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Der Handelsplatz, in dem wir uns bewegen, wird von 2 Dingen gesteuert: Angebot und Nachfrage. Die Nachfrage ist gleich geblieben, oder eher noch gesunken. Dem schnelle Konsum kommt durch die Pandemie eine geringere Rolle zu. Der Markt für Waren ist dennoch um ein Vielfaches größer geworden.
Das Angebot ist größer geworden, weil viele Märkte über das Internet einfacher zugänglich geworden sind. Die EndkundInnen haben durch den leicht zugänglichen Angebotsmarkt nur noch zu entscheiden, auf welchen Markt sie zugreifen. Der Fachhandel entscheidet nicht mehr, welche Ware den Bedarf decken soll. Die KundInnnen entscheiden heute selbst und vollkommen autark; und leider auch immer häufiger am Fachhandel vorbei.
Die Pandemie hat Standards gesetzt. Und darüber spreche ich in dieser Podcastfolge.
Wie sieht der Standard aus?
Warum tun sich viele mit diesem Standard schwer?
Ich persönlich blicke weniger als „HändlerIn“ auf die Situation. Ich schaue eher aus der Sicht der Konsumentin und aber auch als Beraterin mit der Überlegung, wie Dinge End2End umsetzbar sind. Hierzu habe ich mir verschiedene Fragen gestellt und in Form einer Podcast-Folge beantwortet:
Was bedeutet denn überhaupt Online-Shopping aus Sicht der Kunden?
Warum laufen die ganzen Online-Marktplätze so schleppend?
Warum hat Amazon & Co so viel Erfolg in Deutschland, und warum z. B. in den Niederlanden nicht?
Was bedeutet denn „Digitaler Handel“ aus Sicht der Kommune?
Was bedeutet „Digitaler Handel“ für eine Innenstadt?
Warum ist Solidarität so wichtig?
Lasst uns im Dialog bleiben und lasst uns dafür sorgen, dass unsere Händler in der Stadt bleiben.
Ja, wir haben genug Online-Shops! Ja die Pandemie lässt gerade wieder mehr Lockerungen zu, die Menschen kommen wieder in die Stadt. Normalität ist wieder fühlbar, sichtbar, machbar. Und trotzdem brennen wir weiter für unser Konzept! Warum? Weil es eben ein Konzept für die BürgerInnen einer Stadt ist und weil es den Handel nicht nur an die Kunden heranbringen soll, die nicht mehr in die Stadt kommen.
Je EinwohnerIn Deutschlands wird mehr als 965 EUR im Jahr Online ausgegeben. Diese Berechnung basiert auf eine Auswertung des bevh aus dem Jahre 2020.
Kürzlich habe ich an einem Business Break mit Christoph Dammermann, Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft teilgenommen – natürlich digital. Er hat ausgiebig über Innovation gesprochen. Was ist Innovation? Ist es der Klimaschutz? Ist Innovation automatisch auch Verzicht, oder ist Innovation immer die technische Weiterentwicklung, die größere Kamera im Mobiltelefon oder der Fernseher der größer noch energiesparender funktioniert?
Oder ist Innovation nicht auch die Tradition im Handel in die digitale Welt zu bringen? Eine erste Antwort vorweg: Das alleine ist sicherlich keine Innovation. Innovation ist den Handel in die digitale Welt zu transformieren. Innovation ist es neue Modelle zu entwickeln. Das "Digitale Zurschaustellen" von Waren allein ist keine Innovation, das war es vielleicht mal vor 15 Jahren der Fall. Heute ist der digitale Handel innovativ, wenn er auch energiesparend und ressourcenschonend die Ware nach zum Kunden bringt. Innovativ ist es in einigen Jahren eine autofreie Innenstadt zu haben. Innovativ ist die Digitalisierung im Handel immer dann, wenn der Handel nicht zum IT-Administrator und Marketing-Manager wird sondern sich wieder voll auf den Kunden konzentrieren kann.
Ich komme ursprünglich aus der Industrie, meine Kernkompetenz ist Supply Chain Management. Was hat SCM mit dem Handel zu tun? Was hat das mit dem digitalen Online Markt zu tun, den Stefan Geukes und ich konzeptioniert haben? Auf den ersten Blick nichts, auf den zweiten Blick alles!
Ich liebe den Wandel, den jeder ChanGe hat auch eine ChanCe. Ein kontinuierlicher Verbesserungsprozess (KVP) ist für mich nichts anderes als der gelebte Wandel, schrittweise Transformation in einen verbesserten Alltag. Wir haben das Zeitalter der Transformation, die Digitalisierung, die neuen Medien, die neuen Technologien geben uns die Dynamik vor.
Online ist bequem für Käufer. Alles zu finden, wann immer der Konsument will, das ist nicht nur ein Strukturwandel im Handel. Das ist das Konsumentenparadies. Neue Verhaltensweisen sind manifestiert. Nach der Pandemie wird der Käufer doch seinen Paradies nicht aufgeben. Warum sollte er das tun?
Der Strukturwandel wird dazu führen, dass ¼ aller Geschäfte im Laufe der kommenden 5 Jahre schließen werden. Wie wirken wir dagegen? Kaufkraft aus der Kommune wandert mehr und mehr ab an die großen, globalen Player. Was tun denn die Kommunen dafür, um die `Kaufkraft in der Stadt zu halten. Ja, mag sein, wir wollen alle die Leute in der Stadt haben und da ist es nicht wirklich logisch über ein digitales Marktplatz-Konzept nachzudenken. Doch dann müssen wir halt neu denken! Die einen denken Hybrid, sprich stationär gehen und online kaufen. Wir sagen Online kaufen, um stationär zu halten. Wir wollen den Kunden wieder zurück in die Stadt holen. Wir wollen die Kaufkraft wieder in die Stadt bringen.
Es geht nur zusammen: Handel, Kommune und Konsumenten müssen wieder zusammen denken und handeln. Strukturwandel erfordert Vorstellungskraft! Stefan Geukes und ich denken neu und stehen für einen Ideentausch zur Verfügung.
Jeder ist heute schon mit seinem Mobiltelefon digital, shoppt und bezahlt online und hat das Gefühl, die Digitalisierung des Handels kann so schwer jetzt auch nicht sein. Doch der Weg ist lang von stationär zu digital. Die Kunst ist beides zusammen zu bringen. Viele haben auch das Gefühl das geht nicht zusammen, doch weit gefehlt. Der Kunde will doch gerne beim kleinen Händler um die Ecke einkaufen, doch eben auch außerhalb der regulären Öffnungszeiten und das geht nur Online.
Die Digitalisierung im Handel beginnt bei dem elektronischen Kassensystem und hört bei der digital bestätigten Auslieferung mit gekoppelten Online-Zahlungseinzug auf. Dazwischen gibt es viele Lösungen und nicht jede Lösung ist für jeden gut. Eines ist allerdings sicher: Wer als Händler eines Tages vom großen Online-Umsatz-Kuchen auch mal ein Stück essen möchte, muss wohl oder übel digital gehen. Der Kunde hat sich weiter entwickelt, und wir unterstützen den Handel stationär zu sein und digital zu handeln.
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