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Gnade mit euch und Friede von Gott, dem Vater, und von Jesus Christus, unserem Herrn!
Aus dem Buch des Matthäus. Gute Nachricht von Jesus, dem Messias, dem von Gott gesandten. Matthäus schreibt davon im 9. und 10. Kapitel seines Buchs:
Es war der Sommer als die Bauern und die Bäuerinnen mit ihren Familien in den Urlaub fuhren. Zufrieden lagen sie in Malle und auf den Kanaren am Strand und bräunten sich in der Sonne. Unter ihren Sonnenschirmen sippten sie kühle Cocktails. Um sie herum bauten ihre Kinder Sandburgen. Sie quietschten vor Freude, wenn die Wellen die wieder einrissen. In der Kühle des Abends saßen sie auf der Terasse vor ihrer Finca oder in einer Bar am Ballermann. Oder sie hüpften noch einmal in den Pool. Es war ein wunderbarer Sommer.
Zuhause wogte das reife Getreide sich goldgelb auf den Feldern. Die Sonne schien aus einem strahlend blauen Himmel. Es war ein wunderschöner Sommer. Ein Gedicht. Kein Mähdrescher dröhnte die Stille kaputt und verbreitete überall Staubwolken. Es war still. Und schön. Sommer, Sonne und goldgelbes Getreide. Unter blauem Himmel. Schön.
Bis die goldenen Ähren braun wurden. Und einknickten. Die Körner fingen an zu faulen. Die Vögel pickten, was sie fanden. Regen kam. Und Wind. Was nicht verfaulte, flog davon. Das gute Getreide ging verloren. Alles umsonst.
Im Supermarkt waren die Regale bald leer. Kein Mehl mehr. Kein Brot. Keine Nudeln. Die Menschen wunderten sich. Einige wurden wütend. Andere hatten Angst. Sie fragten: "Was sollen wir jetzt essen?"
Auch in anderen Ländern fiel die Ernte aus. Denn niemand hatte geerntet. Das gute Korn lag auf dem Feld. Aber es kam nicht auf den Tisch. Nicht bei uns. Nicht anderswo. Menschen litten Hunger. Nur wenige konnten sich noch ein gutes Essen leisten. Einige starben sogar.
Dabei war doch alles da. Sonne. Regen. Fruchtbare Erde. Blauer Himmel und goldgelbe Frucht. Nur keiner, der sie einbrachte. Bauer und Bäuerin sonnten sich glücklich im Süden am Strand.
Es war der Sommer, als die Schäfer:innen auf der Alb auch mal Urlaub machten. Sie hatten es sich verdient, sagten sie. Sie buchten eine Kreuzfahrt. Vom Mittelmeer bis ans Nordkap. Mit Blick auf Fjorde, Eismeer und die Lofoten. Sie standen am Bug und ließen sich den Wind ins Gesicht wehen. Sie tranken Cappuccino an Deck und staunten über Mitternachtssonne. Abends saßen sie im Whirlpool. Im Hintergrund spielten Musiker sanfte Lieder. Sie dachten an nichts. Nur an sich. Es war ein Sommer zum Genießen.
Zuhause räkelten sich wollige Schafe im satten Grün der Wiesen. Es war ein bequemer Sommer. Ganz ohne Hund und lästiges Laufen. Sie hatten sich schon gewundert, als keiner kam, um sie anzutreiben. Aber eigentlich war das Leben auch so ganz schön. Schafe trinken keinen Cappuccino. Sie liegen auch nicht im Liegestuhl. Aber sie halten es schon auch gemütlich an einer Stelle aus. Grüne Wiese und ein blauer Sommerhimmel. Ein Genuss.
Bis die Wiese abgegrast war. Kurz und stoppelig, nur noch grün und braun. Die Schafe wunderten sich. Und als keiner kam, zogen sie alleine los. Jedes dahin, wo es irgendwo Grün witterte. Sie gingen durch Hecken, über Straßen, über schroffe Hänge. Manche blieben im Gebüsch hängen. Ihr Fell verfilzte und verfing sich in den Dornen. Einige stolperten in Gräben. Ein Lamm fiel in einen Bach und kam nicht mehr heraus. Keiner hörte das klägliche Blöken. Ein anderes wurde von einem Auto erfasst. Keines wusste, wohin es ging. Keines wusste, wo die anderen waren. Sie riefen. Aber niemand antwortete. Der Sommer wurde lang. Und einsam. Und gefährlich.
