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Gnade mit euch und Friede von Gott, dem Vater und von Jesus Christus, unserem Herrn!
Geliebte Gottes in Tailfingen,
Mit dem heutigen Ewigkeitssonntag feiern wir den letzten Sonntag in diesem Kirchenjahr. Nächsten Sonntag zünden wir die erste Adventskerze an und von Neuem beginnt der Bogen, der sich über das Jahr spannt -- vom gespannten Warten auf den kommenden Herrn, vom Mensch gewordenen Gottessohn, von seinem Leben und Sterben und vor allem von seiner Auferstehung, von der Auffahrt zum Himmel und dem Versprechen wiederzukommen, vom Heiligen Geist, den er uns, seiner Kirche sendet und von allem, was das mit uns macht. Bis hin zu diesen letzten Wochen des Kirchenjahres, die sich in dunkler werdenden Tagen mit der Endlichkeit des Lebens beschäftigen -- und mit dem Gott, dessen Liebe selbst im Sterben nicht aufhört und den Tod überwindet. Alle diese Themen haben uns auch dieses Jahr beschäftigt. Mittendrin blitzte immer wieder der Text der Jahreslosung aus dem Johannesevangelium auf: "Wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen." So auch heute noch einmal, an diesem letzten Sonntag im Kirchenjahr, wo dieser Text zum Predigttext wird. Aus dem Evangelium nach Johannes also, aus dem 6. Kapitel:
37 Alles, was mir der Vater gibt, das kommt zu mir; und wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen. 38 Denn ich bin vom Himmel gekommen, nicht damit ich meinen Willen tue, sondern den Willen dessen, der mich gesandt hat. 39 Das ist aber der Wille dessen, der mich gesandt hat, dass ich nichts verliere von allem, was er mir gegeben hat, sondern dass ich's auferwecke am Jüngsten Tage. 40 Denn das ist der Wille meines Vaters, dass, wer den Sohn sieht und glaubt an ihn, das ewige Leben habe; und ich werde ihn auferwecken am Jüngsten Tage. (Johannes 6,37–40)Wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen.
Im Lauf dieses Jahres haben wir immer wieder über diesen Text nachgedacht. Und uns gefreut an dem Gott, der seine Menschen nicht verstößt, wenn sie zu ihm kommen. Wer das konkret werden sehen will, der schaut auf Jesus -- den Christus, in dem sich Gott ganz menschlich für uns sichtbar macht. Der nimmt wahr, dass Jesu Zuwendung den Menschen immer auch dort galt, wo andere längst Grenzen gezogen hatten. Er berührt die ansteckenden Kranken -- welch ein Bild in Zeiten einer Pandemie! Er hat ganz selbstverständlich -- aber nicht selbstverständlich für seine Zeit und Kultur -- Umgang mit Frauen und Kindern. Modern ausgedrückt: Er wendet sich benachtteiligten Gendern zu und unterrepräsentierten Altersgruppen. Er hat ein großes Herz für Witwen und Waisen, für sozial Benachteiligte, für Ausländer. Er gibt sich nicht nur mit der "In-Group" der besonders Heiligen ab, sondern wendet sich ausdrücklich denen zu, die als "Sünder" ausgeschlossen werden.
Bei ihm sind sie gut aufgehoben.
Wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen.
Wir haben Gott als den Vater angeschaut, der mit offenen Armen dasteht, selbst wenn ein unverschämter Sohn reumütig nach Hause kommt. Wir haben ihn als den Gott der Liebe gefeiert, in dessen Barmherzigkeit gerade die Menschen ein Zuhause finden können, die ihr Zuhause hier verloren haben. Gerade in Zeiten von Krieg und Flucht ist das ganz wichtig, denke ich. Wir haben uns damit beschäftigt, dass in dieser Jahreslosung und in diesem Wesenszug Gottes auch für uns ein Auftrag steckt: Schließlich sind wir seine Hände und Füße auf dieser Erde. Und so wird das, was Gott uns vormacht, für uns durchaus auch zu einer politischen und gesellschaftlichen Richtungsvorgabe: Gott ist eben keiner, der Grenzzäune hochzieht und Schutzsuchende ertrinken lässt. Im Gegenteil: Er ist der Gott der grenzenlosen Barmherzigkeit und Liebe. Und dazu fordert er auch uns heraus.
Wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen.
Heute hören wir diesen Text in einem ganz besonderen Moment: Wir denken heute an die, die im letzten Jahr gestorben sind. Für viele von uns ist das noch einmal ein sehr emotionaler Moment. Abschied und Trauerbewältigung sind nicht in kurzer Zeit beendet -- abgehakt sozusagen. Es braucht viel Zeit, damit umzugehen, dass ein geliebter Mensch, zu dem eine enge Verbindung bestand, plötzlich nicht mehr da ist. Dass das Netz unserer Beziehungen da auf einmal ein schmerzliches Loch hat. Für manche, die heute hier sind, ist der Moment des Abschieds schon fast ein Jahr her -- und doch gibt es Tage, da fühlt es sich an, als sei es gestern gewesen. Für andere ist die Wunde am Herzen noch ganz frisch. Es gibt Momente, da tut es so unendlich weh. Es gibt Zeiten, da ist die Einsamkeit so entsetzlich überwältigend. Es gibt Augenblicke, da verstehst du die Welt nicht mehr. Da fühlst du dich komplett verloren. "Lost", sagen die Jungen heute. Das passt an manchen Stellen ganz gut, finde ich. Lost.
Wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen.
"Denn ich bin vom Himmel gekommen, nicht damit ich meinen Willen tue, sondern den Willen dessen, der mich gesandt hat. 39 Das ist aber der Wille dessen, der mich gesandt hat, dass ich nichts verliere von allem, was er mir gegeben hat, ..."
Vielleicht ist gerade heute der Tag, an dem du das ganz für dich persönlich hören solltest: "Wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen." Denn Gott ist nicht einer, der will, dass Menschen sich verlieren. Mit anderen Worten also: "Komm zu mir -- mit deinen Emotionen, mit deinem Schmerz und deiner Trauer. Mit deiner inneren Zerrissenheit. Mit dem Gefühl des Verlorenseins. Komm zu mir, wenn du dich unendlich einsam fühlst. Ich bin da. Komm zu mir, wenn du die Welt nicht mehr verstehst. Ich bin da. Komm zu mir, wenn du die Tränen nicht zurückhalten kannst. Ich bin da. Ich nehme dich in meinen Arm. Ich weine mit dir. Ich lasse dich meine Nähe spüren. Ich richte dich wieder auf. Ich tröste dich. Ich gebe dir Frieden. Komm zu mir. Jederzeit. Ich bin immer da für mich. Du darfst sicher sein: Wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen."
Bei Gott bist du gut aufgehoben.
Ich glaube auch, dass heute der Tag ist, an dem wir das alles noch einmal ganz bewusst für die Menschen hören sollten, die von uns gegangen sind. Nach all der Beschäftigung mit dem Abschied, all den Fragen, die das auch in uns auslöst, gibt es hier nämlich eine Antwort. Eine die uns gut tut und die uns trösten kann:
Wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen.
