen wir wirklich – und warum wissen wir so wenig über etwas, das so tief in unseren Vorstellungen verankert ist?
Zu Gast ist Prof. Dr. Kristin Teßmar-Raible, Chronobiologin und Universitätsprofessorin u.a. an der Uni Wien. Sie erforscht biologische Uhren: also die inneren Zeitprogramme, nach denen Zellen, Organe und ganze Organismen funktionieren. Ihr Blick kommt aus der Molekularbiologie und der Meeresforschung – und genau das ist entscheidend für dieses Thema. Denn bei Meeresorganismen ist der Einfluss des Mondes wissenschaftlich eindeutig nachgewiesen: Korallen laichen koordiniert nach Mondphasen, und auch andere Arten richten Verhalten und Fortpflanzung an Mondrhythmen aus. Und es bleibt nicht beim „Man hat da mal was beobachtet“ – es gibt inzwischen ein immer besseres Verständnis dafür, wie Organismen Lichtreize verarbeiten und Zeitinformationen überhaupt „lesen“ können.
Von dort aus stellt sich die spannendere Anschlussfrage: Was ist beim Menschen beobachtbar? Welche Studien und Daten gibt es zu möglichen Zusammenhängen – und was lässt sich daraus seriös ableiten, ohne mehr zu behaupten als die Evidenz hergibt? Hier wird schnell klar, warum die Forschung am Menschen so viel schwieriger ist als bei Tieren: Unsere Lebensrealität ist extrem variabel. Schlafenszeiten, künstliches Licht, Schichtarbeit, Bildschirmwelten, Stress, Ernährung – wir leben zunehmend entkoppelt von natürlichen Rhythmen, und genau das macht saubere Messungen und klare Vergleichbarkeit so schwer. Anders gesagt: Selbst wenn es Effekte gäbe, würden wir sie in einem Alltag, der dauerhaft „gegen die Natur“ organisiert ist, leichter überdecken als erkennen.
Und damit sind wir bei der Metaebene dieser Folge: Warum hat Mondforschung so lange wenig Beachtung bekommen? Welche Rolle spielt die westliche Prägung durch den Sonnenkalender? Und wie beeinflussen kulturelle Vorannahmen, Forschungsgelder, wirtschaftliche Interessen und die Trennung in Fachbereiche, welche Fragen überhaupt als „seriös“ gelten? Diese Folge zeigt, dass Wissenschaft nicht nur aus Daten besteht, sondern auch aus Prioritäten – und dass interdisziplinäres Denken oft dort anfängt, wo man bereit ist, vermeintlich „komische“ Fragen wieder als echte Forschungsfragen zu behandeln.
Die Folge in Übersicht:
Vom Mondkalender zum Mythos: Der Hype um den Mond
Warum der Mond-Einfluss beim Menschen schwer beweisbar ist
Korallen, Krabben, Fische: Der Mond als biologischer Taktgeber
Von der Mondentstehung bis zum Menstruationszyklus
Wie die Chronobiologie unbewusste Zeitprozesse im Leben erforscht
Aktuelle Studien zu Schlaf und Menstruation im Mondrhythmus
Wie Tiere Mondlicht wahrnehmen – und was wir noch nicht wissen
Skeptizismus, Kultur und Forschungsfinanzierung im Mond-Kontext
Warum wir biologische Wesen sind und Offenheit brauchen
Zusammenfassung: Der Mond, die Wissenschaft und offene Fragen
Exklusiver Sunday Natural Deal mit 10% auf den ganzen Shop (Ausgeschlossen sind Sets, Bundles & bereits reduzierte Ware)
Frage an euch: Wenn ihr „Mond-Einfluss“ hört – denkt ihr an Aberglaube, an Biologie oder an beides?
Credits:
wie können wir in einer modernen, säkularen gesellschaft wieder über sinn sprechen – ohne anti-wissenschaftlich zu werden und ohne dass spiritualität zum lifestyle-accessoire verkommt?
spiritualität ist gerade überall: als trend, ästhetik, wellness-versprechen. gleichzeitig gibt’s (vor allem hierzulande) den reflex: wenn’s nicht messbar ist, ist’s esoterik – erledigt. zwischen tarot-tiktok, retreat-marketing und deutschem „kannst du das beweisen?“ stellt sich die kernfrage: was meinen wir eigentlich mit spiritualität – und warum wird sie entweder verlacht oder verkauft?
das ist nicht nur kultur, das ist zeitdiagnose. denn egal ob religiös oder nicht: fragen nach bedeutung, verantwortung, leid, zugehörigkeit und hoffnung verschwinden nicht. und politisch ist das alles andere als neutral: religion gilt oft dann als problem, wenn sie sichtbar wird – besonders beim islam – während ähnliche sehnsüchte im wellness-kontext plötzlich akzeptabel wirken.