Die Schäfer:innen posteten Urlaubsbilder auf Instagram. #Fjordliebe #AlbLammaufSee und #UrlaubOhneHerde. Sie wussten nicht, was zu Hause los war. Die Alb war so weit weg.
Es war der Sommer, als Jesus durchs Land zog. Nicht über Alb und Gäu, sondern dort, wo seine Landsleute wohnten. Mit der besten Nachricht der Welt im Gepäck: Gott ist ganz nahe. Seine neue Welt beginnt jetzt. Hier. Bei euch. Wer ihm begegnete, sah meistens etwas davon. Blinde konnten sehen. Lahme konnten gehen. Taube Ohren öffneten sich. Zeichen, dass hier etwas Neues geschah. Wer ihm begegnete, blieb selten unberührt. Alles veränderte sich mit diesem Jesus. Und aus den Augen leuchtete die Hoffnung.
Unter dem offenen Himmel, mit Gott ganz nahe, sah Jesus Dinge, die ganz anders aussahen: Er sah kranke Körper. Er sah müde Augen. Er sah Menschen, die sich aufgegeben hatten. Menschen, die von einem Ort zum anderen liefen, aber nicht wussten, wohin mit ihrem Leben. Verloren in Sorgen. Gefangen in Schuld. Zermürbt von den Erwartungen der anderen. Erschöpft vom ständigen Strampeln und Kämpfen. Jesus sah, wie sie sich sehnten nach jemandem, der sie wirklich sieht. Nach einem Wort, das trägt. Nach einem Blick, der wärmt. Nach einer Hand, die hält. Nach einem Herz, das schlägt – für sie.
Da wurde es ihm schwer ums Herz. So sagt es die Bibel. Wörtlich: Es drehte ihm das Herz um. Nicht vor Ekel. Sondern vor Mitleid. Vor echter, tiefer, durchdringender Liebe. Eine Liebe, die nicht zusehen kann, wie jemand verloren geht.
Wie sollte die Hoffnung zu all diesen Menschen kommen?
Simon, der jetzt Petrus heißt. Andreas, sein Bruder. Jakobus und Johannes, die Söhne von Zebedäus. Philippus, Bartholomäus, Thomas und Matthäus, der Zöllner. Jakobus, der Sohn von Alphäus und Taddäus, Simon von Kanaan und Judas, der Iskariotes -- Jesus ist ihnen begegnet und hat ihr Leben verändert. Für ihn haben sie alles zurückgelassen. Sie wollten mehr hören. Mehr lernen über diese neue Welt Gottes. "Die fängt jetzt gerade bei euch an", sagte Jesus. Und er tat wundersame Dinge, die nur in der neuen Welt Gottes geschehen können. Hier und jetzt. Simon, Andreas, Jakobus und Johannes, Philippus, Bartholomäus und viele andere mit ihnen haben Hoffnung gefunden. Gott ist da. Ganz nahe bei uns. Etwas ganz Neues beginnt.
Die Menschen um sie herum wissen nichts davon. Das muss sich ändern, sagt Jesus. Das kann er nicht alleine machen. Also schickt er sie los, die Zwölf. Nicht an den Strand. Nicht auf eine Kreuzfahrt. Mitten ins Abenteuer. Und keiner wusste, was ihn dort erwartet. "Nehmt nichts mit", sagte Jesus. Nicht erst ein Vesper schmieren. Keine Regenjacke einpacken und kein Blasenpflaster. Schließt nicht erst eine Reiserücktrittsversicherung ab. "Geht einfach los und vertraut auf Gott", sagt Jesus. So wichtig ist das nämlich: Die Hoffnung muss zu den Menschen!
Es war der heißeste Sommer in Deutschland--seit Beginn der Aufzeichnungen. Im ersten Regierungsjahr von Friedrich Merz. Die Menschen stöhnten unter der Hitze. Sie sorgten sich wegen des Kriegs in der Ukraine. Der hatte immer noch kein Ende gefunden. Auch im Nahen Osten flogen Raketen.
Das Wasser wurde knapp. Der Rhein führte Niedrigstand. Felder verdorrten. Wälder brannten. In unsozialen Medien wurde gestritten, wer schuld ist. Die einen schrien nach strengeren Regeln. Die anderen wollten ihre Freiheit behalten. Dazwischen: Schweigen. Oder Ratlosigkeit.
In den Familien war keine Zeit mehr für Gespräche. Die Kinder hingen an ihren Bildschirmen. Die Eltern an ihren Sorgen. Viele dachten: So kann das nicht weitergehen. Aber keiner wusste, wie. Manche suchten Halt in Verschwörungserzählungen. Andere lenkten sich mit Serien, Konsum oder Diättrends ab. Hoffnung war selten geworden. Vertrauen auch.
Die Kirchen hatten weniger Besucher:innen als je zuvor. Viele fühlten sich dort nicht mehr angesprochen. Oder nicht mehr willkommen. Die alten Worte klangen hohl in den neuen Ohren. Und die neuen Worte kamen zu selten an. Die meisten gingen einfach nicht mehr hin.
Die Menschen sehnten sich nach etwas, das trägt. Aber sie wussten ja nicht, wo sie suchen sollten.
Jetzt hätte man Jesus gebraucht. Gerade jetzt müsste man das doch wieder neu hören: "Gott ist euch ganz nah! Seine neue Welt hat schon begonnen. Vertraut auf ihn. Sucht Hoffnung und Hilfe bei dem, der euch unendlich lieb hat. Wer ihm begegnet, bleibt selten unberührt. Alles verändert sich mit Gottes Messias, Jesus!" O, wenn die Augen doch wieder vor Hoffnung leuchteten!
Aber Simon, der Petrus heißt, Johannes und Jakobus, Philippus und Bartholomäus und all die anderen... sind tot. Schon lange. Sie tragen keine Hoffnung mehr durchs Land.
Eine verzweifelte Schafherde. Eine verrottende Ernte.
"Gott, dem die Ernte gehört, sende Helfer:innen! Menschen, die zu denen gehen, die bereit sind für Gottes gute Nachricht."
Am Ende sind wir die Gebetserhörung.
Denn die Hoffnung ist nicht tot. Sie lebt. Weil Gott noch immer nahe ist. Weil das Himmelreich nicht nur damals begann – sondern auch heute wächst. Unsichtbar oft. Still. Wie ein Same, der im Boden keimt. Wie ein Funke, der springt.
Es beginnt dort, wo einer zuhört, ohne gleich zu urteilen. Wo eine den Mut hat, auf Versöhnung zuzugehen. Wo jemand Zeit schenkt, obwohl er selbst nicht viel hat. Wo eine Frau sagt: „Ich bete für dich.“ Und es auch wirklich tut. Wo einer den Schmerz des anderen aushält. Und nicht wegläuft. Überall dort, wo Menschen -- wo wir(!) -- zu einem Zeiger auf Jesus hin werden.
Wir haben Hoffnung!
Gottes neue Welt ist doch schon angebrochen. Wir sind ein Teil davon.
Das Himmelreich ist kein Ort mit goldenen Straßen. Es ist ein Leben mit Gott – hier und jetzt. Eine andere Art, auf die Welt zu schauen. Und auf sich selbst. Eine andere Art, zu hoffen. Zu handeln. Zu lieben. Und andere damit anzustecken.
Christ:innen sind nicht die besseren Menschen. Aber Menschen, die eine bessere Hoffnung haben. Nicht: Wir schaffen das. Sondern: Gott ist da. Und mit ihm beginnt etwas Neues. Etwas Gutes. Etwas Heilsames. Für dich. Und für andere durch dich.
Deshalb: Hör auf, auf irgendetwas zu warten. Geh los!
Geh hin. Sprich. Lebe. Liebe. Bete. Und bring Hoffnung dahin, wo sie fehlt. So viele warten darauf. Die Ernte ist groß.
Du wirst gebraucht. Du hast etwas zu geben. Weil Gott es dir schon gibt.
Geh los. Vertrau ihm einfach.
Dann wird es Hoffnungssommer.
Der Gott der Hoffnung aber erfülle euch mit aller Freude und Frieden im Glauben, dass ihr immer reicher werdet an Hoffnung durch die Kraft des Heiligen Geistes.
Amen.