Ich finde es spannend, heute noch einmal festzustellen, dass dieser Text ganz dezidiert im Zusammenhang von Sterben und Tod steht. Es geht hier um deutlich mehr als um einen Gott, der zu Lebzeiten immer für uns da ist und keinen Zurückweist. In der Lesung aus dem Römerbrief haben wir bereits gehört, was Paulus schreibt: "Wir leben oder sterben, so sind wir des Herrn." Der Tod markiert ja gerade nicht das Ende von Gottes Begleitung und Zuwendung zu seinen Menschen: Im Gegenteil, er hat uns ja bereits in Jesus Christus überdeutlich gezeigt, dass er nicht davor zurückschreckt, auch ins Sterben mitzugehen. Und dann hat er den Tod überwunden. Christus ist auferstanden. Gott hat ihn zu neuem Leben auferweckt. Das hat er auch uns versprochen. Davon spricht dieser Text:
39 Das ist aber der Wille dessen, der mich gesandt hat, dass ich nichts verliere von allem, was er mir gegeben hat, sondern dass ich's auferwecke am Jüngsten Tage. 40 Denn das ist der Wille meines Vaters, dass, wer den Sohn sieht und glaubt an ihn, das ewige Leben habe; und ich werde ihn auferwecken am Jüngsten Tage. (Johannes 6,39–40)Das gilt auch denen, die jetzt nicht mehr unter uns sind. Bei Gott sind sie nicht verloren. Der Tod kann sie nicht aus seiner Hand reißen. Bei Gott sind sie nicht vergessen. Er kennt jeden der 96 Namen, die wir heute hier verlesen werden. Er kennt jeden und jede der Menschen, die hinter diesen Namen stehen. Er hat sie ja geschaffen. Er hat ihnen ja in der Taufe schon alles verheißen: "Fürchte dich nicht! Siehe, ich habe dich erlöst. Ich habe dich bei deinem Namen gerufen. Du bist mein!" Und: "Siehe, ich bin bei dir alle Tage, bis an der Welt Ende." Daran kann auch der Tod nichts ändern. Bei Gott sind sie gut aufgehoben.
Wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen.
Auch jetzt nicht. Nein! Was Gott verspricht, ist das genaue Gegenteil: Dass Christus nämlich wiederkommt an seinem Tag. Dass seine Stimme über den Gräbern der Verstorbenen erklingt -- sein Ruf zu neuem, ewigen Leben. Dass in seiner neuen Welt jeden ohne Ende das erwartet, was er hier schon begonnen hat: Bei Gott sind sie gut aufgehoben.
Also hör heute morgen die Namen derer, um die du trauerst, mit, wenn Christus zu uns spricht:
Wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen.
Heute nicht. Morgen nicht. Und niemals, bis in Ewigkeit.
Bei ihm sind wir gut aufgehoben.
Amen.
By Christoph FischerGnade mit euch und Friede von Gott, dem Vater und von Jesus Christus, unserem Herrn!
Geliebte Gottes in Tailfingen,
Mit dem heutigen Ewigkeitssonntag feiern wir den letzten Sonntag in diesem Kirchenjahr. Nächsten Sonntag zünden wir die erste Adventskerze an und von Neuem beginnt der Bogen, der sich über das Jahr spannt -- vom gespannten Warten auf den kommenden Herrn, vom Mensch gewordenen Gottessohn, von seinem Leben und Sterben und vor allem von seiner Auferstehung, von der Auffahrt zum Himmel und dem Versprechen wiederzukommen, vom Heiligen Geist, den er uns, seiner Kirche sendet und von allem, was das mit uns macht. Bis hin zu diesen letzten Wochen des Kirchenjahres, die sich in dunkler werdenden Tagen mit der Endlichkeit des Lebens beschäftigen -- und mit dem Gott, dessen Liebe selbst im Sterben nicht aufhört und den Tod überwindet. Alle diese Themen haben uns auch dieses Jahr beschäftigt. Mittendrin blitzte immer wieder der Text der Jahreslosung aus dem Johannesevangelium auf: "Wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen." So auch heute noch einmal, an diesem letzten Sonntag im Kirchenjahr, wo dieser Text zum Predigttext wird. Aus dem Evangelium nach Johannes also, aus dem 6. Kapitel:
37 Alles, was mir der Vater gibt, das kommt zu mir; und wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen. 38 Denn ich bin vom Himmel gekommen, nicht damit ich meinen Willen tue, sondern den Willen dessen, der mich gesandt hat. 39 Das ist aber der Wille dessen, der mich gesandt hat, dass ich nichts verliere von allem, was er mir gegeben hat, sondern dass ich's auferwecke am Jüngsten Tage. 40 Denn das ist der Wille meines Vaters, dass, wer den Sohn sieht und glaubt an ihn, das ewige Leben habe; und ich werde ihn auferwecken am Jüngsten Tage. (Johannes 6,37–40)Wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen.
