In dieser Folge von „Hautli und Feile“ sprechen Sebastian und Daniel mit Turgay Ardahanli (56), Unternehmer aus Freiburg, als Kind aus der Türkei gekommen, gläubiger Moslem, Familienvater – und seit Jahrzehnten mitten in der deutschen Gesellschaft zuhause.
Wir reden darüber, warum sich die Debatten über Islam, Migration und Sicherheit in den sozialen Medien völlig anders anhören als im echten Leben, weshalb Menschen mit Kopftuch oder fremd klingendem Namen noch immer schlechtere Chancen auf Job und Wohnung haben, warum viele Deutsche Angst vor Islamismus haben und viele Muslime in Deutschland gleichzeitig eine doppelte Angst: vor rechten Extremisten und vor radikalen Muslimen.
Turgay erzählt offen, warum er radikale Strömungen schon in den 90er-Jahren aus dem Freiburger Islamischen Zentrum verbannt hat, wo er selbst deutliche Kritik an muslimischen Ländern und Gemeinschaften sieht, wie er auf die AfD, Remigration, Antisemitismus und den Nahostkonflikt blickt – und warum für ihn feststeht, Deutschland zu verlassen, falls die AfD irgendwann im Bundestag mitregieren sollte. Und dennoch ist er dafür, kriminelle Ausländer konsequent abzuschieben. Ein Gespräch mit kontroversen Positionen, offen und unbequem, aber respektvoll. Echter Dialog statt Geschrei.