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Engin Çatık übernimmt die Leitung einer Berliner Schule zu einer Zeit, in der Polizeieinsätze und erschöpfes Lehrpersonal Alltag sind. In nur einem Jahr schafft er, dass Schülerschaft und Lehrpersonal wieder gern zur Schule gehen - ganz ohne zusätzliches Budget, dafür mit einer eigenen Biographie, die seinen Erfolg maßgeblich beeinflusst.
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Hendrik Holt ist ein Kapitalist wie aus dem Bilderbuch – machtgeil, rücksichtslos und ignorant. Die Selbstdarstellung liegt ihm so sehr, dass er mehrere internationale Energieunternehmen um Millionen betrügt, indem er gefälschte Windpark-Projekte verkauft. Ein Self-made-Betrüger, der weiß, das System belohnt schlechtes Verhalten. Hier zeigt sich: Wer weiß, privilegiert und als cis-het-Mann aufwächst, muss nur so tun, als ob er was könnte. Der Erfolg ist ihm gewiss, wäre da nicht eine aufmerksame Beamtin und ein skeptischer Staatsanwalt...
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Ein Haus, zwei Autos, Urlaube – Daniela Brodesser führt mit ihrem Mann und den Kindern ein ganz normales Leben. Bis eine Diagnose alles verändert und die Familie in Armut stürzt.
In dieser Folge erzählt Melisa nicht etwa von einem Einzelfall: Armut kann in unserer Gesellschaft alle treffen. Naja, außer Marlene vielleicht.
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Es betrifft uns alle, niemand ist verschont. Und darum ist diese Folge ausnahmsweise auch für alle zugänglich.
Melisa hat endlich ihre Erfahrung und Expertise ausgepackt und dabei Marlene um den Finger gewickelt, von der Zeit in der Privatschule zu erzählen. Denn: Die Schule ist eigentlich einer der wenigen Orte, wo wenigstens eine gewisse soziale Durchmischung noch möglich wäre, wenn Klassismus und Rassismus – bzw. der Kapitalismus generell – das System nicht so maßgeblich geformt hätten. Darum hoffen wir auch, dass diese Folge bei euch keine allzu üblen Erinnerungen hervorruft, denn uns ist bewusst, dass die Schulzeit für die wenigsten so richtig fein war. Eigentlich ist das richtig schade.
Wir besprechen also unseren Frust darüber, wie das Bildungssystem politisch gestaltet wird. Und gleichzeitig ziehen wir auch mit großer Geste den Hut vor allen Menschen, die in diesem System ihr Bestes geben, um Schüler:innen wirklich das Gefühl zu vermitteln, dass sie dazugehören, gewollt sind und ihnen das beibringen, was sie auch tatsächlich brauchen werden.
Viel Spaß mit der Folge und alles Liebe,
Melisa und Marlene
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Er gilt als der Prototyp des Steuerflüchtlings, aber Helmut Horten steht vermutlich auch generell stellvertretend für das Ausnutzen ungerechter Systeme. Er wirkt nicht so, als wäre ihm wichtig, auf wessen Kosten sein Erfolg geht – ob nun Nationalsozialismus oder Kapitalismus, Hauptsache er profitiert. Sein Kaufhausimperium hat er mitunter dank der Arisierungspolitik des NS-Regimes aufbauen können und die geopolitische Verhätschelung der BRD durch die USA in der Nachkriegszeit hat ihr Übriges getan.
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Bücher:
Sonst erwähnt:
Österreich hat mir alles genommen“, sagt Kibar Ilter. Österreich hat sie gerufen, wie zigtausende andere Menschendie in den 60er und 70er Jahren nach Deutschland, Österreich oder in die Schweiz kamen, um zu arbeiten. Als Gastarbeiterin wurde ihr alles abverlangt. Zuletzt bleibt ihr nur der Undank eines Landes, das es so ohne sie und all die anderen Gastarbeiter:innen nie geben könnte.
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Der 8. März ist feministischer Kampftag! Gleichzeitig ist Melisa leider krankheitsbedingt ausgefallen. Aber dafür springt ihre beste Freundin, Alex Stanić ein und spricht mit Marlene über die Bewegung "My Voice, My Choice", die gerade die EU-Politik zum Thema Schwangerschaftsabbrüche maßgeblich geprägt hat. Feministische Bewegungen sind nach wie vor unverzichtbar für eine Gesellschaft, die Freiheit und Gerechtigkeit ernsthaft anstrebt. Und das Beispiel von "My Voice, My Choice" zeigt klar: Wenn wir unsere Bewegungen auf Freund:innenschaft und Solidarität aufbauen, wenn wir bereit sind, diese harte Arbeit konsequent durchzuziehen und nicht aufzugeben, dann können wir diese Welt verändern.
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Damit einige wenige Menschen Glück haben, müssen viele Menschen Pech haben. Beim Glücksspiel gibt es keine ausgleichende Gerechtigkeit, sondern der Zufall herrscht und die goldene Regel lautet: The house always wins. Auch Johann Graf hat vor allem Glück und wenn man Glück ausblendet, ist es leicht, das Übrige als Können zu verkaufen. Die Geschichte kippt, weil der jahrelange Alleineigentümer von Novomatic zwar einerseits gern alles Geniale für sich beanspruchen will, aber andererseits kaum bereit ist, Verantwortung zu tragen. Denn Profit aus Glücksspiel bedeutet auch, ihn auf Kosten der Gesundheit anderer zu machen.
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Geschichte der 1970er
Glücksspiel und Abhängigkeit
Buchtipps:
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In dieser Folge erzählt Melisa von Sibel, die lange Zeit nicht wusste, dass sie eigentlich Kurdin ist. Der Einsatz für Gerechtigkeit hat sie von Klein auf begleitet, aber ihre Vorfahren hatten sich lange nicht getraut, dieses Vermächtnis zu öffnen. Jahrelang kämpft sie für Gerechtigkeit, besonders von Frauen in der Diaspora, und erträgt einen heftigen Gegenwind von so gut wie allen Seiten. Melisa erzählt auch von historischen Kontexten eines Volkes und seiner Kultur, die bis heute bedroht wird.
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Skrupel sind wichtig. Sie hindern uns daran, anderen Menschen Schaden zuzufügen und es gibt wenige Leute, die es sich buchstäblich leisten können, skrupellos zu handeln. Friedrich Flick gehört definitiv in diese Kategorie. Marlene hat sich genauer angeschaut, welche Umstände ihn so reich gemacht haben, dass er einer der wenigen Großindustriellen war, die für ihre Nazi-Verbrechen verurteilt wurden. Wichtig ist, auch in dieser Hinsicht ist Friedrich Flick keine Ausnahme gewesen; was ihn "hergestellt" hat, waren ganz bestimmte strukturelle Bedingungen.
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Ein Podcast von Melisa Erkurt und Marlene Engelhorn über Selfmade-Mythen und Menschen, die wirklich selbst gemacht sind.
Wir entlarven die Geschichten, die Überreiche gern sich und anderen über ihre Vermögen erzählen. Und wir holen Menschen vor den Vorhang, deren Geschichten nicht oft genug erzählt werden könnten.