Im Lauf dieses Jahres haben wir immer wieder über diesen Text nachgedacht. Und uns gefreut an dem Gott, der seine Menschen nicht verstößt, wenn sie zu ihm kommen. Wer das konkret werden sehen will, der schaut auf Jesus -- den Christus, in dem sich Gott ganz menschlich für uns sichtbar macht. Der nimmt wahr, dass Jesu Zuwendung den Menschen immer auch dort galt, wo andere längst Grenzen gezogen hatten. Er berührt die ansteckenden Kranken -- welch ein Bild in Zeiten einer Pandemie! Er hat ganz selbstverständlich -- aber nicht selbstverständlich für seine Zeit und Kultur -- Umgang mit Frauen und Kindern. Modern ausgedrückt: Er wendet sich benachtteiligten Gendern zu und unterrepräsentierten Altersgruppen. Er hat ein großes Herz für Witwen und Waisen, für sozial Benachteiligte, für Ausländer. Er gibt sich nicht nur mit der "In-Group" der besonders Heiligen ab, sondern wendet sich ausdrücklich denen zu, die als "Sünder" ausgeschlossen werden.
Bei ihm sind sie gut aufgehoben.
Wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen.
Wir haben Gott als den Vater angeschaut, der mit offenen Armen dasteht, selbst wenn ein unverschämter Sohn reumütig nach Hause kommt. Wir haben ihn als den Gott der Liebe gefeiert, in dessen Barmherzigkeit gerade die Menschen ein Zuhause finden können, die ihr Zuhause hier verloren haben. Gerade in Zeiten von Krieg und Flucht ist das ganz wichtig, denke ich. Wir haben uns damit beschäftigt, dass in dieser Jahreslosung und in diesem Wesenszug Gottes auch für uns ein Auftrag steckt: Schließlich sind wir seine Hände und Füße auf dieser Erde. Und so wird das, was Gott uns vormacht, für uns durchaus auch zu einer politischen und gesellschaftlichen Richtungsvorgabe: Gott ist eben keiner, der Grenzzäune hochzieht und Schutzsuchende ertrinken lässt. Im Gegenteil: Er ist der Gott der grenzenlosen Barmherzigkeit und Liebe. Und dazu fordert er auch uns heraus.
Wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen.
Heute hören wir diesen Text in einem ganz besonderen Moment: Wir denken heute an die, die im letzten Jahr gestorben sind. Für viele von uns ist das noch einmal ein sehr emotionaler Moment. Abschied und Trauerbewältigung sind nicht in kurzer Zeit beendet -- abgehakt sozusagen. Es braucht viel Zeit, damit umzugehen, dass ein geliebter Mensch, zu dem eine enge Verbindung bestand, plötzlich nicht mehr da ist. Dass das Netz unserer Beziehungen da auf einmal ein schmerzliches Loch hat. Für manche, die heute hier sind, ist der Moment des Abschieds schon fast ein Jahr her -- und doch gibt es Tage, da fühlt es sich an, als sei es gestern gewesen. Für andere ist die Wunde am Herzen noch ganz frisch. Es gibt Momente, da tut es so unendlich weh. Es gibt Zeiten, da ist die Einsamkeit so entsetzlich überwältigend. Es gibt Augenblicke, da verstehst du die Welt nicht mehr. Da fühlst du dich komplett verloren. "Lost", sagen die Jungen heute. Das passt an manchen Stellen ganz gut, finde ich. Lost.
Wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen.
"Denn ich bin vom Himmel gekommen, nicht damit ich meinen Willen tue, sondern den Willen dessen, der mich gesandt hat. 39 Das ist aber der Wille dessen, der mich gesandt hat, dass ich nichts verliere von allem, was er mir gegeben hat, ..."
