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Ein verlorener Gerichtsprozess gegen den wichtigsten Künstler, der beste Freund und Labelpartner ausgestiegen und der neue Geschäftspartner brutal ermordet: Um die Jahrtausendwende ist Mark Reeder an seinem persönlichen Tiefpunkt. Aus Berlin wegziehen kommt aber nicht in Frage. Mark stellt sich der Krise an dem Ort, an dem er vor 40 Jahren in einer regnerischen Nacht strandete. Die Stadt, die sich ständig erneuert und ihm immer wieder den Weg weist. Was Mark heute macht, wo seine Mitstreiter aus der Szene gelandet sind und wie sie auf das Berlin von heute blicken, darum geht es in dieser letzten Folge.
Hier geht’s zu allen Folgen und zum Bonusmaterial: https://www.ardaudiothek.de/sendung/grenzgaenger-die-geschichte-des-berlin-sounds/94715528/
Playlist:
Credits Cover: Mark Reeder / Carsten Lerch
Ein paar Monate nach dem Mauerfall klebt Mark Reeder Plakate an eine Wand in der Nähe des Brandenburger Tors – und löst damit einen kleinen Skandal aus. Angetrieben von der Aufbruchsstimmung der frühen 90er, gründet er zusammen mit seinen Ost-Berliner Freunden ein eigenes Label für elektronische Musik. Und trifft damit den Nerv der Zeit, denn die Wende gibt House und Techno in der Stadt den großen Schub. Junge Menschen aus Ost und West kommen auf dem Dancefloor zusammen, Mark nimmt einen jungen DJ unter Vertrag, der heute ein Weltstar ist. Doch die kurzen, erfolgreichen Jahre dieser Firma unter Freunden enden vor Gericht.
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Archivmaterial mit freundlicher Unterstützung von: Rundfunk Berlin-Brandenburg
Als die Stimmung auf der Westberliner Insel drückender wird, geht Mark Reeder nächtelang unter Spiegelkugeln und Laserstrahlen in einer Schöneberger Disko tanzen. Die schillernden Nächte auf dem Dancefloor sind wie Balsam, das Gegenprogramm zu Drogensumpf und Endzeitstimmung. Ein neuer elektronischer Sound verbreitet sich zu dieser Zeit in Berlin – erst im kleinen Kreis in staubigen Kellern, zieht der Bass Ende ‘89 auf die Straßen. Während eine junge Amerikanerin und ihr Freund auf die Idee einer Tanzdemo unter freiem Himmel kommen und damit einen Grundstein für Berlins Ruf als Techno-Stadt legen, träumt ein Ostberliner Teenager von den neuen Clubs auf der anderen Seite der Mauer – und von einer Karriere als DJ.
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Archivmaterial mit freundlicher Unterstützung von: Rundfunk Berlin-Brandenburg
Ende der 80er-Jahre bekommt Mark Reeder eine einmalige Chance. Die Amiga, das staatliche Plattenlabel der DDR, lädt ihn ein, als Westler das Album einer Ostband zu produzieren. Monatelang sitzt er im sozialistischen Schichtbetrieb an den Reglern eines Mischpultes im Ostteil der Stadt. Doch in der Band, die er aufnimmt, soll ein Stasi-Spitzel gewesen sein. Bis heute glaubt Mark: Ihn zu beobachten, sei der eigentliche Grund für die Einladung gewesen. In dieser Folge erzählen der Bassist der Band und Mark von den Wochen im Studio, in dem das letzte Album der DDR entstand. Denn noch bevor die Platte rauskommt, fällt die Mauer.
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Archivmaterial mit freundlicher Unterstützung von: Rundfunk Berlin-Brandenburg
Credits Cover: Jörg Müller/Mark Reeder/Carsten Lerch
Der Wind dreht sich in der Westberliner Avantgarde. Nach wenigen Jahren Dauerparty und extremer Kreativität zerfällt die Szene. Bands geben auf, Labels schließen. Die Neue Deutsche Welle mit ihren poppigen Gute-Laune-Sounds und ihrem starken kommerziellen Erfolg drängt den Underground immer weiter ins Abseits. Dazu kommen Drogen, Alkohol und eine Handvoll Künstler aus Übersee. Nick Cave zieht nach Berlin – und zieht als Couchgast mit in Mark Reeders Kreuzberger 1-Zimmer-Wohnung.