zu gast ist prof. dr. ahmad milad karimi – religionsphilosoph und islamwissenschaftler, professor für kalām, islamische philosophie und mystik (uni münster), koranübersetzer, autor und u. a. moderator bei „sternstunde religion“ (srf). geboren 1979 in kabul, als jugendlicher nach deutschland geflohen, gehört er heute zu den profiliertesten stimmen, wenn es darum geht, religion, moderne und gesellschaft zusammenzudenken.
wir sprechen darüber, warum viele sich von institutionen distanzieren und trotzdem nach etwas „größerem“ suchen – und was hinter „spirituell, aber nicht religiös“ steckt: befreiung, mode, oder auch verantwortungsflucht? wir gehen an den knotenpunkt: warum gewinnt spiritualität in einer wissenschaftlich geprägten welt wieder bedeutung – nicht gegen naturwissenschaft, sondern dort, wo sie an grenzen stößt? karimi zeigt das an einer simplen sache: wir können unendlich viel messen, aber nicht einmal wirklich erklären, wie ein glas milch schmeckt. besteht realität nur aus daten – oder auch aus erfahrung, moral, leid und sinn?
und daraus folgt die zweite linie der folge: ganzheitlichkeit. was heißt es, den menschen nicht nur zu „reparieren“, sondern als ganzes zu verstehen – gerade bei körper und gesundheit, wo kontext, emotion und lebensumstände oft mitentscheiden? und was können wir von traditionen ganzheitlicher medizin (u. a. avicenna, rāzī) lernen, wenn wir wieder ernsthaft über zusammenhänge, bedeutung und verantwortung sprechen wollen?
**die themenübersicht der folge 3:
–„spirituell, aber nicht religiös“: welche spannungen zwischen freiheit, institution, tradition und verantwortung darin stecken.
– warum glaube nicht automatisch tröstet, sondern auch weh tun kann: verletzlichkeit, demaskierung, empathie.
–„wohlstandsspiritualität“: warum sicherheit und komfort nicht automatisch sinn stiften.
– was wissenschaft erklären kann – und wo erfahrung, sprache und bedeutung beginnen, die sich nicht in daten übersetzen lassen.
– ganzheitliche medizin: warum kontext, emotion und sinnfragen in gesundheitsthemen nicht nur „nebensache“ sind.
schreibt mir: triggert euch eher das wort „spiritualität“ – oder eher die idee, dass wissenschaft nicht jede bedeutungsfrage beantworten kann?
Credits
warum gilt bestimmtes wissen als objektiv – und anderes als irrational oder unwissenschaftlich?
in dieser folge von GOTT & die welt spreche ich mit der politikwissenschaftlerin, bestsellerautorin und aktivistin dr. emilia roig über koloniale machtstrukturen in unseren wissenssystemen – und darüber, wie tief sie bis heute unser weltbild prägen.
emilia roig ist expertin für intersektionalität, systemische ungleichheit und diskriminierung. sie gründete das center for intersectional justice (cij) in berlin, lehrte u. a. an der humboldt-universität, der hertie school und der depaul university in chicago und berät organisationen, regierungen und ngos zu fragen sozialer gerechtigkeit. ihre bücher "why we matter" und "das ende der ehe" wurden zu bestsellern und haben zentrale gesellschaftliche debatten in europa mitgeprägt.
gemeinsam sprechen wir über:
viel spaß!
Credits
leitfrage: warum braucht die wissenschaft heute einen philosophischen neustart – damit sie uns als menschheit nicht weiter in krisen hinein katapultiert, sondern wirklich voranbringt?
in folge 1 von „GOTT & die welt“ geht es um zwei miteinander verknüpfte probleme der gegenwart:
zu gast ist prof. dr. johannes „yogi“ jäger – wissenschaftsphilosoph, systembiologe und forscher ganzheitlicher wissenschaftsansätze. er hat biologie studiert, am schumacher college (uk) zu holistic science geforscht und in new york promoviert. aktuell arbeitet er an einem buchprojekt, in dem er die dominante weltanschauung unserer zeit radikal infrage stellt – und dafür plädiert, wissenschaft wieder enger mit philosophie zu verbinden.
wir sprechen darüber:
warum wissenschaft nicht automatisch wahrheit oder fortschritt bedeutet
warum heute immer seltener nach dem „warum“ gefragt wird – und immer häufiger nur nach dem „wie“
wie kapitalinteressen und profit forschung und prioritäten verschieben
und warum existenzielle fragen so oft durchs raster fallen
dazu ein crashkurs durch die wissenschaftsgeschichte – von antike und mittelalter bis zur wissenschaftlichen revolution und dem mechanistischen weltbild – und wie einstein und die quantenphysik dieses bild erschüttert haben, wir aber trotzdem noch oft so handeln, als wäre es alternativlos.
viel spass <3<3<3
Credits
Produktion: Wana Limar, Partner in Crime Management
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