Vielleicht ist gerade heute der Tag, an dem du das ganz für dich persönlich hören solltest: "Wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen." Denn Gott ist nicht einer, der will, dass Menschen sich verlieren. Mit anderen Worten also: "Komm zu mir -- mit deinen Emotionen, mit deinem Schmerz und deiner Trauer. Mit deiner inneren Zerrissenheit. Mit dem Gefühl des Verlorenseins. Komm zu mir, wenn du dich unendlich einsam fühlst. Ich bin da. Komm zu mir, wenn du die Welt nicht mehr verstehst. Ich bin da. Komm zu mir, wenn du die Tränen nicht zurückhalten kannst. Ich bin da. Ich nehme dich in meinen Arm. Ich weine mit dir. Ich lasse dich meine Nähe spüren. Ich richte dich wieder auf. Ich tröste dich. Ich gebe dir Frieden. Komm zu mir. Jederzeit. Ich bin immer da für mich. Du darfst sicher sein: Wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen."
Bei Gott bist du gut aufgehoben.
Ich glaube auch, dass heute der Tag ist, an dem wir das alles noch einmal ganz bewusst für die Menschen hören sollten, die von uns gegangen sind. Nach all der Beschäftigung mit dem Abschied, all den Fragen, die das auch in uns auslöst, gibt es hier nämlich eine Antwort. Eine die uns gut tut und die uns trösten kann:
Wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen.
Ich finde es spannend, heute noch einmal festzustellen, dass dieser Text ganz dezidiert im Zusammenhang von Sterben und Tod steht. Es geht hier um deutlich mehr als um einen Gott, der zu Lebzeiten immer für uns da ist und keinen Zurückweist. In der Lesung aus dem Römerbrief haben wir bereits gehört, was Paulus schreibt: "Wir leben oder sterben, so sind wir des Herrn." Der Tod markiert ja gerade nicht das Ende von Gottes Begleitung und Zuwendung zu seinen Menschen: Im Gegenteil, er hat uns ja bereits in Jesus Christus überdeutlich gezeigt, dass er nicht davor zurückschreckt, auch ins Sterben mitzugehen. Und dann hat er den Tod überwunden. Christus ist auferstanden. Gott hat ihn zu neuem Leben auferweckt. Das hat er auch uns versprochen. Davon spricht dieser Text:
39 Das ist aber der Wille dessen, der mich gesandt hat, dass ich nichts verliere von allem, was er mir gegeben hat, sondern dass ich's auferwecke am Jüngsten Tage. 40 Denn das ist der Wille meines Vaters, dass, wer den Sohn sieht und glaubt an ihn, das ewige Leben habe; und ich werde ihn auferwecken am Jüngsten Tage. (Johannes 6,39–40)Das gilt auch denen, die jetzt nicht mehr unter uns sind. Bei Gott sind sie nicht verloren. Der Tod kann sie nicht aus seiner Hand reißen. Bei Gott sind sie nicht vergessen. Er kennt jeden der 96 Namen, die wir heute hier verlesen werden. Er kennt jeden und jede der Menschen, die hinter diesen Namen stehen. Er hat sie ja geschaffen. Er hat ihnen ja in der Taufe schon alles verheißen: "Fürchte dich nicht! Siehe, ich habe dich erlöst. Ich habe dich bei deinem Namen gerufen. Du bist mein!" Und: "Siehe, ich bin bei dir alle Tage, bis an der Welt Ende." Daran kann auch der Tod nichts ändern. Bei Gott sind sie gut aufgehoben.
Wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen.
Auch jetzt nicht. Nein! Was Gott verspricht, ist das genaue Gegenteil: Dass Christus nämlich wiederkommt an seinem Tag. Dass seine Stimme über den Gräbern der Verstorbenen erklingt -- sein Ruf zu neuem, ewigen Leben. Dass in seiner neuen Welt jeden ohne Ende das erwartet, was er hier schon begonnen hat: Bei Gott sind sie gut aufgehoben.
Also hör heute morgen die Namen derer, um die du trauerst, mit, wenn Christus zu uns spricht:
Wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen.
Heute nicht. Morgen nicht. Und niemals, bis in Ewigkeit.
Bei ihm sind wir gut aufgehoben.
Amen.

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