By Christoph FischerGnade mit euch und Friede von Gott, dem Vater, und von Jesus Christus, unserem Herrn!
Aus dem Buch des Matthäus. Gute Nachricht von Jesus, dem Messias, dem von Gott gesandten. Matthäus schreibt davon im 9. und 10. Kapitel seines Buchs:
Es war der Sommer als die Bauern und die Bäuerinnen mit ihren Familien in den Urlaub fuhren. Zufrieden lagen sie in Malle und auf den Kanaren am Strand und bräunten sich in der Sonne. Unter ihren Sonnenschirmen sippten sie kühle Cocktails. Um sie herum bauten ihre Kinder Sandburgen. Sie quietschten vor Freude, wenn die Wellen die wieder einrissen. In der Kühle des Abends saßen sie auf der Terasse vor ihrer Finca oder in einer Bar am Ballermann. Oder sie hüpften noch einmal in den Pool. Es war ein wunderbarer Sommer.
Zuhause wogte das reife Getreide sich goldgelb auf den Feldern. Die Sonne schien aus einem strahlend blauen Himmel. Es war ein wunderschöner Sommer. Ein Gedicht. Kein Mähdrescher dröhnte die Stille kaputt und verbreitete überall Staubwolken. Es war still. Und schön. Sommer, Sonne und goldgelbes Getreide. Unter blauem Himmel. Schön.
Bis die goldenen Ähren braun wurden. Und einknickten. Die Körner fingen an zu faulen. Die Vögel pickten, was sie fanden. Regen kam. Und Wind. Was nicht verfaulte, flog davon. Das gute Getreide ging verloren. Alles umsonst.
Im Supermarkt waren die Regale bald leer. Kein Mehl mehr. Kein Brot. Keine Nudeln. Die Menschen wunderten sich. Einige wurden wütend. Andere hatten Angst. Sie fragten: "Was sollen wir jetzt essen?"
Auch in anderen Ländern fiel die Ernte aus. Denn niemand hatte geerntet. Das gute Korn lag auf dem Feld. Aber es kam nicht auf den Tisch. Nicht bei uns. Nicht anderswo. Menschen litten Hunger. Nur wenige konnten sich noch ein gutes Essen leisten. Einige starben sogar.
Dabei war doch alles da. Sonne. Regen. Fruchtbare Erde. Blauer Himmel und goldgelbe Frucht. Nur keiner, der sie einbrachte. Bauer und Bäuerin sonnten sich glücklich im Süden am Strand.
Es war der Sommer, als die Schäfer:innen auf der Alb auch mal Urlaub machten. Sie hatten es sich verdient, sagten sie. Sie buchten eine Kreuzfahrt. Vom Mittelmeer bis ans Nordkap. Mit Blick auf Fjorde, Eismeer und die Lofoten. Sie standen am Bug und ließen sich den Wind ins Gesicht wehen. Sie tranken Cappuccino an Deck und staunten über Mitternachtssonne. Abends saßen sie im Whirlpool. Im Hintergrund spielten Musiker sanfte Lieder. Sie dachten an nichts. Nur an sich. Es war ein Sommer zum Genießen.
Zuhause räkelten sich wollige Schafe im satten Grün der Wiesen. Es war ein bequemer Sommer. Ganz ohne Hund und lästiges Laufen. Sie hatten sich schon gewundert, als keiner kam, um sie anzutreiben. Aber eigentlich war das Leben auch so ganz schön. Schafe trinken keinen Cappuccino. Sie liegen auch nicht im Liegestuhl. Aber sie halten es schon auch gemütlich an einer Stelle aus. Grüne Wiese und ein blauer Sommerhimmel. Ein Genuss.
Bis die Wiese abgegrast war. Kurz und stoppelig, nur noch grün und braun. Die Schafe wunderten sich. Und als keiner kam, zogen sie alleine los. Jedes dahin, wo es irgendwo Grün witterte. Sie gingen durch Hecken, über Straßen, über schroffe Hänge. Manche blieben im Gebüsch hängen. Ihr Fell verfilzte und verfing sich in den Dornen. Einige stolperten in Gräben. Ein Lamm fiel in einen Bach und kam nicht mehr heraus. Keiner hörte das klägliche Blöken. Ein anderes wurde von einem Auto erfasst. Keines wusste, wohin es ging. Keines wusste, wo die anderen waren. Sie riefen. Aber niemand antwortete. Der Sommer wurde lang. Und einsam. Und gefährlich.
