Schule in der Krise und Religionsunterricht in Anfechtung?
Perspektiven der Ermutigung für Unterrichtende eines besonderen Faches in besonderen Zeiten.
Sie werden hier nichts hören, was Sie überall finden an Kritik- und Krisenmeldungen über Schulorganisation, Lehrkräftemangel, auch nichts über Strategie-Konzepte, die letztlich allen schmerzvollen äußeren und inhaltlichen Mangel nur abmildern können, …
Die Religion (den Gebildeten unter) ihren Verächtern schmackhaft zu machen, zermürbt. Aber wer sich Sinn und Geschmack behält für das Bekenntnis von Jesus Christus, wird gestärkt für die Gegenwart.
Wenn wir mit anderen zum Religionsunterricht ins Gespräch kommen, dann wirksam mit einer Haltung der Gewissheit und der Freude daran!
Wir brauchen Argumente, die auch unseren Gegenübern wohltun und das gedeihliche Miteinander fördern!
Es gilt, Potentiale zu benennen, gerade im Selbstverständlichen.
1. Prolegomena: Die Schule als Schutzraum für Seele und Geist.
Weil der Religionsunterricht ein ordentliches Schulfach ist, zunächst ganz allgemeine Prolegomena über Schule an sich.
Gerade in so irritierenden Zeiten sind Schulen ein besonderer Raum:
In der Schule ist 1 plus 1 immer noch 2. Ein rechter Winkel hat 90 Grad, und es gibt Kriterien, wann etwas falsch geschrieben oder richtig ist.
(Und: Wie verrückt sind Zeiten, dass derart Selbstverständliches wie ein kostbarer fester Boden unter schwankenden Füßen wirkt.)
Lehrpläne als Garant für Bestand,
Bildung als Insel im Chaos.
Lehrpläne garantieren, dass wir, bei allem Lebensweltbezug, in der Schule vermitteln, was Bestand hat und trägt, unabhängig vom aktuellen Krisenmodus, von geschürten Wellen der Empörung oder Angst.
Wie eine Insel kann das sein im Chaos, das die Kinder medial umspült und in der gesellschaftlichen Unruhe, die sie spüren.
Es gibt erprobte Wahrheit, es gibt Gehalt, der nicht gleich zur Disposition steht: Diese Sicherheit ist entscheidend wichtig für die Entwicklung einer souveränen Persönlichkeit, die dann Befähigungen ausbildet.
Eine Meinung hat und behält man nicht, sondern bildet und entwickelt sie.
Während mediales und gesellschaftliches Treiben sich oft auf Schwarz-Weiß-Malerei verkürzt, weiß die Schule, dass sich Kompetenzen anbahnen über lange Zeiträume hinweg, dass Wissen sich zusammensetzt aus unterschiedlichen Aspekten und man eine Meinung nicht automatisch hat und behält, sondern sie buchstäblich bildet und weiterentwickelt.
Der Religionsunterricht fügt dem noch etwas hinzu: