Die Welt zu Gast bei Freunden – das war 2006 das Motto bei der Fußballweltmeisterschaft der Männer in Deutschland, von der später nur noch als Sommermärchen gesprochen wurde. Im Vorfeld der WM in den USA, Kanada und Mexiko, die heute beginnt, beherrschen dagegen stundenlange Befragungen bis hin zu Einreiseverboten in die USA die Schlagzeilen. Der somalische Schiedsrichter Omar Abdulkadir Artan – Afrikas Schiedsrichter des Jahres 2025 – sollte als erster Referee seines Landes bei der Fußball-WM eingesetzt werden, wurde aber von der US-Grenzschutzbehörde zurückgewiesen. Die Spieler der iranischen Nationalmannschaft dürfen zwar zu ihren Spielen in die USA einreisen, müssen das Land aber sofort danach wieder verlassen. Iranischen Fans wird die Einreise komplett verwehrt. Das Gleiche gilt für Fans aus Haiti und vielen afrikanischen Ländern. Und selbst Fans aus Ländern, für die keine offiziellen Einreisebeschränkungen gelten, müssen damit rechnen, dass ihre Social-Media-Accounts bei der Einreise auf "anti-amerikanische Inhalte" überprüft werden. Ist die Welt bei der Fußball WM in den USA, Kanada und Mexiko also noch zu Gast bei Freunden? Das ist unsere Frage des Tages an die Journalistin Nicole Diekmann.