Die Schäfer:innen posteten Urlaubsbilder auf Instagram. #Fjordliebe #AlbLammaufSee und #UrlaubOhneHerde. Sie wussten nicht, was zu Hause los war. Die Alb war so weit weg.
Es war der Sommer, als Jesus durchs Land zog. Nicht über Alb und Gäu, sondern dort, wo seine Landsleute wohnten. Mit der besten Nachricht der Welt im Gepäck: Gott ist ganz nahe. Seine neue Welt beginnt jetzt. Hier. Bei euch. Wer ihm begegnete, sah meistens etwas davon. Blinde konnten sehen. Lahme konnten gehen. Taube Ohren öffneten sich. Zeichen, dass hier etwas Neues geschah. Wer ihm begegnete, blieb selten unberührt. Alles veränderte sich mit diesem Jesus. Und aus den Augen leuchtete die Hoffnung.
Unter dem offenen Himmel, mit Gott ganz nahe, sah Jesus Dinge, die ganz anders aussahen: Er sah kranke Körper. Er sah müde Augen. Er sah Menschen, die sich aufgegeben hatten. Menschen, die von einem Ort zum anderen liefen, aber nicht wussten, wohin mit ihrem Leben. Verloren in Sorgen. Gefangen in Schuld. Zermürbt von den Erwartungen der anderen. Erschöpft vom ständigen Strampeln und Kämpfen. Jesus sah, wie sie sich sehnten nach jemandem, der sie wirklich sieht. Nach einem Wort, das trägt. Nach einem Blick, der wärmt. Nach einer Hand, die hält. Nach einem Herz, das schlägt – für sie.
Da wurde es ihm schwer ums Herz. So sagt es die Bibel. Wörtlich: Es drehte ihm das Herz um. Nicht vor Ekel. Sondern vor Mitleid. Vor echter, tiefer, durchdringender Liebe. Eine Liebe, die nicht zusehen kann, wie jemand verloren geht.
Wie sollte die Hoffnung zu all diesen Menschen kommen?
Simon, der jetzt Petrus heißt. Andreas, sein Bruder. Jakobus und Johannes, die Söhne von Zebedäus. Philippus, Bartholomäus, Thomas und Matthäus, der Zöllner. Jakobus, der Sohn von Alphäus und Taddäus, Simon von Kanaan und Judas, der Iskariotes -- Jesus ist ihnen begegnet und hat ihr Leben verändert. Für ihn haben sie alles zurückgelassen. Sie wollten mehr hören. Mehr lernen über diese neue Welt Gottes. "Die fängt jetzt gerade bei euch an", sagte Jesus. Und er tat wundersame Dinge, die nur in der neuen Welt Gottes geschehen können. Hier und jetzt. Simon, Andreas, Jakobus und Johannes, Philippus, Bartholomäus und viele andere mit ihnen haben Hoffnung gefunden. Gott ist da. Ganz nahe bei uns. Etwas ganz Neues beginnt.
Die Menschen um sie herum wissen nichts davon. Das muss sich ändern, sagt Jesus. Das kann er nicht alleine machen. Also schickt er sie los, die Zwölf. Nicht an den Strand. Nicht auf eine Kreuzfahrt. Mitten ins Abenteuer. Und keiner wusste, was ihn dort erwartet. "Nehmt nichts mit", sagte Jesus. Nicht erst ein Vesper schmieren. Keine Regenjacke einpacken und kein Blasenpflaster. Schließt nicht erst eine Reiserücktrittsversicherung ab. "Geht einfach los und vertraut auf Gott", sagt Jesus. So wichtig ist das nämlich: Die Hoffnung muss zu den Menschen!
Es war der heißeste Sommer in Deutschland--seit Beginn der Aufzeichnungen. Im ersten Regierungsjahr von Friedrich Merz. Die Menschen stöhnten unter der Hitze. Sie sorgten sich wegen des Kriegs in der Ukraine. Der hatte immer noch kein Ende gefunden. Auch im Nahen Osten flogen Raketen.
