Ausbildung: Sieben Berufe in einem Van - der "professionelle Bastler" fürs Reisemobil
Es ist ein Berufsname, bei dem selbst ein Wohnmobil kurz anhalten müsste: Karosserie- und Fahrzeugbaumechaniker/-in der Fachrichtung Caravan- und Reisemobiltechnik. In Waldkirchen erklärt Berufsschullehrer Johannes Siegl, warum hinter diesem Monsterwort ein ziemlich moderner Traumjob steckt. Denn wer Reisemobile und Caravans baut, wartet oder repariert, braucht nicht nur Schraubenschlüssel und Fingerspitzengefühl, sondern auch Köpfchen für Heizung, Wasser, Elektrik, App-Steuerung, Fahrwerk, Satellitentechnik, Innenausbau und Kundenberatung. Siegl nennt es sinngemäß: sieben Berufe in einem. Ausgebildet wird dual: erst solide Fahrzeug- und Metallgrundlagen, dann die Spezialisierung auf Caravan- und Reisemobiltechnik. Die Herausforderung: Es gibt kaum Lehrbücher, viel Herstellerwissen und jeden Tag neue Probleme. Genau deshalb braucht der Beruf neugierige Menschen, die gern tüfteln, praktisch denken und nicht beim ersten Fehlercode aufgeben. Die Jobchancen? Laut Siegl sehr gut: Viele Betriebe bilden für den eigenen Bedarf aus, denn auf den Straßen stehen immer mehr Reisemobile, die gepflegt, geprüft und repariert werden müssen. Camper muss man dafür nicht sein. Aber die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass man einer wird.