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Hepatitis A und HAV-Infektion


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🦠 Thema der Folge


Hepatitis A ist eine akute Virushepatitis durch ein RNA-Virus aus der Familie der Picornaviren. Relevant nicht nur reisemedizinisch, sondern auch in westlichen Industrieländern: etwa ein Viertel der klinisch manifesten akuten Hepatitiden entfällt darauf.


🚽 Übertragung und Infektiosität


Die Übertragung erfolgt fäkal-oral, also über kontaminiertes Wasser, Lebensmittel und Schmierinfektion.


Kernpunkt:

• Ansteckend bereits vor Symptombeginn

• Virusausscheidung etwa 14 Tage vor bis 14 Tage nach Krankheitsbeginn

• Höchste Infektiosität oft 1–2 Wochen vor Ikterus


⏳ Inkubation und Verlauf


Die Inkubationszeit liegt bei etwa 14 bis 50 Tagen.


Altersabhängiger Verlauf:

• Kinder: häufig asymptomatisch oder mild

• Erwachsene: häufiger symptomatisch und ikterisch

• Höheres Alter: höheres Risiko für schwere bis selten fulminante Verläufe


Wichtig: Hepatitis A chronifiziert nie.


🤒 Klinik


Typisch sind zunächst unspezifische Beschwerden:

• Fieber

• Abgeschlagenheit

• Appetitlosigkeit

• Übelkeit, Erbrechen

• Bauchschmerzen, Durchfall

• gelegentlich Exanthem


Im weiteren Verlauf oft:

• Ikterus

• dunkler Urin

• heller Stuhl

• deutlich erhöhte Transaminasen


đź§Ş Diagnostik


Serologie:

• Anti-HAV-IgM = akute oder frische Infektion

• Anti-HAV-IgG = abgelaufene Infektion oder Impfung, also Immunität


Labor:

• AST und ALT meist deutlich erhöht

• typisch: De-Ritis-Quotient < 1

• bei schweren Verläufen auch Beurteilung der Lebersynthese:

Bilirubin, INR/Quick, Albumin, Cholinesterase

• je nach Klinik zusätzlich Ammoniak, Glukose, Nierenwerte


đź’Š Therapie


Keine kausale antivirale Standardtherapie. Behandlung symptomatisch.


Wichtig im Alltag:

• ausreichende Flüssigkeitszufuhr

• körperliche Schonung nach Bedarf

• Alkoholkarenz

• Vermeidung hepatotoxischer Substanzen

• engmaschige Verlaufskontrolle


Alarmzeichen für stationäre Aufnahme:

• Gerinnungsstörung

• Hypoglykämie

• Enzephalopathie

• rasch progredienter Ikterus


🔍 Differenzialdiagnose: Hepatitis E


Hepatitis E verläuft klinisch oft sehr ähnlich:

• ebenfalls RNA-Virus

• meist fäkal-orale Übertragung

• zusätzlich zoonotisch, v. a. über ungenügend gegartes Schweine- oder Wildfleisch

• Inkubationszeit etwa 14 bis 70 Tage


Besonders wichtig:

• in der Schwangerschaft erhöhtes Risiko für fulminante Verläufe

• bei Immunsuppression sind persistierende Verläufe möglich

• Diagnostik über Anti-HEV-IgM, bei Immunsuppression besser HEV-RNA per PCR


💉 Prävention


Die wirksamste MaĂźnahme ist die Impfung mit Totimpfstoff.


Impfschema:

• monovalent Hepatitis A: 2 Dosen im Abstand von 6–18 Monaten

• Kombinationsimpfstoff Hepatitis A/B: 3 Dosen


Praktisch relevant:

• Kurzzeitschutz vor Reise eher mit monovalentem Impfstoff

• Schutzbeginn nach erster monovalenter Dosis nach ca. 14 Tagen

• routinemäßige Auffrischung meist nicht nötig


🚨 Postexpositionsprophylaxe und Hygiene


Nach Kontakt mit Hepatitis A:

• innerhalb von 14 Tagen monovalente Hepatitis-A-Impfung

• bei Risikopersonen ggf. zusätzlich Immunglobuline


Im Ausbruchsmanagement wichtig:

• konsequente Händehygiene

• viruzide Desinfektion

• möglichst eigene Toilette

• Isolation je nach Setting und lokalen Empfehlungen


đź§  Take-home-Messages


• Hepatitis A ist eine häufige akute Virushepatitis

• Übertragung fäkal-oral, Ansteckung schon vor Symptomen

• IgM = akut, IgG = immun

• Hepatitis A chronifiziert nie

• Therapie meist symptomatisch, schwere Verläufe früh erkennen

• Bei passendem Bild immer auch an Hepatitis E denken

• Bei Schwangeren ist Hepatitis E besonders relevant

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