Das Wasser wurde knapp. Der Rhein führte Niedrigstand. Felder verdorrten. Wälder brannten. In unsozialen Medien wurde gestritten, wer schuld ist. Die einen schrien nach strengeren Regeln. Die anderen wollten ihre Freiheit behalten. Dazwischen: Schweigen. Oder Ratlosigkeit.
In den Familien war keine Zeit mehr für Gespräche. Die Kinder hingen an ihren Bildschirmen. Die Eltern an ihren Sorgen. Viele dachten: So kann das nicht weitergehen. Aber keiner wusste, wie. Manche suchten Halt in Verschwörungserzählungen. Andere lenkten sich mit Serien, Konsum oder Diättrends ab. Hoffnung war selten geworden. Vertrauen auch.
Die Kirchen hatten weniger Besucher:innen als je zuvor. Viele fühlten sich dort nicht mehr angesprochen. Oder nicht mehr willkommen. Die alten Worte klangen hohl in den neuen Ohren. Und die neuen Worte kamen zu selten an. Die meisten gingen einfach nicht mehr hin.
Die Menschen sehnten sich nach etwas, das trägt. Aber sie wussten ja nicht, wo sie suchen sollten.
Jetzt hätte man Jesus gebraucht. Gerade jetzt müsste man das doch wieder neu hören: "Gott ist euch ganz nah! Seine neue Welt hat schon begonnen. Vertraut auf ihn. Sucht Hoffnung und Hilfe bei dem, der euch unendlich lieb hat. Wer ihm begegnet, bleibt selten unberührt. Alles verändert sich mit Gottes Messias, Jesus!" O, wenn die Augen doch wieder vor Hoffnung leuchteten!
Aber Simon, der Petrus heißt, Johannes und Jakobus, Philippus und Bartholomäus und all die anderen... sind tot. Schon lange. Sie tragen keine Hoffnung mehr durchs Land.
Eine verzweifelte Schafherde. Eine verrottende Ernte.
"Gott, dem die Ernte gehört, sende Helfer:innen! Menschen, die zu denen gehen, die bereit sind für Gottes gute Nachricht."
Am Ende sind wir die Gebetserhörung.
Denn die Hoffnung ist nicht tot. Sie lebt. Weil Gott noch immer nahe ist. Weil das Himmelreich nicht nur damals begann – sondern auch heute wächst. Unsichtbar oft. Still. Wie ein Same, der im Boden keimt. Wie ein Funke, der springt.
Es beginnt dort, wo einer zuhört, ohne gleich zu urteilen. Wo eine den Mut hat, auf Versöhnung zuzugehen. Wo jemand Zeit schenkt, obwohl er selbst nicht viel hat. Wo eine Frau sagt: „Ich bete für dich.“ Und es auch wirklich tut. Wo einer den Schmerz des anderen aushält. Und nicht wegläuft. Überall dort, wo Menschen -- wo wir(!) -- zu einem Zeiger auf Jesus hin werden.
Wir haben Hoffnung!
Gottes neue Welt ist doch schon angebrochen. Wir sind ein Teil davon.
Das Himmelreich ist kein Ort mit goldenen Straßen. Es ist ein Leben mit Gott – hier und jetzt. Eine andere Art, auf die Welt zu schauen. Und auf sich selbst. Eine andere Art, zu hoffen. Zu handeln. Zu lieben. Und andere damit anzustecken.
Christ:innen sind nicht die besseren Menschen. Aber Menschen, die eine bessere Hoffnung haben. Nicht: Wir schaffen das. Sondern: Gott ist da. Und mit ihm beginnt etwas Neues. Etwas Gutes. Etwas Heilsames. Für dich. Und für andere durch dich.
Deshalb: Hör auf, auf irgendetwas zu warten. Geh los!
Geh hin. Sprich. Lebe. Liebe. Bete. Und bring Hoffnung dahin, wo sie fehlt. So viele warten darauf. Die Ernte ist groß.
Du wirst gebraucht. Du hast etwas zu geben. Weil Gott es dir schon gibt.
Geh los. Vertrau ihm einfach.
Dann wird es Hoffnungssommer.
Der Gott der Hoffnung aber erfülle euch mit aller Freude und Frieden im Glauben, dass ihr immer reicher werdet an Hoffnung durch die Kraft des Heiligen Geistes.
Amen.

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