Kulturstaatsminister Wolfram Weimer war noch nicht im Amt, da hagelte es gegen ihn schon Protest - er stehe zu weit rechts, hieß es in der Kulturszene. Es wurde die Befürchtung geäußert, er könnte als konservativer Publizist und Verleger Sparmaßnahmen im Kulturbereich befürworten. Wolfram Weimer hat dem von Anfang an widersprochen. Er stehe nicht rechts, sondern in der politischen Mitte, betont er immer wieder - zuletzt in einem Streitgespräch mit der linken Publizistin Bascha Mika, das gestern in der Wochenzeitung Die Zeit veröffentlicht wurde. In diesem Gespräch wirft Weimer dem "linken Lager" vor, die Utopie verloren zu haben. Hat der Kulturstaatsminister recht? Hat die Linke ihre Utopie verloren? - Das ist heute unsere Frage des Tages. Es antwortet die Zeit-Journalistin Jana Hensel.