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Archivmaterial mit freundlicher Unterstützung von: Rundfunk Berlin-Brandenburg
In den 80er-Jahren ist Mark Reeder ständig zwischen West und Ost unterwegs. Er schmuggelt Musikkassetten und mit den Toten Hosen sogar eine ganze Band über die Grenze. Aber spätestens beim zweiten Hosen-Konzert 1988 ist klar: Die Stasi weiß Bescheid. Die Ostpunks spüren ständig, wie sehr sie beobachtet werden. Personenkontrollen, Wohnungsdurchsuchungen, manche kommen in Haft. Dass auch auf Mark ein IM angesetzt war, ein Inoffizieller Stasi-Mitarbeiter, erfährt er erst nach der Wende.
Weiterführende Links zu den DDR-Konzerten der Toten Hosen: Auswärtsspiel – Die Toten Hosen in Ost-Berlin zu sehen unter https://www.ardmediathek.de/video/dokumentarfilm/auswaertsspiel-die-toten-hosen-in-ost-berlin/swr/Y3JpZDovL3N3ci5kZS9hZXgvbzE4NDMyNDY
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Credits Cover: Mark Reeder/Carsten Lerch
Während eine kleine, kreative Underground-Szene in Westberlin eine einzige große Party feiert, ist Mark Reeder sich sicher, dass es so etwas auch auf der anderen Seite der Mauer geben muss. Regelmäßig besucht er Ost-Berlin und sucht nach Punk und Subkultur. "Is' alles verboten" schreckt ihn nicht ab. Er knüpft Kontakte zu Jugendlichen, schmuggelt Kassetten mit überspielter Musik über die Grenze und ist sich damals schon sicher: Die Stasi hat überall ihre Augen und Ohren. Auslöser für das alles ist die Begegnung mit einem jungen Punk in einer Ostberliner U-Bahn – von dem Mark 40 Jahre dachte, er würde ihn nie wiedersehen.
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Archivmaterial mit freundlicher Unterstützung von: Rundfunk Berlin-Brandenburg
Credits Cover: Bernd Müller/Carsten Lerch
Sommer 1981: Mark Reeder soll ein Konzert im SO36 in Kreuzberg spielen. Er hat aber noch nicht mal eine Band und der Gig ist in wenigen Tagen. Kurz vor dem Auftritt bringt er seinem Kumpel Alistair ein paar Bassgriffe bei, die letzten Songs schreiben sie in einer verrauchten Kneipe, Minuten vor dem Auftritt. Der Club ist damals dafür berüchtigt, dass Bands vom Publikum mit Bierdosen beworfen werden – die Show droht, in einer Katastrophe zu enden. Es geht rau zu im SO36, doch an keinem anderen Ort der Stadt wäre so eine Aktion möglich gewesen. Der Konzertclub unter Leitung eines türkischen Sozialarbeiters wird die wichtigste Bühne für eine Szene, die Anfang der 80er ihrem Höhepunkt zusteuert. Als letzter großer Liveclub aus dieser Zeit hat das SO bis heute am alten Standort in Kreuzberg überlebt.
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Archivmaterial mit freundlicher Unterstützung von: Rundfunk Berlin-Brandenburg
Credits Cover: Carsten Lerch/Mark Reeder/Peter Gruchot/Kerstin Johannson
Die legendären Geschichten des Westberliner Undergrounds werden oft genug als Heldengeschichten von Männern erzählt. Dabei war es eine Gruppe kompromissloser Frauen, ohne die diese berühmt-berüchtigte Szene so nicht existiert hätte: Künstlerinnen wie Gudrun Gut, die Ende der 70er aus der Provinz in die Stadt zieht und mit weiteren Frauen gleich mehrere Bands gründet, deren Sound über damals bekannte Grenzen geht. Oder Labelgründerin Elisabeth Recker, die hier zum ersten Mal in einem Interview zu hören ist. Gudrun, Elisabeth und Mark laufen sich Anfang der 80er über den Weg – in einem Szeneplattenladen im Hinterzimmer eines Schöneberger Schuhgeschäfts.
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Weiterführende Links zum Thema Krautrock:
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Archivmaterial mit freundlicher Unterstützung von: Rundfunk Berlin-Brandenburg
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